Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
448
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fiel, ſo fragte ich ihn: Falle wurde meine kommen jener Vandalen, welche einſt unter Gelimer un

Atlasgebirge geflüchtet.

verlorne Vielen ſchien die Frem zu ſein. deutſchen Reiter und Landsknechte immer: Loſungswort zuchtloſen Scharen annehmen wollte. verliert aber auch ner an einem Grabe beten, weinen, beim Abmarſch ein kräftiges: ſtimmen Wirthshausſchild lockt, da wird

kamen, waren ohne Ich kenne Legionsſoldaten, die zu in Tunis ihren Glauben verleugnen und als Scharfrit

ihr Leben friſten müſſen.

auswanderten und von der Milit Conceſſionen zu 75 koſtete es Thränen, gewaltigen Kameele und das endloſe Gebüſch erblickten. als Opfer der Strapatzen und des Klimas, und ſchwer launen der commandirenden Officiere nun überwunden, und das jüngere Geſchlecht ſieht einer beſſern

und Schullehrer veredelt und gepflegt, am kräftigſten erhalten. Umgebung werden auch Das Dorf Ibrahim heißt nun Ueberheim und das Namen Buſenbach erhalten. Stammes, Ehrfurcht vor dem Heiligen und und Volksbildung ihre Kraft mitten unter Nordafrikas behalten und bewähren!

heutiges Geſchlecht faſt mit Verachtung blickt und das es wom Eiſenbahn und Telegraph gänz unſerer Vorfahren höchſte Begeiſterung erreg ephemeren Papierkorbblüthen anregte! in einem alten Poſthandbuche aus jener Zeit fin Gedicht, betitelt: des Jahres 1781 ge ſtellen hier mittheilen:

heißt es weiter:

Kebail enta?(Biſt du ein Kabyle?) In ſolchem Na

ich in ihm einen Nach⸗

Frage immer bejaht, und dann ſah d Gontharis ſich in das

Seit der Eroberung Algiers ſind Abenteurer aus allen deutſchen Gauen, kra

Söhne aus allen Ständen in die franzöſiſche Kolonie gezogen. denlegion ein Rettungsport, ein wallenſteiniſches Lager Ein hugenottiſcher Schriftſteller erzählt, daß der erſte Ruf der Keld, Keld! geweſen ſei. Daſſelbe tönte dem elſäſſiſchen Wanderpfarrer entgegen, der ſich dieſer Eine gewiſſe Ehrfurcht vor dem Heiligen der entartete Dentſche nicht. So kann man dieſe Söld⸗ beim Abendmahle oder vor einem Weihnachtsbaume Ein' feſte Burg iſt unſer Gott an⸗ Wo aber das Malteſerkreuz oder die dreifarbige Fahne als Religion wie Zucht vergeſſen. Die Deutſchen, welche vereinzelt und in den Kriegsjahren nach Afri ka ſittlichen Halt und nahmen meiſtens ein Ende mit Schrecken. den Arabern deſertirten, Handwerker, die chter oder Löwenhüter

ſehen.

w re

erging es den rheinländiſchen Koloniſten, welche familienweiſe ärbehörde bedeutende Ländereien(ſogenannte geſchenkt bekamen. Zwar ie wildbärtigen Araber, die Zwar fielen manche ſchien es, die Sultans⸗ Doch das Aergſte iſt Zukunft entgegen. der deutſche Sinn, durch elſäſſiſche Prediger In ſolcher

chen und arabiſchen Namen germaniſirt. Thal Bou⸗Sba hat den Mögen nur auch die Erbtugenden des deutſchen ſittlicher Ernſt, Familienleben der buntgemiſchten Bevölkerung

K. Siegfried.

Beſſer

Morgen für jeden Hausvater) als ſie das große Meer und d

ertragen zu müſſen.

In den Atlasdörfern hat ſich

die franzöſiſ

Geflügelte Worte aus dem vorigen Jahrhundert.

Wer ſolite es für möglich halten, daß ein Inſtitut, auf welches unſer öglich bald durch

lich überwunden und verdrängt wünſcht, te, ja ſie zu Verſen freilich Und dennoch iſt es wahr, denn den wir ein langathmiges Lob der Poſt, das urſprünglich in einer Berliner Zeitung ſum einige Kraft⸗

ſtanden hatte, aus dem wir als Curio

Mit ſchnellem Sonnen Pferdezug Der Länder Wohl ertheilt.

Durch ſie allein hängt Staat an Staat Durch ein verſchwiſtert Band,

und nur ihr vielbeflügelt Rad

Bringt Flor von Land zu Land.

Segnungen für Handel und Wandel aufgezählt,

Die raſche Poſt iſt mein Geſang, Die Land zu Land beſeelt,

Schon längſt verdiente ſie den Dank Von einer ganzen Welt.

Sie iſt es, die mit Zauberflug

Zu Nationen eilt,

Nachdem alle ihre

Wer brächt' euch friſchen Häring zu

Und Nota Bene, meine Herren! Und Auſtern friſch und neu,

Die ihr kaum nach dem Auſt So ſeelengern, ſo herzlichgern Als du, o milde Poſt, als du? Was Gutes, Neues ſchmauſt Nur du ſchaffſt ſie herbei. Schwunghaft vollends ſchließt dieſer Dithyrambus: Heil dieſem Götter Inſtitut! Das, wie die Sonne, niemals ruht, Und Glück in Hitz' und Froſt! Es leb' Europens Poſt!

Maikäfer als Cheſtifter.

Wer bisher die Maikäfer für ſchädliche Thiere geh wie es neuerdings vorgeſchlagen worden a werden können, der laſſe ſich durch folgende Geſchichte eines

Eine der ſchönſten Villen, welche die Umgegend von Paris ſchmücken, iſt die des Herrn R..., eines ſehr reichen Privatmannes, der aus der Blumenzucht ſeine Hauptbeſchäftigung macht und namentlich ein leidenſchaft⸗ licher Roſengärtner iſt. Nichts Schöneres, nichts Vollkommeneres, als ſeine

blühenden und duftenden Roſenfluren.

Nächſt ſeinen Roſen liebte Herr R... ſeine achtzehnjährige Tochter, eine anmuthige Blondine, auf das wärmſte, und inmitten dieſer Lieblinge im Hauſe und im Garten floß ſein Leben auf das allerfreundlichſte und ſtillſte dahin. Welch ein Schlag war es deshalb für den armen Mann, als eines Tages ſeine ſchönſten und ſeltenſten Roſenſtöcke dahinzuſiechen be⸗ gannen unter den Angriffen der zahlloſen Engerlinge, die im vorigen Jahre in allen Gärten große Zerſtörungen anrichteten. Dazu kam, daß auch ſeine Tochter mit einem Male ganz ſtill und in ſich gekeyrt wurde, ohne daß er

alten, die im beſten ls Dünger verwandt

Falle Beſſern belehren.

einen Grund dafür finden konnte..

Auf Herrn R...8 Stimmung übte das einen ſehr ſchädlichen Ein⸗ Inhalt: Clelia. b tels.

fluß; er wurde launiſch und verdrießlich; die geringſte Unannehmlichkeit ver⸗ General. Lebensſkizze mit O. v. Zollers Porträt. Aus der Hauptſtadt

ſetzte ihn in Wuth. So wurde er gleich, in den erſten Tagen nach der Ent⸗ der ſchwarzen Berge. Von Noé. Reichtagsbilder aus der Vogelſchau. V.

deckung des Roſenunglückes, aufs heftigſte aufgebracht gegen ſeinen jungen Von O. Glagau. Mit 4 Illuſtrationen von Löffler. Am Famülientiſche. Leipzig, Poſtſtraße Nr. 17.

Briefe und Sendungen ſind zu richten an die Unter Verantwortlichkeit von A

Verlag der Daheim-E rpedition von Delhagen* Klaſing in

beſiegt und ſcharf gebiſſen hatte. miteinander, ja, ſie grüßten ſich kaum.

conſultirt, wie die bedeutendſten Gärtner des Ka Alles vergeblich... Mademoiſelle Adrienne wurde immer ſchwächer, und die

Roſen wollten nicht wieder blühen.

wandelte und über ſeinen Leiden brütete, trat zu ſeine ihm Herr v. P... entgegen. ich denke, auf mich nehmen.. Aber, Monſieur! einen achtbaren Namen, wollen Sie mich zum Schwiegerſohn?

Scene, indem er ihm einen Brief überreicht.

ſchickt ſich an, dem Kopfe, dann lieſt er den Brief,

Geſicht nimmt mit einen

Sykomoren umzuhauen 2Ja ab Sie! alles umhauen, Bitte, bitte, iſt nicht nöthig, nur die Bäume..

darauf geben? Manne ſeine Hand, indem er zu ihm ſagte: zeit des jungen Paares hatte ſtattgefunden.

hervorgerufen? was ſtand als er im Begriffe war, Herrn v. P... Glücklicher Weiſe können wir den Wor

Redaction des Daheim in

Klaſing in Bieleſeld, heraus

el ſeinen Dachshund angegriffen,

chbar, Adrien von P., weil deſſen Pud ſprachen die beiden Herren nicht

Seitdem

Tochter noch ſtiller, ja endlich allen Ernſtes Die erſten Aerzte wurden für ſie iſerreichs für ſeine Roſen.

Von da an wurde ſeine uk. Herr R... war in Verzweiflung.

als der geplagte Mann im Garten auf⸗ und ab⸗ m größten Erſtaunen Mein theurer Nachbar, redete er ihn an; wir haben jetzt genug geſchmollt... ich will gern alles Unrecht verzeihen Sie es mir, und vergeſſen Sie es! Ich bin 30 Jahre alt, habe 20000 Franken Renten, einen fleckenloſen Ruf.. ich liebe Ihre Tochter...

Eines Morgens,

R.., ſo unerwartet überfallen, iſt erſtaunt, entrüſtet... er Schritte zurück... ſammelt ſich zu einer vernichtenden Gegen⸗ Nein... da unterbricht ſein Kammerdiener die

Herr eicht einige de, zu einem energiſchen dem jungen Mann auf Freiersfüßen und Herr v. P... nickt zuſtimmend mit lieſt ihn noch einmal..., und ſein n Male einen veränderten Ausdruck an. meine Tochter gäbe, würden Sie bereit ſein, Ihre er wozu das.Antworten mir Mademoiſelle Adriennes Hand geben, werde ich Mauer, mein Haus... wollen Sie mir Ihr Wort Herr R... reichte dem jungen Gut! das iſt in Ordnung 12 hauen, und die Hoch⸗

Sie erlauben, ſagt er zu das Siegel zu brechen.

Wenn ich Ihnen

Wenn Sie was Sie wollen, Bäume, Mein Ehrenwort.

Sechs Wochen darauf waren die Sykomoren umge

Und was hatte dieſen plötzlichen Wechſel in Herrn R... s Geſinnung in jenem Briefe, den er in dem Augenblick empfing,

abzuweiſen? wird der Leſer fragen. tlaut des Briefes, den ein berühmter hier

Blumenzüchter an Herrn R... auf deſſen Anfrage geſchrieben hatte,

mittheilen:. 3 Geehrter Herr, ſchrieb der Horticulturift;nach längerem Nachdenken

glaube ich den wahren Grund der außerordentlichen Vermehrung jener Engerlinge, durch welche Ihre Roſenſtöcke ſo ſehr leiden, gefunden zu aben. Augenſcheinlich rührt das von der Nachbarſchaft des Parks her, der mit ſeinen ſo vorherrſchenden Sykomoren Ihr Beſitzthum ganz überſchattet. Sie wiſſen, daß die Maikäfer das Laubwerk jener Bäume für einen ganz beſonderen Leckerbiſſen halten, und da jener Park das einzige waldige Gebiet auf zwei Kilometer im Umkreiſe iſt, dient er im Frühling für alle Maikäfer der Um⸗ gegend zum Rendezvous. Laſſen Sie jene Sykomoren verſchwinden, und die Larven des abſcheulichen Juſektes werden gleichzeitig verſchwinden. . zu ſeinem Entſchluſſe geführt, und ſo hatten die

II

Das hatte Herrn R.. 4 Maikäfer ein junges Paar glücllich gemacht. Hoffen wir, daß auch die Roſenſtöcke den erwarteten Segen davon haben und in neuer Friſche

A. R. 1

erblühen! Räthſel. I. Zweite Silbe. Aus der Höhe in die Tiefe Geht mein Flug, Und es bleibt getrenut für immer, Was ich ſchlug.

Erſte Silbe. Aus der Höhe in die Tiefe Geht's bei mir. Menſchenkind, daß du mich flieheſt, Rath' ich dir. Das Ganze.

Aus der Höhe in die Tiefe Stürz' auch ich; Mancher, der gethan die erſt* Stirbt durch mich. I. Dem erſten öffne ich gern mein Haus Und heiße es freundlich willkommen; ½ Und für das zweite iſt ſtets mein Herz In treuer Liebe entglommen. Das dritte trag! ich au jedem Fuß, Der Krieger trägt's in den Händen, An der Kleidung mir, au der Waffe ihm, Uns beiden ſoll Schutz es ſpenden. Das Ganze zoll' ich dem erſten froh, Das zweite und dritte dem zweiten. O würde beides noch herzlich geübt Und treu wie in alten Zeiten!

Novelle von A. Mels.(Fortſ.) Ein bairiſcher

el gegeben von Dr. Robert Koenig in Tripfig.. Bielefeld und Berlin. Druck von Liſcher* Wittig in Leipzig.