Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
502
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Gut! alſo die Familie will nach( aunechn.

Ja und da niemand in Cioitaveechia bleibt, ſo iſt mit Gewißheit anzunehmen, daß ſie ſich von dort nach Rom begibt.

Kennt Ihr den Zweck?

Ja! Fräuleine Clelia ſoll, wie öffentlich geſagt wurde, ihre Erziehung, welche ſie in der Schweiz begonnen, in einem Kloſter in Rom vollenden, oder andern Worten: ſie ſoll als Novize in ein Kloſter treten und da man in unſerem Lande, nach unſeren Ge⸗ ſetzen niemanden dazu zwingen kann, ſo ſchafft man ſie nach Rom, wo ſolches mit Leichtigkeit geſchehen kann.

Wißt Ihr, wer das alles ſo beſtimmt hat?

Officiell der Obriſt, der Vormund des Fräuleins, der auch ein unbeſtreitbares Recht dazu hat.... aber wie Sie wiſſen, iſt der Obriſt nur eine Null! der Cavalier beſtimmt alles und beſtimmt es allein!

Was weiß die Mutter des Cavaliere davon?

Darüber kann ich Ihnen nichts Beſtimmtes ſagen, Signore aber ich glaube, daß auch ſie blindlings ihrem Sohne folgt!

Ich ſann einen Augenblick nach und mein vorgefaßter Plan entwickelte ſich mehr und mehr in meinem Geiſte!

Ruft Geronimo! ſagte ich.

Beppo gehorchte, und der dicke Barchettaiolo trat ein. zahlte ihm reichlich den genoſſenen Wein.

Wie viel Kähne habt Ihr, Geronimo? fragte ich.

Zwei, Signore.*

Sind dieſelben heute frei?Leider Gottes, Signore!

Nun, ſo geht zum Hafen und gebt Euren Leuten Befehl, daß von jetzt an dieſe beiden Kähne im Hafen zu meiner Verfügung liegen bleiben. Hier iſt Geld.

Zu Befehl, Signore!

Und jetzt ſagt mir hat Euer Haus nicht noch einen zweiten Ausgang?Nein, Signore.

Schade! doch laſſen wir das! eine Zeit Euer Haus anvertrauen?

Ich be⸗

Ich denke mir, Ihr könnt uns

Hundecharaktere.

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O, ſo lange wie Sie wollen!

Gut, ſo geht nach dem Hafen und ſagt Euren Leuten Beſcheid ſagt ihnen, daß der, welcher ihnen bei ſeinem Erſcheinen einen Fünffrankenthaler und einen Kupferſoldi zeigen wird, derjenige ſei, der über die Boote zu beſtimmen habe.

Sehr wohl, Signore ich gehe und...

Die Thüre, welche ſich öffnete, unterbrach ihn ein junges Mädchen trat ein und blieb erſtaunt ſtehen, als ſie die Fremden erblickte.*

Meine Tochter Annunziata! ſagte Geronimo, indem er dem Mädchen ein Zeichen gab, ſich zu entfernen.

O ſie kann im Hauſe bleiben ſagte ichſie incommo⸗ dirt nicht im geringſten!

Zufälligerweiſe fiel mein Blick auf Beppo er ſah mich mit leuchtenden Augen an; es ſchien, als wenn in ſeinem Geiſte ein ihm neues Gefühl hauſe es ſchien, als wenn es ihm unbegreifbar wäre, daß er nicht begriffe, was ich eigentlich vorhabe!

Geronimo entfernte ſich mit ſeiner Tochter ich ſah nach der Uhr, es war halb zwei.

Und nun, Signor Beppo Mangini, ſagte ichjetzt wollen wir beide mit einander reden; ich will prüfen, ob Eure Geſchicklich⸗ keit wirklich ſo groß iſt, als ich es glaube, und ob Euer Aufenthalt beim Theater Euch wirklich etwas genutzt hat?

Er ſah mich ſcharf an.

Signore, ſagte eres war ein glücklicher Gedanke von Ihnen, die Annunziata hier im Hauſe zu behalten.

Wie ſo? fragte ich erſtaunt.

Nun!... Sie werden ſchon wiſſen, wie ſo... ſie iſt kaum einen Zoll größer als die Signorina Clelia.

Ich wich einen Schritt vor Ueberraſchung zurück... daran hatte ich wahrhaftig noch nicht gedacht.

T (Fortſetzung folgt.) *

Von Oberförſter Adolf Müller.

III. Der Dachshund.

Dieſer Gnome unter den Hunden verbindet mit ſeiner auffallen⸗

den, verwachſenen Zwergnatur ebenſo hervortretende geiſtige Aus⸗ prägungen. Man ſollte meinen, die Natur hätte in dieſen Bündel eine wahre Fundgrube von Widerſprüchen gelegt. Bei einer Höhe von oft nicht einmal acht Zollen entwickelt ſich meiſt ein ſchwarzes, braunes oder rothgelbes Thier mit Extremitäten von der letzteren Färbung, bei einer unverhältnißmäßigen Länge von anderthalb bis zwei Fuß. Dieſer geſtreckte, fiſchotterähnliche Leib ruht nun auf wahren Koboldsbeinen, oft ſchief und krumm nach mehreren Richtun⸗ gen hin und obendrein noch häufig mit abſtehenden Ellenbogen. Die reinen und geſunden Racen hingegen zeigen nur in den Vorderläufen zwei Krümmungen: die erſte von den Oberſchenkeln abwärts bis zu den Knieen, welche nach innen geht, ſo daß ſich die letzteren mehr oder weniger ſtark nähern, und die zweite von den Knieen abwärts nach außen bis zu den Pfoten herab. Es bildet ſich auf dieſe Weiſe eine bogenförmige Stellung der Vorderläufe, die, von vorn betrachtet, einem lateiniſchen X nicht unähnlich. Das hintere Paar der Läufe iſt zwar gekrümmt, zeigt aber im Vergleich mit den entſprechenden Gliedmaßen anderer gutgewachſener Hunderacen nicht minder eine eigenthümliche Bildung. Bei zwar muskulöſen, aber merklich kurzen Schenkeln erſcheinen unverhältnißmäßig lange, in den Knieen hakige Heeſen, welche mit den erſteren beinahe einen rechten Winkel bilden. Man denke ſich auf dieſem bizarren Untergeſtell, bei dem derben mus⸗ kelkräftigen, vorn niedriger als hinten ſtehenden Leib, an gewöhnlich ebenmäßig ſtarkem Halſe einen großen, ſtarkbehangenen, ausdrucks⸗ vollen Kopf ſitzen, der zuweilen manchem größeren Hunde noch recht gut anſtände; eine dünne, ziemlich gerade und lange Ruthe, ſowie endlich das herrlichſte Gebiß in weit ſich öffnenden ſtarken Kinnladen; ſo präſentirt ſich uns eine komiſche und doch wieder gewiſſermaßen imponirende Thiererſcheinung, deren Laſter und Tugenden wir nun näher betrachten wollen.

Es iſt Spätherbſt. Ein recht wüſter, ſtürmiſcher Novembertag hat das noch ſpärlich vorhandene vergilbte Laub des Waldes völlig zur Erde geweht und nach alten waidmänniſchen Erfahrungen Meiſter Reinecke in die Burg Malepartus getrieben. Es iſt, als wüßte das der von den langen Jagdferien des Sommers her fett gewordene DächſelBergmann. Jetzt gähnt er nicht vor langer Weile auf dem Miſte dem lieben langen Nachmittag entgegen, keine Mücken zum Zeitvertreib in der Luft, ſucht nirgends Krakehl, weder mit der verhaßten Katzenſippſchaft im Umkreiſe, noch mit Hun⸗ den, mit denen er auf beſtändigem Kriegsfuße lebt, von Nachbars Pinſcher an bis zum Fleiſcherhunde hinauf, welch letzteren er bei den Raufereien, auf den Rücken ſich werfend, oft hinterliſtig in die empfindlichſten Theile beißt und ſo nicht ſelten die Krone der Straßen⸗ balgerei erntet. Das alles kümmert ihn heute eben ſo wenig, als die vorbeilaufenden Schweine, denen er ſonſt aus dem Thorwege heraus

malitiös in die Beine fährt und obendrein noch mit dem Hunde des Schweinehirten anbindet; nein! alle dieſe Unarten läßt er heute,

denn ganz andere Gedanken beſchäftigen jetzt ſeinen aufgeweckten Dächſelkopf. Meiſter Bergmann ſteht ſchon eine Weile vor der Thür des Arbeitszimmers ſeines Herrn. Eben lüftet er etwas den langen,

von Dachs und Fuchs zerfetzten Behang, neigt den Kopf mit der in⸗

gleichen übel mitgenommenen Rammsnaſe zur Seite, aufmerkſam an der Stubenthürritze horchend. Er hat das Knarren der Glasthür am

Gewehrſchranke drinnen gehört, und nun gibt ſich das Feuer ſeiner Seele in einem klangvollen, mächtigen Laut zu erkennen, der zeigt, welcher Rieſe in dem Zwerge wohnt. Da öffnet ſich von innen die ſowie mit obli⸗

Thüre, und mit Lauten, die vor Freude überſchnappen, 4 gaten Sprüngen wird der Herr begrüßt, der, zur Jagd gerüſtet, nun mit Bergmann an der Leine zu Holz zieht. 36 Heut iſt's brav laut im Walde und der Langſchwanz ſteckt im Bau! Mit dieſen Worten begrüßt den Jäger der am Wege mit dem Hühnerhunde harrendeWaldfritz. Bald iſt das Holz erreicht,

*

ſchnappt auch⸗

3

und ſtill hehen 1 Berghange ang da Baumlron der lleine Jug anpfängtdied üiche näͤhern

oegelerrſräuc

der Waddmann Lanpacirogäbun

ſich zur Siit d mann, vun de⸗

Langſau priſt nicts, die zwe tingzum den E eyf tieſet mit Augmblik bleib Waagetochen. G Wanfri, auf das allfälige d maigliche Zeiche l zeigt die le Waldbruders,p Erde iſt, an, da ſein Auge den. igen Jägers, f Wuabfiit vohl Wind droben in b einer Röhre thal om Hagel des Rnab und rüh⸗ cht vom Bode lobende Muſtt RNeue Jagdausf und darauf ba⸗ frdet denn auc

ſuc diesm