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und Zangen den Dachs herauszuziehen, wenden wir nun ein viel menſchlicheres, doch eben ſo ſicheres Mittel an, den Inſaſſen zu er⸗ beuten: wir verhalten uns ganz ſtille und laſſen das nach dem Lichten der offenen Röhre dringende Thier zum Vorſchein kommen, um es durch einen Schuß auf den Kopf raſch zu tödten.
Wohl iſt der heutige Gegner Bergmanns ein Graubart, der zweifelsohne ſchon manchem Kampfe entgangen, vielleicht einer von den erfahrenen Minirern, welche wie Spukgeiſter ſich vor weniger tapfern Gegnern als Bergmann„verklüften“ oder„verſetzen“, wie der Waidmann das Sich⸗Verſcharren des Dachſes in der Erde nennt. Doch dem ſei, wie ihm wolle, er iſt der Bravour und Einſicht unſeres Capital⸗Dächſels heute unterlegen. Ja! dein rieſenthätiger Muth, trefflicher Bergmann, hat ſich heute ebenſo glänzend bewährt, wie einſt deine herkuliſche Arbeit dich aus dem Schutt befreite, als dich Meiſter Grimmbart überrollt und in einer Sackröhre durch Verklüften eine Nacht hindurch von der Welt und deinen Freunden abgeſchnitten hatte. Ich darf es bekennen, du biſt derſelbe, den ich einſt meinen Bergmann nannte, und deſſen irdiſchen Reſten nun ein Grabhügel von Steinen auf waldiger Höhe bei Dernbach im ehemaligen heſſi⸗ ſchen Hinterlande geſetzt iſt. Dort ruhſt du im Frieden des Tummel⸗ platzes deiner Thaten, des rauſchenden Waldes, und Fuchs und Dachs wechſeln unbehindert hart an deiner Stätte vorbei, wie ſie es nimmer bei deinen Lebzeiten gewagt haben würden.
Ehe ich dem Schatten dieſes Vortrefflichen ganz vorübergehe, geſchehe ſeiner äußeren Erſcheinung ſowohl wie einiger ſeiner Eigen⸗ thümlichkeiten noch Erwähnung.
Er war kein reiner Dachshund, ſondern ſtammte väterlicherſeits von einem Pommer⸗ oder Bauernhunde ab. Sein Aeußeres trug faſt ganz die Merkzeichen des Dächſels: auf krummen, gelblichen Gnomenläufen ſaß ein ſtarker, derber Rumpf mit der gekrümmten Ruthe des Pommers und mit dichtem, ſchwarzem Haare bedeckt. Aus den großen, etwas vortretenden Augen unter den gelben Punkten und zwiſchen den gleichfarbigen Backen blickte der Schalk, auch hatte ſein ganzes Weſen neben viel veße und Beſonnenheit etwas Drolliges. So entfaltete ſich bei ihm die Gewohnheit vieler Dachs⸗ hunde, zeitweilig abwechſelnd auf einem Hinterlaufe freiwillig zu hinken, äußerſt komiſch, indem der ſtarke Ueberbau ſeines Hinterkör⸗ pers hierdurch ſeitlich hin- und herſchwankte und der Gang des Hundes von weitem dem einer watſchelnden Ente glich. Ein hervor⸗ tretender Charakterzug war bei aller ſonſtiger Dächſelnatur eine vom Vater ererbte rührende Anhänglichkeit an ſeinen Herrn. Dieſe half ihm denn auch manch Schwieriges vollbringen, wozu die vollkommen appellloſe Natur des reinen Dachshundes nie fähig geweſen wäre.
Ich brauchte den Hund viel zur Dachs⸗ und Fuchshatze in Bauen, wobei er Vorzügliches leiſtete. Unter ſeinen Jagden ragt beſonders die hervor, daß er an einem Herbſttage einſtmals vor einer hieſigen Jagdgeſellſchaft vier Dächſe in Einem Baue verbellte, welche nach und nach vor dem Hunde gegraben wurden. Ein Jagen über der Erde auf Haſen und anderes Wild in Treiben, wobei die meiſten reinen Dachshunde ſehr gebräuchlich, behagte ihm nie; er blieb lieber
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bei ſeinem Herrn ruhig wie ein Hühnerhund ſitzen, oder wenn er je⸗ mals beim Treiben jagte, geſchah es gewiß auf der Spur Monſieur Reineckes, ganz abgetrennt von der übrigen Jagd. Er behauptete viel Selbſtändigkeit. Die intereſſanteſten und ergiebigſten Jagden lieferte der Hund bei der Nachtſuche. Iltis und Dachs ſuchte er ſehr gerne und gewöhnlich mit großer Beharrlichkeit auf. Seine Gefähr⸗ tin Bella, eine Hühnerhündin, leiſtete ihm dabei die beſten Dienſte. Da er ein ſchlechter Läufer, aber ein um ſo untrüglicherer Finder war, ſo fiel ihm häufig die Ehre des Suchens und Ausmachens, ſeiner Freundin hingegen das„Raumen“ oder Einholen und das 4 Verbellen des Raubzeugs zu.
Komiſch war der Anblick, wenn ſich vor ihm ein Iltis in einen Waſſercanal u. dgl. geflüchtet hatte. Mit ſtarkem Laut rief er Ge⸗ fährtin und Herrn zu Hilfe. Ließ ſich der verborgene Iltis nun nicht mit Stock oder Stange aus dem Verſteck hervorſtoßen, ſo mußte wohl oder übel Herr Bergmann das Geſchäft des Austreibens verrichten. Mit ſaurer Miene, zögernd und knurrend, ging er an die unwillkom⸗ mene Waſſertaufe. Seine ungemeine Folgſamkeit und ſein Jagdeifer halfen ihm aber den Widerwillen gegen das Eiswaſſerbad beſiegen. Und, einmal in der Patſche, ließ er ſeinen gewaltigen Aerger an dem 1 Verſteckten aus, der, wenn nicht von dem Unwilligen ſofort gepackt, alsbald aus irgend einer Oeffnung herausfuhr, um den Fängen der wachthabenden Bella zu verfallen. Bei dieſen häufigen Campagnen freilich conſervirte ſich der Treffliche nicht ſonderlich, und ſeine Nienen und Bewegungen gaben ihm das Ausſehen eines Invaliden im Dienſte Dianens. So kam es auch, daß der noch nicht achtjährige Hund in einem Frühjahre plötzlich ſchwer erkrankte und ſeinem Ende nahe ſchien. Aber ſelbſt in dieſer kritiſchen Lage ſollte an dem Hunde die Komik nicht fehlen. Zur Heilung war ihm ein mehrſeitig draſtiſches Mittel verordnet, das, in verhältnißmäßig ſtarken Doſen eingegeben, alsbald denn auch ſeine entſchiedenen Wirkungen nicht verfehlte. Dieſe kamen nun aber in allen möglichen Formen von Expectoratio⸗ nen zu Tage, ſo daß Freund Bergmann unter einem wahren Tanz
auf Leben und Tod in Verrichtungen der lächerlichſten Art auf dem Hofe herumgetrieben wurde. Aber— ſei es nun durch das Mittel oder auf Grund ſeiner guten, derben Natur— Bergmann ging als vollkommen geneſen aus dieſer Radicalcur hervor und lag in wahrer Glorie noch vier Jahre dem edlen Waidwerke ob. Hatte er auch in den Schlachten gegen Dachs, Fuchs, Iltis und Marder allmählich beinahe alle ſeine Schneid⸗, einen Fangzahn und eines ſeiner Augen verloren, ſo bewahrte er doch den ihm angeborenen Muth und ſeine Brauchbarkeit bis an ſein Ende. Manche Dachsſchwarte, die nun vielleicht das Kummet eines Frachtfuhren⸗Handpferdes ziert, verdankt ihren Ehrenplatz der vortrefflichen Spürnaſe Bergmanns; mancher zarte Hals und viele weiche Damenhände erwärmen ſich in den Iltis⸗ und Marderpelzchen, welche urſprünglich Jagdtrophäen unſeres Hundes waren, und wie viele Fuchsbälge ſind durch die Künſte des Meiſters in und über der Erde auf den Leipziger Pelzwaarenmarkt gewandert, um von dort aus ingleichen das Werk der Erwärmung
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an kalten und lauen Weltherzen zu verſuchen..
Reichstagsbilder aus der Vogelſchau.
Von Otto Glagau.
IX.(Schluß.)
Die Reichstagsboten haben Berlin verlaſſen und ſind an den heimatlichen Herd zurückgekehrt, wo ſie ihren Frauen und Kindern von der großen Stadt und ihren parlamentariſchen Erlebniſſen er⸗ zählen; oder ſie tagen zum großen Theil wieder in den verſchiedenen Kammern der verbündeten Staaten, um hier dem Verfaſſungswerke des norddeutſchen Bundes das letzte Siegel aufzudrücken. Aber es wäre ebenſo unvollſtändig wie unbillig, dieſe Skizzen zu ſchließen, ohne noch nachträglich eine Reihe von Perſönlichkeiten vorzuführen, die aus dieſem oder jenem Grunde, mit größerem oder geringerem Rechte zu den genannteſten und bekannteſten Mitgliedern des nun⸗ mehr geſchloſſenen Reichstags gehörten; zumal viele von ihnen auf jenen Landtagen bereits wieder auftauchen. Freillich entſpricht die wirkliche Bedeutung und der poſitive Werth eines Mannes nicht immer der Verbreitung ſeines Namens: Frau Fama iſt wie Mamſell
Fortuna eine launiſche Dame, die ſich ihre Günſtlinge auch unt Einäugigen und Blinden wählt. Es iſt— auf Journaliſtenparo le! — keine gehäſſige Anſpielung, es geſchieht ganz zufällig, daß wie mit der Linken anfangen, gegen welche jenes Gleichniß anwenden wollen wir hiermit feierliche Verwahrung einlegen. Es gibt Leute, an denen nichts fürchterlich iſt, als ihr Na und ihr Ruf; die aber, ſobald man ſie endlich ſelber ſieht und h unſere Furcht und unſern Schrecken vollſtändig zu Schanden mach Kann es einen fürchterlicheren Namen geben als den des Ro
Becker; denkt man da nicht unwillkürlich an einen lichterloh b nenden Demagogen mit ellenlangem Bart und blutdürſtigen Mien an einen Unhold, der, ſobald er den Mund öffnet, Feuer und Schu ſpuckt? Und doch iſt Dr. Becker aus Dortmund ein Mann, d Aeußeres und Weſen uns ſchon beim erſten Anblick ſo viel Vertr einflößt, daß wir es ohne Bedenken und zu jeder Stunde wan wollen, mit ihm einen Scat zu machen oder ein Paar Flaſchen R
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