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Tage, nachdem er von dem Unterofficier ſein„Reifezeugniß“ erhalten, um ſich verſammelt und ihnen etwa folgende Rede hält:
„Meine Herren! Ich bin ſeit fünfzehn Jahren nicht beim Regimente geweſen und erinnere mich wenig der Gebräuche, die hier herrſchen, doch ſo viel weiß ich noch, daß man bei Ihnen die⸗ jenigen Officiere, denen man Avancement für ihre Dienſte bei Hofe gibt, mit dem wenig ‚„ſchmeichelhaften, aber deſto gerechteren Namen„Antichambre⸗Soldaten“ zu benennen pflegt. Solch ein „Antichambre⸗Soldat“ bin ich!— Ich wollte Ihnen nur ſagen, daß ich mich nicht im eringſten für würdig halte, Ihr Regiment zu commandiren, daß aber all meine Mühen und Anſtrengungen darauf gerichtet ſein ſollen, es ſo bald wie möglich ſo weit zu brin⸗ gen, daß Sie ſich Ihres Oberſten nicht zu ſchämen brauchen!“
Dann, ſich an einen Hauptmann wendend, bittet er dieſen, ihm zu erlauben, unter ſeiner Leitung ſeine Compagnie zu führen, und während einer ganzen Saiſon verſieht der Oberſt in ſeinem Regi⸗ mente den Dienſt eines Compagniechefs;— dann übernimmt er ein Bataillon und endlich, ungefähr dreiviertel Jahr nachdem er zum Regimente zurückgekehrt, läßt er ſich vom Major die Leitung des Re⸗ gimentes wieder übergeben.
Zoller machte aus ſeinem Regimente ein Muſterregiment jeder geſtand das ein, aber man beſchuldigte ihn, dies nur durch eiſerne Strenge, die oft an Despotismus grenzte, zu erreichen. Viel⸗
leicht hat der etwas indolente Charakter des bairiſchen Soldaten
dieſe Strenge übertrieben, auf jeden Fall jedoch— und das mußte jeder bezeugen— war der Oberſt gegen ſich ſelbſt ſtrenger und härter, als gegen den letzten ſeiner Soldaten. Er ſchlief jahraus, jahrein auf einem einfachen Feldbette, begnügte ſich mit der ſchmal⸗ ſten, oft nicht ausreichenden Koſt vor fünf Uhr, Sommer und Winter, ſaß er an ſeinem Studirtiſche und gönnte ſich den ganzen Tag keine Minute Ruhe noch Raſt.... Es war, als wenn er all ſeine Gedanken fortwährend betäuben müßte und dazu kein beſſeres Mittel fände, als die vielleicht übertriebene Ausübung ſeiner Sol⸗ datenpflicht.
So ward Zoller in wenigen Jahren einer der tüchtigſten Offi⸗ ciere der Armee; ſchon 1851 war er Oberſt geworden, 1855 Gene⸗ ralmajor und 1861 Generallieutenant und Generalcommandant zu Nürnberg. Mehrere Male war er der Inſpection der Bundescom⸗ miſſion beigeſellt— die höchſten militäriſchen Orden, nicht allein Baierns, ſondern auch anderer Länder(Preußen verlieh ihm den Rothen Adlerorden 1. Claſſe) ſchmückten ſeine Bruſt— er hatte den Traum, den jeder Officier träumt und auf deſſen Verwirklichung er ſo oft ſein ganzes Leben lang wartet, er hatte dieſen Traum ſich ver⸗ wirklichen ſehen.... und dennoch hatte niemand je ein fröhliches, zufriedenes Lächeln auf ſeinen Lippen geſehen und die, welche oft bei
fröhlichem Mahle, an dem ihn ſeine Stellung zwang, Theil zu neh⸗
en, in ſeiner Nähe ſaßen, konnten ſich eines unheimlichen Gefühles cht erwehren, wenn ſie bemerkten, wie die eiſernen Züge dieſes noch mmer männlich⸗ſchönen Geſichts ſelbſt im heiteren, cameradſchaft⸗ lichen Geplauder, beim ſchäumenden Champagner kein Atom ihres bedrückenden Ernſtes verloren.
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Man gab ihm die dritte Diviſion im Kriege des letztverfloſſenen Jahres, und der Enthuſiasmus des bairiſchen Volkes, deſſen Ver⸗ blendung in ſeinen Sympathien faſt noch größer war, als in ſeinen Antipathien, ſchrieb dem General von Zoller in den zukünftigen Lriumphen der bairiſchen Waffen, welche Preußen überwältigen ſollten, eine bedeutſame Rolle zu. Da curſirte plötzlich— ſchon vor der Affaire bei Dermbach— das Gerücht wie ein Lauffeuer, daß Ge⸗ neral Zoller ſich geäußert haben ſolle, man würde— man müſſe von den Preußen geſchlagen werden und daß dieſes nicht das größte Unglück ſei, das Baiern treffen könne. Nun fand obenerwähntes Treffen ſtatt, in welchem ein Theil der Diviſion er nach heroi⸗ ſchem Widerſtande den Preußen anter General von Kummer bei Zella weichen mußte. Jetzt brach der Sturm los!„Verräther! an Preußen verkauft!“— ſo richtete die widerſinnige Volksſtimme den bewährten General, und eine feile, lügneriſche Preſſe übertraf von Iag zu Tag die unſinnigen Gerüchte des bairiſchen Volksmundes.
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Die Erbitterung gegen ihn war vielleicht noch größer als gegen von der Tann und den Prinzen Carl. Sturm der Verleumdungen, und am 9. Juli konnte man in bairi⸗ ſchen Blättern leſen, daß der General von Zoller, von ſeinen eigenen Soldaten des Verraths überführt, gefangen und an Händen und Füßen geſchloſſen, nach irgend einer Feſtung abgeführt ſei.
Während deſſen führte der wackere Officier ſeine Diviſion, in welcher er die Disciplin mit eiſerner Strenge ſelbſt im Felde aufrecht erhielt, der fränkiſchen Saale zu und ſtand am 10. in Kiſſingen dem General von Goeben gegenüber, der mit ſeiner ſiegreichen Diviſion das Rhöngebirge überſchritten hatte.
Es iſt nicht unſere Aufgabe, auf die vielen Anſchuldigungen, die dem General von Zoller über dieſes Gefecht gemacht worden ſind, zu antworten. In dieſem Kampfe, wo ſich die dritte Diviſion am beſten geſchlagen hat von der ganzen bairiſchen Armee während des ganzen Feldzugs, blieb am Nachmittage dem General von Zoller, welcher ſeine ſämmtlichen Truppen ins Gefecht geführt hatte, und welchem keine Verſtärkung von der vierten Diviſion zukam, nichts weiter übrig, als den Kampf abzubrechen oder ſeine Diviſion ohne Zweck in Stücke hauen zu laſſen. Er wählte das erſtere— und es ziemt dem Laien wahrhaftig ſchlecht, ihn darob zu tadeln.
Man erzählt, daß, nachdem er die Stellung bei Hanſen aufge⸗ geben und ſeine Diviſion ſich auf dem Rückzuge befand, er ſelbſt einige Augenblicke Ruhe in einem Landhauſe bei freundlichen Leuten geſucht habe. Gedankenlos, während man ihm das erbetene Glas Milch holte, ſoll er ein zufällig auf dem Tiſch liegendes Zeitungs⸗ blatt ergriffen und ſeinen Blick darauf geheftet haben. Plötzlich ſah die erſchreckte Wirthin ihn auffahren... mit verſtörten Mienen... mit ſprühenden Augen und den Degen halb aus der Scheide reißend ſtand er da... ſein ganzer Körper zitterte einige Secunden lang wie einer unbeſchreibbaren Aufregung unterliegend dann legte er das Blatt bei Seite— warf ein Geldſtück auf den Tiſch und eilte hinaus.
Dieſelben Blätter, die ihn des Verraths beſchuldigten, ihn zum Gefangenen ſeiner Soldaten machten, behaupteten ſpäter, er habe den Tod freiwillig geſucht, und man erzählte in Baiern, daß, als ihm ſein Pferd unter dem Leibe erſchoſſen wurde, er gerufen haben ſoll: „Es wird doch noch eine Kugel geben, die trifft!“— Wir wiſſen nicht, ob dies auf Wahrheit beruht... es wäre ſchrecklich!
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Der ſtille, ernſte bairiſche General ruht jetzt in München neben ſeinen drei Brüdern, von denen der eine Hauptmann, der andre Oberſt und der dritte Operappellationsrath war.
.... General Freiherr Oscar von Zoller, welcher ſiebenzehn
Jahre lang mit einem unbekannten Schmerz kämpfte. hatte ſich nie verheirathet! 32
Von Tag zu Tag wuchs der
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