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wein auszuſtechen. Sein Haar mag ehemals, wie es bei den Söhnen der rothen Erde nicht ſelten iſt, wie es bei den alten Germanen ge⸗
wöhnlich war und ja noch heute als Schönheit gilt— von röthlicher
Farbe geweſen ſein; gegenwärtig wachſen auf dem breiten dicken Haupt nur noch einige dünne graue Locken, ſpärliche Büſchel und kurze Stoppeln mit vielen kahlen Flecken abwechſelnd. Roth iſt an dem ganzen Menſchen nur der röthlichblonde Schnurrbart und die vollen, heiterglänzenden Wangen; im übrigen iſt das Antlitz glatt raſirt, die Phyſiognomie eine ſolch offene und gemüthliche, Bruſt und Bauch haben ſich ſo ſtattlich entwickelt, daß ein jeder ſagen muß:„Fürwahr, dieſer Mann iſt kein Caſſius!“ Während ſeine Parteigenoſſen bei gewiſſen Reden ihrer Gegner ſich unruhig hin und herwanden, in heller Wath aufſprangen und empörte Ausrufe hören ließen, blieb Dr. Becker ruhig ſitzen; kein Schatten, kein Wölkchen zog an ſeinem Geſichte herauf, das unverändert friedlichen Gleichmuth ſtrahlte. Und nicht anders war ſeine Rede, wenn er in gefälliger Haltung, mit ſanfter, wohltönender Stimme gegen die Vorlage oder für ein Amendement ſeiner politiſchen Freunde ſprach; und er ſprach nur ein Paar Mal, dazu kurz und ſachgemäß, ohne Phraſen und Declamationen. Fürwahr, dieſer Mann iſt kein Caſſius!
Vielleicht iſt es aber Herr Dr. Rée aus Hamburg, wenn⸗ gleich auch ſeine Statur nicht lang und hohl, ſondern kurz und com⸗ pact erſcheint. Indes dieſe kleine Geſtalt, die mit dem ſchwarzen, wolligen Krauskopf, den dicken, aufgeworfenen Lippen und der brünetten Hautfarbe einem Moh⸗ ren ähnelt, umſchließt wie die des Mohren von Venedig viel Heftigkeit und Leidenſchaft. Halb verbiſſene, halbdreiſte Heftigkeit wohnen in dem eckigen, ſtarkkno⸗ chigen, von einem dunkeln Backen⸗ bart umſchatteten Geſicht, lauern in den gekniffenen Zügen und ſchießen aus den kleinen ſtechen⸗ 1 den Augen, die er beim Reden 1 bald völlig zuſammenkneift, bald dicht an ein Blatt Papier bringt, von dem er die Kraftſtellen ablieſt. Die Stimme iſt hoch, dünn und etwas ſchnarrend; die Ausſprache breit, wie die Elbe bei ſeiner Vaterſtadt; die Naſe hebt ſich abwechſelnd hoch in die Lüfte empor und fällt dann wieder auf das Rednerpult und die hier ausgebreiteten Notizen. Herr Rée prunkt mit ſeiner Würde als„geborner Republikaner“ und erzählt, daß„er auch Mi⸗ niſter geweſen ſei“— leider konnte man nicht erfahren wo, denn der Präſident unterbrach ihn mit der Erinnerung, daß dies nicht zur Sache gehöre.
Die beiden andern Hamburger Abgeordneten hatten ſich der nationalliberalen Partei angeſchloſſen und erwieſen ſich weit ver⸗ ſtändiger und maßvoller. Beide ließen ſich nur bei Verhandlungen vernehmen, die ſpeciell die Hanſeſtädte betrafen, nur über Dinge, wo ſie Sachverſtändige waren, weshalb ſie auch allgemeine Aufmerkſamkeit und Zuſtimmung fanden. Herr de Chapeaurouge, ein junger hübſcher Kaufmann mit glänzend ſchwarzem Haar und braunem Voll⸗ bart, voll ſtattlicher Haltung und gewählten Manieren, handhabte den weichen Dialekt ſeiner Vaterſtadt mit Leichtigkeit und Würde. Auch er kehrte einen patriotiſchen Stolz heraus, aber dieſer Stolz war ein vollkommen berechtigter; er ſagte nämlich:„Wenn Preußen auf ſeine militäriſchen Leiſtungen ſtolz iſt, ſo können die Hanſeſtädte niit demſelben Stolz auf das hinblicken, was ſie im Intereſſe Deutſch⸗ lands auf dem Gebiet des Handels und des Verkehrs geleiſtet haben.“ In der That iſt das ein Partikularismus, vor dem man achtungsvoll den Hut zieht und den zu unterdrücken eine ſehr verderbliche Sache wäre. Es gibt viele Intereſſen, deren Pflege und Leitung noch inmer am beſten in den Händen der betreffenden Einzelſtaaten auf⸗ gehoben iſt; deshalb erklärt ſich Herr de Chapeaurouge mit Necht III. Jahrgang.
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Bilder aus Luxemburg.
Des Specialartiſten Studien auf der Eiſenbahn.
gegen den Antrag des Abgeordneten Grumbrecht, auch die Häfen, Seetonnen und Leuchtthürme der Bundesgeſetzgebung unterzuordnen. „Ich fürchte,“ ſagte er mit treffendem Witz,„daß wenn z. B. eine Sandbank ſich verſchiebt und eine neue Tonnenlegung nöthig wird, eine geraume Zeit vergehen würde, bis zu dieſer neuen Sandbank von der Bundesgewalt der entſprechende Actenhaufen geſchrieben wäre.“— Jener lange blonde Mann mit dem ſchlichten Backenbart und der ſchlichten Geſichtsbildung, der in dieſem Augenblick ſich nach der Tribüne begibt, iſt Herr Robert Miles Sloman, einer der größten Schiffsrheder Hamburgs und vielleicht der ganzen Erde. Er plaidirt für die Freihafenſtellung der Hanſeſtädte, indem er darauf hinweiſt, daß ſelbſt in dem ſchutzzöllneriſchen Oeſterreich ſolche Frei⸗ häfen exiſtiren und in großen See⸗ und Handelsſtädten, wo das Zoll⸗ gebiet mit dem Welthandel in Verbindung tritt, überhaupt unum⸗ gänglich nothwendig und ſtets ſegensreich ſind, nämlich einen hohen Flor treiben, der nicht blos ihnen ſelbſt, ſondern ebenſoſehr der natio⸗ nalen Induſtrie zu Gute kommt. Er weiſt nach, daß wie in Geld⸗ ſachen die Gemüthlichkeit aufhört, ſo auch im Handel und Verkehr der nationale und patriotiſche Standpunkt nicht immer behaup⸗ tet werden kann.„Wir haben z. B. von Hamburg nach Norwe⸗ gen und Schweden vier Dampf⸗ ſchifffahrtsverbindungen. Sie werden vielleicht uns Hamburgern den Vorwurf machen, daß wir ſo. wenig patriotiſch ſind, nicht dafür zu ſorgen, daß die Ladungen ganz und gar aus deutſchen Producten beſtehen. Aber Sie müſſen ver⸗ ſtehen, meine Herren, wir können nicht dafür ſorgen, daß die Nor⸗ weger und Schweden nur Ge⸗ ſchmack haben für deutſche Pro⸗ ducte; wir müſſen ſenden, was ſie haben wollen, und irgend ein Beſchluß in dieſem Hauſe würde an dieſem Geſchmack auch gar nichts ändern.“ Ja, Theorie iſt eine ſchöne Sache, aber ein Centner Theorie gilt noch nicht ſo viel wie ein Quentchen Praxis; und die Abgeordneten der Hanſeſtädte ſind ganz außerordentlich praktiſche, nämlich vielerfahrene Leute, die aller Herren Länder ge⸗ ſehen und Angehörige aller Nationen in ihrem Comptoir empfan⸗ gen haben; die allerdings kein Ding„an und für ſich“ und keine Handlung„als ſolche“ zu conſtruiren verſtehen, denen indes die meiſten Dinge, wie ſie in der Natur vorkommen, durch die Hände ge⸗ gangen ſind und die die verſchiedenſten Inſtitutionen des In⸗ und Auslandes aus eigener Anſchauung kennen. Herr Moritz Wiggers hat ſo eben bis zur Evidenz bewieſen, daß es eine Unmöglichkeit ſei, in den Hanſeſtädten ein Entrepot für die zollvereinsländiſchen Waaren herzuſtellen; und Herr Conſul Meier aus Bremen entgegnet ihm artig: es thue ihm leid, dieſen ſchönen Beweis nicht anerkennen zu können, aber in ſeiner Vaterſtadt beſtehe ein ſolches Entre⸗ pot bereits ſeit 12 Jahren. Desgleichen hat Herr Grumbrecht behauptet, daß die Herſtellung von Schifffahrtsanſtalten in allen Staaten des Auslandes Sache der Regierung ſei; Herr Meier be⸗ richtigt ihn thatſächlich, daß dieſes z. B. in England nicht ſtatthabe: die Leuchtthürme am Meere ſind dort einer Corporation, dem Trinity House überwieſen, die Docks von Liverpool ſind Privatunterneh⸗ mungen, die großartige Correction der Clyde, wie es keine andere gibt, iſt gleichfalls aus Privatmitteln hergeſtellt ꝛc. ꝛc. Herr Meier iſt ein großer, proportionirter Mann, der, wie ſchon erwähnt, neben Baron von Rothſchild ſitzt; ſein Haupt iſt glänzend kahl, nur hinten herum zieht ſich ein Kranz von graudunklen Haaren, aber das von einem ſchneeweißen Backenbart eingerahmte längliche Geſicht ſtrahlt ſo wetterfriſch wie das eines Seemanns, die blauen Augen leuchten klar und ſcharf und der gewöhnlich halbgeöffnete Mund läßt eine Doppelreihe weißer Zähne ſehen und verleiht der Phyſiognomie einen 32


