Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
453
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Der große Kurfürſt.

dem ſtolzen und ſchönen Centralpunkt der Stadt, auch plaſtiſch, des Künſtlers, der in einer Zeit verdorbenen Geſchmackes wie ein in Erz oder Stein, die drei größten Epochen der preußiſchen Ge⸗ einſamer Stern leuchtet, gleich groß als Baumeiſter(der beſte Theil

ſchichte verkörpert. Auf dem ſtillen Wilhelmsplatze ſtehen die Gene⸗ rale des großen Königs, der alte Deſſauer, Ziethen, Schwerin, Keith, Winterfeldt, Seydlitz. Ihn ſelbſt, den alten Fritz, vermiſſen wir in der Mitte ſeiner Kriegsgefährten, wo ſo oft im Leben ſein Platz war. Doch mit Recht hat man Rauchs Meiſterwerk an die ſchönſte Stelle, in den Mittelpunkt der Stadt geſtellt, die durch ihn Hauptſtadt eines europäiſch bedeutenden Staates geworden. Und nur wenige Minuten weiter, auf der Brücke, die Berlin und Cölln a. d. Spree, die einſt getrennten Orte, verbindet und wir ſtehen vor der Erzſtatue des Mannes, der dem Großſtaate Preußen die Bahn gebrochen, und, auch ohne Titel ein König, in allem und jedem ahnungsvoll die Bedingungen und Wege zur Größe vorge⸗ zeichnet hat, des großen Kurfürſten. Wir wiſſen nicht, was uns mehr vor dieſem Reiterſtandbild bewegt, das künſtleriſche In⸗ tereſſe oder das geſchichtliche. Denn wir haben zugleich eines der größten Werke der modernen Kunſtgeſchichte vor uns; die Arbeit Andreas Schlüters, des deutſchen Michel Angelo, wie man ihn genannt hat,

des Königsſchloſſes iſt von ſeiner Hand) und als Bildhauer. Ich kenne keine zweite Porträtſtatue, die unmittelbarer und ſchlagender das Idealbild einer großen Perſönlichkeit wiedergäbe, ohne dabei in den Fehler antiker Verkleidung und Idealiſirung zu verfallen; auch in dem Imperatoriſchen und Majeſtätiſchen iſt nirgends die einfache Naturwahrheit verletzt.

Doch von der Kunſt zur Wirklichkeit, zur Geſchichte!

Ich wüßte keinen beſſeren Standort für das Thema Bran⸗ denburg⸗Preußen vor 200 Jahren zu nehmen, als vor dem Bilde des Fürſten, auf deſſen Leben und Thaten, Gedanken und Entwürfe vor allem uns dies Thema hinführen muß.

Preußen vor 200 Jahren! wenn es mir gelänge, in dieſer Skizze ein auch nur halbwege getroffenes und anſchauliches Bild von dieſem Stück Geſchichte zu zeichnen, ſo hätte das ein doppeltes und dreifaches Intereſſe.

Einmal iſt es die Jugendgeſchichte Preußens, das Morgen⸗ roth ſeiner Größe, und wie bei Individuen, ſo hat auch bei Völkern