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ward ihm Gelegenheit, ſeine Kenntniſſe bei Berathung der Bundesge⸗ ſetzgebung zur Geltung zu bringen; wiewol er ſtets in den höflichſten Worten ſpricht, kann er doch in dieſe viel Schärfe, Bitterkeit und ſo⸗ gar Heftigkeit hineinlegen. So noch in einer der letzten Sitzungen, wo er gegen den Abgeordneten Rechtsanwalt Wölfel aus Lützen die ſächſiſche Rechtspflege in Schutz nahm— es handelte ſich um den bekannten Fall, die Beleidigung eines preußiſchen Soldaten auf ſeinem Poſten in Leipzig. Noch mehr erbitterte ihn der Wunſch deſſelben Abgeordneten, die preußiſche Beſatzung von Leipzig, Bautzen und dem Königſtein möge noch recht lange fortdauern. Ein einſtim⸗ miger Schrei der Entrüſtung ging durch die Reihen der Sachſen, und Herr Schwarze entgegnete mit fliegender Stimme und zitternden Händen, er hoffe, daß Herr Wölfel nicht darüber zu beſtimmen habe und im übrigen ſich als ein ſchlechter Prophet erweiſen werde. In der That war dieſe Herausforderung von Seiten des Herrn Wölfel, der ſonſt ein harmloſer blonder Mann in blondem Rock, blonder Weſte und blonder Hoſe iſt— eine durchaus ungehörige.
Eine dritte Gruppe von Sachſen bildete mit Geſinnungsgenoſſen aus Hannover und Schleswig Holſtein eine beſondere Fraction— die der Bundesſtaatlich⸗Conſtitutionellen. Es waren die Particulariſten im eigentlichen Sinne,— die, was ſie aber nicht offen auszuſprechen wagten— von dem Norddeutſchen Bunde nichts wiſſen, ſondern den weiland Deutſchen Michel wieder in die Herr⸗ ſchaft einſetzen wollten.
Zu ihnen gehörte leider auch, wenngleich etwas verſchämt und insgeheim, Dr. von Wächter, Geheimer Rath und Profeſſor der Rechte aus Leipzig. Der große Juriſt und ehemalige Präſident der würtembergiſchen Kammer zeichnet ſich durch faſt ſpießbürgerliche Schlichtheit und gemüthliche Anſpruchsloſigkeit, ſowie trotz ſeiner 70 Jahre durch jugendliche Friſche aus. Die linke Hand in der Hoſen⸗ taſche ſchreitet der kleine, hagere Mann raſch der Tribüne zu; das graue Haar iſt kurz geſchoren und noch voll, das welke, bartloſe Ge⸗ ſicht in allen Richtungen durchfurcht, aber die grauen Augen blicken hinter der dicken ſilbernen Brille ſcharf und munter umher. Die Stimme klingt etwas heiſer, weiß ſich aber eben deshalb im ganzen Saale ohne Anſtrengung geltend zu machen; die Ausſprache hat eine provinzielle Färbung; der Vortrag iſt einfach, klar und bündig. Genug das Weſen und die Reden dieſes Mannes haben keineswegs das Blaſſe und Langweilige, welches ſonſt der ganzen deutſchen Pro⸗ feſſorenzunft anhaftet, und doch iſt auch Herr von Wächter nichts weiter als ein echtdeutſcher Doctrinär und Profeſſor, was er durch ſein ſchließliches Verhalten erwieſen hat. Zu Anfang zeigte er daſſelbe Entgegenkommen wie ſeine vorhin beſprochenen Landsleute; er warnte ſogar vor Aufnahme der wieder auftauchenden„Grundrechte“ in die Verfaſſung, und er ſchien das Werk aufrichtig fördern zu wollen; aber allmählich wich er gegen die Vorlage immer weiter zurück und ſuchte ſeine ablehnende Haltung durch liberaliſirende Vorträge zu verdecken. Dennoch hatte niemand erwartet, daß er auch vor dem Aeußerſten nicht zurückſchrecken werde. Es erregte allgemeine Bewegung unter der Verſammlung, als Herr von Wächter am Schluſſe der Ver⸗ handlungen mit den eingefleiſchteſten Particulariſten, mit den ver⸗ biſſenſten Ultramontanen und den radicalen Demokraten für die
Verwerfung des ganzen Verfaſſungsentwurfs ſtimmte!
Unter den hannoverſchen Separatiſten ragt ſchon durch ſtatt⸗
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liche Geſtalt und vornehme Haltung hervor und iſt auch wol geiſtig der bedeutendſte, Herr von Münchhauſen. Die äußere Er⸗ ſcheinung verräth ganz den Miniſter, wie wir ihn in Komödien oder Intriguenſtücken auf dem Theater zu ſehen gewohnt ſind. Hoch, ſchlank und proportionirt, ſteife Halsbinde, glattraſirtes, rundes, intelligentes Geſicht, vernehmliche, wohllautende, etwas kratzende Stimme, gewählter, fließender, klarer Vortrag. Die Abgeordneten gruppiren ſich erwartungs⸗ voll um ihn. Er ſpricht zunächſt ſcheinbar für den Entwurf, ergeht ſich in hiſtoriſchen Betrachtungen und mythologiſchen Anſpielungen, kommt dann auf die hannoverſchen Verhältniſſe zu ſprechen, wobei die plaſtiſche Haltung die innere Erregung nicht mehr verbergen kann. Herr von Bennigſen ſitzt auf dem Präſidentenſtuhl, aber Dr. Simſon ahnt das Ungewitter und übernimmt wieder den Vor⸗ ſitz. Herr von Münchhauſen kritiſirt immer ſchärfer die preußiſche „Vergewaltigungsmaßregelei“; die Rechte wird unruhig und unter⸗ bricht ihn. Dr. Simſon ſpricht mit großem Tact:„Ich werde den Redner nicht unterbrechen; er gehört erſt ſeit kurzem dem preußiſchen Staate an, und andererſeits haben die Maßregeln der preußiſchen Regierung in den neuerworbenen Landestheilen, mögen ſie auch wie anderemenſchliche Dingenicht vollkommen ſein, eine öffentliche Discuſſion nicht zu ſcheuen. Herr von Münchhauſen fährt alſo fort und ſtößt ſchwere Anklagen wegen der Königin Marie aus. Graf Bismarck antwortet ihm in einer Weiſe, die jenen abwechſelnd erbleichen und purpurroth werden läßt. Man fürchtete ſogar, es werde zwiſchen beiden Herren zum Duell kommen, aber es hatte bei dem parlamen⸗ tariſchen Zweikampf ſein Bewenden. 3
Herr Staatsrath Profeſſor Dr. Zachariä aus Göttingen iſt für ſeine 60 Jahre ein noch ſehr wohlerhaltener Mann mit breitem Kopf, etwas langem ſchwarzlockigem, nur einen kleinen Mondſchein weiſenden Haar, geröthetem, ſcharf ausgeprägtem Geſicht, ſtarker Naſe und dunkelm Backenbart. Der gelehrten und politiſirenden Welt durch eine Anzahl juriſtiſcher Werke und ſtaatsrechtlicher Abhand⸗ lungen bekannt, ſcheint Herr Zachariä ebenſo gern zu ſprechen wie zu ſchreiben, wenngleich er zum Sprechen entſchieden weniger Be⸗ fähigung hat, denn ſeine Stimme iſt dünn und hohl, viele Worte
gehen, da er trotz der Mahnung der Verſammlung und ſelbſt des Präſidenten hartnäckig vom Platze ſpricht, auch den aufmerkſamſten Hörern verloren, mag er auch noch ſo langſam und nachdrücklich ſprechen. Er neigt zu Sophismen und haarſpaltenden Definitionen, wofür ihn Graf Bismarck einmal gründlich abtrumpft, wenngleich er dieſen Staatsmann den„größten Praktiker des 19. Jahrhunderts“ genannt hat.„Es iſt doch immer ein und dieſelbe Perſon,“ ſagt Graf Bismarck,„ob ich von dem Abgeordneten Zachariä oder von dem Profeſſor Zachariä oder von dem Staatsrath Zachariä ſpreche.“ Der Kriegsminiſter von Roon behandelt ihn beſſer, er nöthigt ihn nach einer Rede über das Bundeskriegsweſen neben ſich am Miniſter⸗ tiſch Platz zu nehmen, wo nun Herr Zachariä fünf Minuten lang gleichſam als Präſident der Bundescommiſſare daſitzt. Auch Herr von Vincke ſcheint für den Göttinger Profeſſor zärtliche Wallungen zu haben oder doch auf ihn einwirken zu wollen; er pflegt mit ihm mehrfach vertrauliche Berathungen. Wirklich iſt Herr Zachariä nicht ſo weit gegangen wie die andern Particulariſten, und er hat bei der Schlußberathung für Annahme des Verfaſſungsentwurfs geſtimmt.
Kuguſt Neanders letzter Geburtstag. Von Arnold Wellmer. (Schluß.)
Profeſſor Piper, Neanders begeiſterter Jünger und lang⸗ jähriger Famulus, um die chriſtliche Alterthumskunde und monu⸗ mentale Theologie hoch verdient, hat um Weihnachten ſeinen erſten evangeliſchen Kalender herausgegeben. In einem geiſtreichen launigen Toaſte neckt er jetzt den neben ihm ſitzenden Director Ranke, daß er, das Muſter eines präciſen Gymnaſialdirectors, in Freundeskreiſen ſtets— zu ſpät komme.
Profeſſor Trendelenburg, der milde Taubſtummendirector
Lachs, Krummacher, der blühende Kanzelredner, Verfaſſer von Elias und Eliſa, und der Geh. Reg. Rath Eilers, der Leiter und III. Jahrgang. 3
Schützer des höheren preußiſchen Schulweſens, ſchon in Heidelberg Neanders glühender Schüler und Freund, ſchließen ſich an.
Dr. Julius, von Hamburg her dem Neanderſchen Hauſe innig befreundet, iſt Hannchens Nachbar am unteren Ende des Tiſches und augenblicklich die gutmüthigſte— Zielſcheibe ihres Witzes. Dr. Julius nahm bis zum Jahre 1848 im Cabinet des Königs eine freie Stellung ein, im Gefängnißweſen arbeitend. Die März⸗ ſtürme koſteten ihm ſeine Stelle; er ſchwärmt und wirkt aber noch immer eifrig für das pennſylvaniſche Syſtem der Einzelhaft. Das menſchenfreundliche Herz Hannchen Neanders verdammt dies Syſtem
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