enenen us und Werke reichen, uf den
n allen
Lächeln
eburts⸗ Geſichte Unſer ſen der Segen drt— ing und hte eine genannt ahrhaft en von rbaut es Neander nit ſage aber be⸗ unſer beanders
ich ver⸗ ehaglich
zocoige aus, als
bin ſtolz nit Hilfe nur ſo
rs Hin⸗ d unter⸗
tverfaſſer ,4 brach
bin ſtolz tiger, der „Hann⸗ ruder ihr ege wid⸗ Schreiber iben kann anders ſo vollſtem ſterbliche
jteen die wie herz⸗
ender ge⸗ zig.— . be
aaju Stu
— werden unten die Fackeln aaufſprüht!
bald:„Einer nach dem andern!“
ſpricht ihnen— ſeinen,
Norwegers Henrich Steffens, des milden deutſchen Philoſophen, des liebenswürdigen, geiſt⸗ und gemüthvollen Dichters der„vier Nor⸗ wege“ und„Walſeth und Leith“, den Neander durch Schelling kennen und lieben lernte, ſchlummert längſt auf dem Dreifaltigkeitskirchhofe bei Schleiermacher und Marheineke.
Aber kein Scheiden iſt Neander wohl ſo ſchwer geworden, wie das von ſeinem früh verklärten Schüler und Freunde Hermann Roſſel, der in durchgeiſteter Schönheit und durch ſeinen ſpeculativen und poetiſchen Geiſt, durch die Glut der Begeiſterung und klarſte Beſonnen⸗ heit, durch ſchneidende Schärfe des Verſtandes und tiefe Innigkeit des Gemüthes königlich über alle Mitſtudirende hinausragte—— und vor vier Jahren für dieſe Welt von dem Herzen des Meiſters abberufen wurde. Inbrünſtig hatte Neander gehofft, dieſem„prin- ceps juventutis“— dieſem„erſten unter den Jünglingen“—„die Fackel zu reichen, um ſie fortleuchten zu laſſen“— auf ihn hatte er alles übertragen, was ihm„die Seele ſeines Lebens“ war.... aber der trauernde Neander hat einen Troſt:„Alles kommt von Gott, und wir müſſen Ihm dafür danken!“
Hannchen Neander hat ihre untere und muntere Tiſchgeſellſchaft in ihr Zimmer geführt. Dies Zimmer iſt mit gelben Gardinen und Bezügen und tauſend wunderlichen Sächelchen, meiſtens Geſchenken von Freunden und Reiſeandenken, ebenſo bunt aufgeputzt, wie ſeine Beſitzerin. Manch Andenken an Karlsbad erzählt auch von allerlei kleinen Liſten und Aengſten beim Paſſiren der Zollgrenzen, da Hann⸗ chen einen närriſchen Stolz darin ſetzt: Erfinderin des Zollvereins zu ſein! Prächtig ragt aus dieſen Spielereien eine große weiße Marmorbüſte Auguſt Neanders hervor; ſie iſt ein Kunſtwerk Drakes und von den Studenten vor wenigen Jahren dem theuren Lehrer zum Geburtstage geſchenkt.
Einige Freundinnen Hannchens, meiſtens junge Mädchen, kommen dazu, und nun beginnt in dem gelben Zimmer ein buntes Leben: allerlei luſtige Spiele werden geſpielt, Räthſel und Gedichte improviſirt, Sprichwörter aufgeführt und im Halbdunkel die ſchauer⸗ lichſten Spuk- und Geſpenſtergeſchichten erzählt— und das kleine alte Hannchen iſt der luſtigſte Puls dieſes munteren Treibens.
Plötzlich glüht von der Straße herauf ein flackerndes rothes Licht und wohl hundert junge friſche Stimmen ſingen:„Der Herr iſt mein Hirte, mir wiro nichts mangeln!“— und ſo fort den ganzen 23. Pſalm.
Das ſind die Studenten, die dem geliebteſten Lehrer— wie alljährlich an ſeinem Geburtstage— ein Fackelſtändchen und be⸗ geiſtertes Hoch darbringen.
Eine Studentendeputation tritt ins Zimmer, ihrem Neander den Glückwunſch der ſtudirenden Jugend auszuſprechen und beſonders dafür zu danken, daß er trotz ſeines dreijährigen ſchmerzhaften Augen⸗ leidens mit größter Selbſtverleugnung ſeine Vorleſungen ununter⸗ brochen gehalten hat. In früheren Jahren brachten die Studenten ihrem lieben„Kirchenvater“ gewöhnlich werthvolle Kirchenväter als Geburtstagsgabe— in letzter Zeit hat Neander ſich ſolche Geſchenke herzlich dankend verbeten. Die Studenten haben aber doch unter ſich geſammelt und bitten Neander jetzt, den reichen Ertrag für ſeinen akademiſchen Krankenverein anzunehmen.
Tief bewegt, die Hände gefaltet, das Auge feucht ſchimmernd, ſteht Neander da. In früheren Jahren hat er ſeinen Dank zu den unten weilenden Studenten in längerer Rede aus dem Fenſter ge⸗ ſprochen, wegen ſeines Augenleidens muß er jetzt darauf verzichten. „Aber ich muß meinen jungen Freunden doch danken— bitten Sie alle herauf— alle!“ ſagt er zu der Deputation.— Hannchen muſtert wohl den beſchränkten Raum und die dünnen Schlachtreihen
ihrer Theetaſſen und Butterbrote etwas beſorgt, aber ſie tröſtet ſich
Unter dem brauſenden:
Vivat academia, Vivant professores, etc. etc.
zuſammengeworfen, daß die Glut hoch
Die Studenten füllen die Zimmer und den Flur, und Neander theuren Commilitonen und innigſt geliebten
Freunden“ tiefgerührt und mit zitternder Stimme in ſchlichten, treu⸗ herzigen Worten ſeinen Dank— ſeine Liebe aus. Dem innigen Verkehr mit ſeinen jungen Freunden danke er es, daß ihm im alten
Herzen noch friſche Jugend blühe. ſtudirende Jugend ſein beſtes Leben,— es ſei wohl ſchön, mit den Büchern ein trautes Leben zu führen und Früchte aus ihnen zu ſammeln,— fruchtlos würde ihm aber doch dieſe Ernte erſcheinen, wenn es ihm nicht vergönnt ſei, mit den gewonnenen Früchten junge, rüſtige Arbeiter für das Ackerfeld des Herrn zu nähren... und wie innig herzlich er dann allen, allen die Hand drückt!...
Als die Studenten ſpät Abends ſcheiden, klingt es von der Straße wie ein Schlummergruß herrlich zu dem ſtillen Studirſtübchen — zu dem friedlichen Herzen Neanders hinauf:
Darum lebe er auch für die
Integer vitae scelerisque purus...
Das war der letzte Geburtstag„unſeres“ Neanders!
**
*
Am 14. Juli 1850, in der Frühe eines ſonnenhellen Sonntag⸗ morgens erwachte Auguſt Neander nicht wieder aus dem tiefen Schlummer, zu dem er am Abendo, ſeit wenigen Tagen heftig an der Brechruhr erkrankt, die Augen geſchloſſen hatte— mit den Worten: „Ich bin müde, ich will nun ſchlafen gehn, gute Nacht!“
Am 17. Juli begruben ſie ihn neben den alten grünen Gräbern der Mutter und der Schweſter Henriette draußen auf dem Jeruſalemer Kirchhofe. Krummacher ſprach am offenen Grabe über die Worte: „Wiſſet Ihr nicht, daß auf dieſen Tag ein Fürſt und Großer gefallen iſt in Israel?“
Das armoe, alte,
vereinſamte Hannchen erholte ſich nie wieder von dieſem Schlage er hatte ihr Herz getroffen, gebrochen. Mit Auguſt war der beſte Theil ihres Erdenſeins von ihr genommen. Als eine Freundin ihr zum Geburtstage Glück wünſchte, ſagte ſie: „Laſſen Sie das, ich habe keinen Geburtstag mehr, da ich kein Leben mehr habe.“
Hannchens frühere Manterkeit war für immer dahin, nur ihr treffender Witz leuchtete noch zuweilen blitzartig auf. Ihre tiefe, faſt möchten wir ſagen: Wittwentrauer um den Bruder legte ſie auch äußerlich nie wieder ab. Sie ertrug es nicht mehr in der alten, lieben, verödeten Wohnung, ſie zog näher dem Grabe des Bruders. Nie wieder betrat ſie die Linden und den Thiergarten, wo ſie ſo oft und ſo froh am Arm des Bruders gewandelt war, wo jedes Kind die „Neanderskinder“ gekannt hatte. Nie wieder ging ſie nach Karlsbad, obgleich die Aerzte es ihr verordneten— jeder Schritt in dem ſchönen Brunnenorte hätte ſie ja zu ſchmerzlich an ihren Verluſt erinnert. Ihre größte Freude war es, ihr„Wittwenſtübchen“ mit allen nur aufzutreibenden Bildern des theuren, großen Todten zu ſchmücken. Rührend war es, die kleine alte verfallene Trauergeſtalt ſtundenlang daſitzen zu ſehen, die müden, halbblinden Augen auf eine Büſte Neanders, die ſtets auf einem Tiſchchen vor ihr ſtand, gerichtet.
Bei Neanders Tode fand ſich für Hannchen nichts— als Bücher. Bruder und Schweſter hatten ja ſtets mit vollen Händen gegeben. Die Sorge ums tägliche Brot aber nahm König Friedrich Wilhelm IV. von der Schweſter Neanders, indem er ihr für ihre Lebenszeit eine reiche Penſion beſtimmte.
Die Bücher, meiſtens mit werthvollen Randbemerkungen von Neanders Hand verſehen, wanderten nach Amerika. Die mit ſo viel Liebe und Fleiß zuſammengetragene Bibliothek Auguſt Neanders ſteht im theologiſchen Seminar zu Mercersburg.— Berlin— Deutſch⸗ land— Europa hatten keinen Platz dafür. Den Erlös beſtimmte Hannchen ganz im Sinne des Verklärten: ſie ſtiftete einen Freitiſch für arme Studirende und vermachte den Reſt und ihre Erſparniſſe der von ihrem Bruder ſo innig gehegten Neanderſtiftung. Die große, ſchöne Marmorbüſte Auguſt Neanders, jenes Geburtstags⸗ geſchenk der Studenten, ſchenkte ſie der Univerſität.
Das Grab des Bruders ließ Hannchen von Drake mit einem ſchönen weißen Marmordenkmale ſchmücken; unter dem ſehr ähn⸗ lichen Reliefporträt Neanders ſtehn die wenigen Worte:
Auguſt Neander, geb. 16. Januar 1789, geſt. 14. Juli 1850.
Wir ſehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort, dann aber von Angeſicht zu Angeſicht!
Noch 4 Jahre lang ſah man Hannchens gebrochene Geſtalt, die ſchwarze Schnebbenhaube der Wittwe tief über die buſchigen, zitter n⸗ den Augenbrauen niedergezogen, faſt täglich hinaus zum Grabe des
———


