Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
509
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heben ſich in ge⸗ te auf alter Tra⸗ Jh. auf der Na⸗ en.

Norden des dan. anden, Ettelbrükk äute nit der treff

die Güte des Pro⸗

tichen Meſen n

uptſtadt, wo zwei

oße Fabriken wohl

600 Arbeiter und beiterinen be⸗ äftigen, die zum heil weit ab von remburg, bis nach m preußiſchen aarburg hin, woh⸗ n. Die Producte ſes Fabrikzweiges tteifern mit den ühmteſten Fabri⸗ en Frankreichs. Det ungemeine iſenreichthum es Landes begründet en andern Haupt⸗ veig der luxembur⸗ ſchen Gewerbthä⸗ gkeit. Hier hat der fiden den Vor⸗

entſtammten Ständeverſammlung einen vom Könige ernannten Staats⸗ rath ſtellt. Seit 1850 vertritt Prinz Heinrich der Niederlande als Lieutenant-Représentant den König⸗Großherzog; nur zeitweilig, während der Kammerſeſſion erſcheint er im Lande und reſidirt dann

in dem beſcheidenen Schlößchen zu Wal⸗

ferdingen(Walferdange) nahe der Haupt⸗-

ſtadt oder auf ſeinem Landſitz in Verg⸗ Colmar an der Nordbahe. Ein Staatsminiſter ſteht an der Spitze der Geſchäfte.

Dies der bisherige Zuſtand, be⸗ quem und willkommen. Das Ange⸗ ſicht ſeines Großherzogs hat das Volk kaum geſehen. Das monarchiſche Ele⸗ ment iſt aufs äußerſte abgeſchwächt. Der Luxemburger ſieht es als bloße Form an, das Weſen iſt ihm die Autonomie.

Wir verirren uns hier nicht in den Irrgarten der Tagespolitik. Aber die Frage tritt von ſelbſt auf die Lip⸗ pen: iſt jenen Wünſchen unter den Zuckungen dieſer Zeit nicht der Boden unter den Füßen weggezogen?

Das hehre Gefühl, einem großen nationalen und politiſchen Ganzen in Leid und Freud, mit Kampf und Opfern anzugehören, dies ethiſch hebende, tra⸗ gende, läuternde Gefühl kennt der Luxemburger nicht. Wo aber das fehlt, da ſtellt ſich das nackte Intereſſe, oder es ſtellen ſich hohle Träume ein.

B IV.

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III. In die Stadt. (Oeſtlicher Theil von Luxemburg.)

die deutſchen Truppen ſtets eine kühle, apathiſche, nicht ſelten eine verſtimmte, heute ſieht ſie faſt wie eine gehäſſige und feindſelige aus. So macht die Beſatzung den Eindruck einer Militärcolonie, hinein⸗ geworfen mitten in widerſtrebende Elemente.Wie die Oeſterreicher

in Venedig fühlen wir uns, ſagte mir ein Officier.

Schon früher beſchränkte ſich der geſellige Verkehr der Officiere mit der Stadt auf officielle oder ganz verein⸗ zelte Familienbeziehungen. Auch das überall in den gebildeten Ständen und Geſellſchaftskreiſen ſich breitmachende Franzöſiſch ſtößt zurück.

Officiere, die ſehr wohl franzöſiſch zu ſprechen wiſſen, denen ein Anlaß zu weiterer Uebung unter anderen Um⸗ ſtänden willkommen wäre, verzichten mit deutſchem Stolz auf ein Verkehrs⸗ mittel, das jetzt zu einem Banner und Erkennungszeichen gegen deutſches We⸗ ſen und Streben geworden.

Je gründlicher dem Civil gegen⸗ über die Brücke abgebrochen iſt, deſto enger und traulicher ſchließt ſich das Soldatenleben nach innen zuſammen. Im Ausland kommen Heimat und Ka⸗ meradſchaft erſt recht zu Ehren. Das war um ſo nöthiger, weil die beiden Infanterieregimenter der Beſatzung, das 69. und 88., erſt ſeit einem halben Jahre in Luxemburg liegen. Die Offi⸗ ciere ſtanden ſich anfangs neu und fremd gegenüber, aber der altbewährte esprit de corps unſeres Heeres, die gemein⸗

Wir ſprachen von Land und Leuten in Luxemburg. Als ſamen Erinnerungen aus dem Sommer 1866, die etwa drohenden

Der Mittel⸗ t d Eiſen⸗

n bildeteres

ſo, auf einem Vorpoſten,

war, wie es heute dop⸗ ſoelt und dreifach heißen

in anderem Lichte als die Garniſon offener Städte. Der Beruf und die letzte Beſtimmung des Kriegers, in Schutz und Trutz für das Vater⸗ land einzuſtehen, wird anſchaulicher und ein⸗ drucksvoller in einer Feſtung, wo in der gan⸗ zen Localität, in den Bauten, den Dienſtpflich⸗ ten ein ſo viel durchge⸗ Kriegsleben ſich ausſpricht.. Vollends an einem gefährdeten Grenzpunk⸗

wie es Luxemburg immer

die hen und gfeile künſtli die, im

umß, nun gar unter der

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grellen Beleuchtung die⸗ ſer Zeitkriſis, in der

hebrauchen die Au⸗

zen von ganz Europa auf dieſe Kriegsmänner blicken. Seeit mehr denn fünfzig Jahren liegen preußiſche Truppen in Nie hat ein anderes und feſteres Band um arniſon und Bürgerſchaft ſich ſchlingen wollen als das des Intereſſes der letzteren. Denn immerhin fließen der Stadt bedeutende Summen urs dieſer Quelle zu. Die Stimmung der Luxemburger war gegen

br Bundesfeſtung.

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Gegenbild zu dieſem Bilde, zu den eingeborenen Bewohnern tritt uns die militäriſche Bevölkerung, die preußiſche Beſatzung entgegen. Schon in den Feſtungen des eigenen Landes erſcheint die Beſatzung hier auf halbfeindlichem Gebiete, angeſichts des eiferſüchtigen Nach⸗

IV. Aus der Stadt. (Eingang von Luxemburg vom Bahnhoſe.)

platz(place d'armes).

Gefahren der nächſten Zukunft wo ließe ſich ein feſterer Kitt ſinden? Aber noch ein anderer Verſchmelzungsproceß vollzieht ſich

barn. Eine ziemliche An⸗ zahl hannoveriſcher und naſſauiſcher Officiere ge⸗ hört ſeit kurzem dieſen Regimentern an. Es iſt nur eine Stimme dar⸗ über, wie raſch und leicht dieſe tüchtigen Elemente ſich in das neue Verhält⸗ niß eingelebt haben. Ob vielleicht gerade die Luft, die hier an der Grenze ſo ſchneidig weht, ob die ganze Situation in Hof⸗ fen und Sorgen hierzu mitgewirkt hat? Ein Wahr⸗ und Warnungs⸗ zeichen jedenfalls für den lauernden Nachbar, daß alle Speculation auf in⸗ nere Zwietracht diesmal eine Rechnung ohne Wirth iſt. An zwei Treffpunk⸗ ten findet man das Offi⸗ ciercorps am vollſtändig⸗ ſten beiſammen, auf der Mittagsparade und im Militär⸗Caſino.

Um 12 Uhr Mittags ſammelndſich alle Officiere auf dem Parade⸗ Unter den Klängen unſerer Märſche und anderer deutſcher Weiſen flanirt auch der elegante Luxemburger auf und ab, die Cigarre rauchend und franzöſiſch plaudernd, aber was er hört, iſt ihm Muſik wie andere auch, während uns die friſch ſchmettern⸗ den Melodien unter all der Dumpfheit und rathloſen Halbheit rings⸗

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