Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
503
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und ſtill ziehen Jäger und Hunde waldein. Jetzt ſind ſie an einem Berghange angekommen. Still wird die Windrichtung an der Beugung der Baumkronen längs des Hanges geprüft, und ſchweigend ſetzt ſich der kleine Zug bergan wieder in Bewegung. Ein Buchenſtangenort empfängt die Aufſteigenden, deren Schritte ſich nun behutſam einer alten Eiche nähern. Eine lichtere Stelle mit Hollunder⸗, Faul⸗, Mehl⸗ und Vogelbeerſträuchern, ſowie friſche Erdhügel vor den Röhren, welche der WaidmannAusführungen nennt, zeigen die Herberge des Lumpacivagabundus unter unſern Waldthieren an. Sachte hat man ſich zur Seite des Bauesunter dem Winde angeſtellt, und Berg⸗ mann, von der Leinegelöſt, geht bedächtig zur erſten Röhre heran. Langſam prüft er eine Röhre um die andere. Die erſte verſpricht nichts, die zweite nicht viel mehr. Nun revidirt die Hängnaſe ringsum den Eingang einer Hauptröhre: allmählich ſinkt der Kopf tiefer mit dem langſam nachziehenden Leib noch einen Augenblick bleibt die Ruthe ſichtbar, und im nächſten iſt Bergmann eingekrochen. Eine erwartungsvolle Pauſe entſteht, während welcher

Waldfritz, auf den Boden hingeſtreckt, in den Bau hinabhorcht auf

das allfällige Lautgeben Bergmanns oder etwa ein Gepolter, das un⸗ ttrügliche Zeichen eines Rencontres zwiſchen Reinecke und ihm. Plötz⸗ llich zeigt die lebhafte Bewegung der Augen und das Mienenſpiel des Waldbruders, deſſen ganzes Sein gleichſam mit dem Dächſel unter der Erde iſt, an, daß drunten etwas Wichtiges vorgeht; nun ſucht ſſein Auge den Blick des den Bau beherrſchenden, zum Schuſſe fer⸗ bigen Jägers, welcher, die phyſiognomiſchen Telegraphenzeichen des Waldfritz wohl merkend, ſeine Aufmerkſamkeit verdoppelt. Wie der Wind droben in den Baumkronen, ſo fährt urplötzlich ein Fuchs zu einer Röhre thalwärts heraus. Im nächſten Augenblicke ſchlägt er,

vom Hagel des ſicheren Rohrs erreicht, das Rad eine Strecke den Berg

winab und rührt ſich nicht mehr. Aber Waldfritz wankt und weicht

icht vom Boden. Sein Indianerohr hat mitten durch die rauſchende,

obende Muſik des Waldes weitere Kundſchaft von unten erhalten. Reue Jagdausſichten dämmern auf: Bergmann iſt wiederholt laut, end darauf baut Waldfritz tannenhohe Häuſer. Solch feſter Glauben fndet denn auch in einigen Minuten ſeinen Lohn, denn ein zweiter

(uchs diesmal ein recht alter Gauner fährt ins Lichte. Aber

wotzdem, daß er die äußerſte Röhre des Baues zum Salviren gewählt,

fihrt der Spitzbube alsbald auf den Schuß zuſammen und endet mit

imer hohen Schwenkung der Lunte ſeine Vagabundenlaufbahn.

Der EteCaro behauptet bei dieſem allem bildſäulenartig ſeinen Poſten, t weiß, daß er bloß zum Faſſen eines Langſchwanzes da iſt, der etwa oigeſchoſſen werden ſollte, und überläßt den Kriegsplatz geduldig dem Dächſel. Dieſer kommt denn auch kurz nach dem Schuſſe auf der ſuchsſpur aus dem Bau und kühlt ſogleich ſeinen Muth durch kräf⸗ hges Schütteln und Zerren an dem erlegten Erzfeinde, wobei wir emen neuen Zug der Klugheit des Hundes zu beobachten Gelegenheit heben: er horcht nach weidlichem Beißen aufmerkſam mit ſchiefge⸗ nügtem Kopfe hart an den Rippen ſeines Widerſachers nach dem etwa nich regem Herzſchlage und läßt Reinecke, von ihm alsverendet erfannt, ruhig liegen. Kein Zuſpruch bringt den Hund mehr in den Buu, ein ſicheres Zeichen, daß er nach Waldfritzgefegt iſt.

Das iſt ein Stück von den Thaten Bergmanns auf den Fuchs, ije ihm aber manchmal ſchon ungleich ſchwerere Arbeit verurſacht ia, als bei dieſer leichten, luſtigen Jagd. Seine Ehrenzeichen an Hchang und Naſe ſagen es, wie heiß ihm zu Zeiten ein im Winkel cher in der Tiefe des Baues feſtſteckender alter Langſchwanz gemacht und nie ihm erſt durchEinſchläge(Löcher), durch Schippe und Hacke von oben herab zu Hilfe gekommen werden mußte. Aber um der Wahrheit die Ehre zu geben und das Verdienſt des tapfern, unver⸗ wüſtlichen Bergmann nicht zu ſchmälern, ſo dürfen wir nicht ver⸗ ſcweigen, daß die Hilfe von oben gar manchmal nicht nöthig geweſen ſ da der unerſchütterliche Muth und die ausdauernde Kraft in dem Koholde ſich allein ſchon den Sieg über Meiſter Reinecke verſchaffte. Kicht ſelten beförderte die Zange den von Bergmann erwürgten Feind aus der Röhre in den Einſchlag zu Tage.

Aber ungleich größere Thaten zu melden, ſtehen noch zurück. ben den wüſten Schlachten mit Meiſter Grimmbart, dem Dachſe, ſem mürriſchen Einſiedler von mindeſtens der doppelten Stärke un⸗ ſere Hundes, dem Berggeiſte, der unter dem böſen Wetter ſeines urummens und Trommelns mit zwiefachen Waffen der ſcharfen zzranken und der wüſten Fänge gegen unſeren einfach zähnebewehrten Fſanpen die unterirdiſche Fehde aufnimmt und hartnäckig⸗zähe beſteht

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von dieſer Herkulesarbeit unſeres Miniaturhelden ſei nun leb⸗ hafte Kunde.

Der ſtille, klare October mit dem ſonnenverklärten Laube des Waldes und den ſilberbereiften, über Stoppeln und Haide hingeſpon⸗ nenen Sommerfäden bringt dem Jäger unter den fröhlichen Herbſt⸗ jagden auch die intereſſante auf den geheimnißvollen Dachs. Zu dieſer Zeit ſteht er in dem Höhepunkte ſeiner Körperpflege; er keucht unter der Laſt ſeines von Larven und Würmern, von Wildobſt, Beeren, Zwetſchen und Trauben gemäſteten Wanſtes, wie weiland Sir John Fallſtaff, und gibt ſich ſo bei ſeinem Ein⸗ und Ausgang auf der Burg dem geübten Jägerohre ſchon von weitem kund. Aber auch an dem ſtarken Ausführen vor den Röhren ſeines Baues ver⸗ räth er dem Waidmannsauge ſeine Gegenwart. Einen ſolchengang⸗ baren Hauptbau ſucht man nun im Herbſte auf undzeichnet oder verreiſert ihn am Morgen vor der Nacht, in welcher man den erſten Kriegszug gegen den Minirer der Berghalden unternehmen will, um ihn von dieſer ſicheren und ſchwer zu grabenden Zufluchts⸗ ſtätte abzuſchneiden, oder ihn auf waidmänniſchauszufeuern. Das Zeichnen des Baues geſchieht, indem feine Reiſer oder ſtarke Grashalme in den Ausgang der gangbarſten Röhren kreuzweis ge⸗ ſtellt werden. Etwa um Mitternacht beſucht man in aller Stille den Bau und ſieht nach, ob die Zeichen umgeworfen ſind. Liegen ſie vor den Röhren, dann iſt es ein Merkmal, daß der Dachs ſie bei ſeinem Ausgange aus dem Bau umgeſtoßen und eine Strecke mit ſeinem Körper vor die Röhre genommen. Nun wird ein luſtiges Feuer auf der Dachsburg angefacht, und die Jagdgeſellſchaft poſtirt ſich im Kreiſe, es bei lebhaften Jagdabenteuererzählungen bis zum Morgen unterhaltend. Hierdurch wird der nach dem Bau kehrende Dachs verſcheucht und in der Regel genöthigt, ſich in einen ſogenannten Nothbau oder eine Fluchtröhre zuſtecken.

Wir ſtehen vor einem ſolchen Bau mit einer Rotte tüchtiger Waldleute mit Hacken, Schaufeln und Schippen unter Führung des unentbehrlichen Waldfritz. Beugmann iſt eben nach einer kurzen Revi⸗ ſion aus dem Bau gekommen, um nach alter gewohnter Manier vieler Trefflichen ſeiner Art, einem praktiſchen Dächſelbedürfniſſe Genüge zu leiſten und ſogleich wieder in die Erde zu kriechen. Nicht lange, ſo gibt er im Bau vor dem Dachs fortwährendlaut aus. Wir horchen an verſchiedenen Stellen des Bodens, zu erkunden, woher der Laut des Hundes und das Gepolter ertönt, das Dachs und Hund bei ihrem gegenſeitigen Kampfe verurſachen. Bald iſt die vermeintliche Stelle gefunden und durch Vereinbarung im Jagdrathe bezeichnet, an welcher mit dem erſten Einſchlagen begonnen und ſo lange mit dem⸗ ſelben in die Tiefe gearbeitet wird, bis man der Röhre nahe iſt. Nun beginnt der Moment für den Spürer Waldfritz. Der liegt ſchon im Einſchlag, an deſſen Wänden und Boden, auf das Treiben in der Erde aufmerkſam horchend. Die Richtung des Einſchlags wird nach ſeinen Unterſuchungen als verfehlt erklärt, und mit Be⸗ ſtimmtheit bezeichnet er den Arbeitern nun die Stelle für den zweiten Einſchlag. Diesmal haben ihn ſeine ſcharfen Waldmannsſinne nicht betrogen: jeder Hackenhieb und Schippenſtich bringt uns der Jagd näher. Deutlich hören wir ſchon das zeitweilige Poltern, Trommeln und Brummen des Dachſes, zuweilen auch Bergmann ſich beklagen, wenn ihm ein derber Fang oder eine Ohrfeige von den Branken des Wüthenden wird, doch immer wieder aufs neue unſern Tapferen laut vorliegen. Nun endlich iſt ſein Laut deutlich vernehmlich, denn der letzte Hackenſchlag hat die Wand der Röhre getroffen, und ein kleines Loch in derſelben verbindet uns ſofort mit den Thieren im Bau. Aber kaum iſt das letzte Gebröckel Erde in die Röhre hinunter⸗ gerollt, ſo entſteht ein wüthender Angriff des Dachſes auf den Hund. Heulend fährt derſelbe zurück: er iſt hartgeſchlagen und darauf ſtark gepackt vom Grimmen, der einen ſeiner Gewaltacte, einen Aus⸗ fall aus ſeinem abgeſchnittenen Winkel, ausgeführt hat, um durch Ueberrollung(Ueberrennen) des Hundes eine gerade, neben der Röhre am Einſchlag einmündende Verzweigung zu gewinnen. Doch unſer Bergmann zeigt ſich hier in ſeiner ganzen Heldengröße. Wohl bis zum Knotenpunkt der Verzweigung beim Andrang des Dachſes zurückgewichen, hält er allen erneuten Schlägen des Unholds weidlich Stand, bis er ſeinen Heroismus gekrönt findet in deſſen Rückzug. Raſch hat die Hand ſeines Freundes Waldfritz ihn dem gefährlichen Laufgraben entrückt und ins Freie über den Einſchlag hinaus pflegenden Händen übergeben; eben ſo ſchnell iſt aber auch die Seitenröhre verſtopft. Statt der grauſamen Methode, mittelſt Haken