Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
399
Einzelbild herunterladen

nnelte er in almen und ddie Pforte die Kerker⸗ Thburn? en Dächern Droben uben zu er⸗ te Stunde der Herbert Hinter er.Wer ud an den n ſtand ein Crouwellg wollt Ihr⸗ an.Sir Bimmer an⸗ tis-. rief Crom⸗ ſer zittert trrn. Seid dem Erſten s Zimmers. e gewohnt.

ein für den V

Fenſter. on Bucking⸗ böſen daune zöſiſch war, enn ſie aus ſaſſen. Die igham kehrte die Königin nen konnte;

ruß aus dem vor welheen

an Ahnungen die weinende Jatte den hm. Crom⸗- rie Icetons, V ten plötzich den Träume⸗ V ate auf dem

Die Arbeiter

einen Raum er Hand an Sie meſſen Thür dazu

te ihm durch Pallamenls ſtand alles den Wänden heiſtern der ten Tapeten ren geöffnet der Stuarts och auf den zter warfen flüchtig die iin Zimmer lag⸗ Da⸗ ung, die in archdringen⸗ em llrechter etelh mi tunden um⸗ Der Diener

Gehen an.

Wer hat hier gewohnt? fragte Cromwell. der Alte leiſe, das Gemach verlaſſend. Cromwell befand ſich in dem öden Gemache allein. Er ſank in einen Seſſel, der neben dem reichgewirkten Vorhange ſtand, warf ſeinen Hut auf den Boden und ſtützte, nachdem er den ſchweren Degen abgelegt, die Arme auf den feinen Rohrſtock. Das fahle Licht er⸗ hellte ſeine knochige Geſtalt, die ledernen Aermel des Kollers, über welches ſeine dunkelrothe Sammetweſte geknöpft war, den ſtählernen

Die Königin, ſagte

Ringkragen, die weiten, bauſchigen Hoſen und die plumpen ſpaniſchen

Stiefel.

So ohne Bewegung daſitzend, ſchien der Lord General ſelbſt ein aus dem Rahmen geſtiegenes Bild des großen niederländiſchen Malers zu ſein. Die Blicke des Gefürchteten waren ſcheu und un⸗ ruhig. Er hatte nicht die Vorhänge zurückgeſchlagen, welche ringsum die Wände verhüllten, er fürchtete eine Geſtalt hervorzurufen, die noch hinter denſelben verborgen war, und dennoch malte ſich in ſeinen Zügen ein Trotz, eine Miene der Herausforderung, als rufe er die Geiſter der Herrſcher, die einſt hier gehauſt, zum Kampfe um das Leben des Mannes, für den vor dem Palaſte das Schaffot errichtet ward.

Cromwell hatte einen großen Tag hinter ſich. Es war der erſte Augenblick, wo ihm vergönnt blieb, mit ſich ſelbſt zu reden, und dieſe Unterhaltung fand im Betzimmer Henriettens von Frankreich ſtatt, deren Bitten um das Leben ihres Gemahls das Parlament wenig Stunden früher verworfen hatte. Das Tageslicht nahm immer mehr ab, ein rother Streifen der matt untergehenden Sonne glänzte in der Ferne, die Wellen der Themſe rauſchten im Winterſturme, und in dem Kamine heulte der Wind.

Der Lord General blieb unbeweglich. Er hörte nicht das Raſcheln eines langen ſeidenen Gewandes, nicht den leichten Tritt einer ſchönen, ſchlanken Frauengeſtalt, welche durch die in das Gemach führende Seitenthüre eingetreten war. Erſt als ein Schatten ſich zwi⸗ ſchen ihm und dem Fenſter hin bewegte, fuhr er empor. Vor ihm ſtand in der Fülle weiblichen Liebreizes eine Dame, deren langes, goldblondes Haar das ernſte, ſchöne Geſicht umrahmte.Brigitte! rief Cromwell, ſein Haupt abwendend.Lady Ireton, ſetzte er ernſt hinzu.Mein Vater, rief die ſchöne Frau, ſich über den General beugend.Nenne mich Deine Tochter.Wohlan, meine Tochter, was ſuchſt Du hier wie kamſt Du in dieſes Zimmer?Ich kenne es von den Tagen her, an denen wir alle freundlich und gütig hier von dem Könige aufgenommen wurden, ich fand den Weg zu dieſem Zimmer leicht, denn ſtets habe ich es beſon⸗ ders gerne betreten ehe die Königin es verließ, verlaſſen mußte. Du biſt Iretons Gattin, fuhr Cromwell wild empor.Ich bin eine treue, liebende Gattin meines Henry, aber Eure Wege wandle ich nicht Eure finſtren, ſtrengen Pläne flößen mir Schrecken ein; ich eilte hieher von Holmby, ein ſchreckliches Gerücht durchfliegt die Stadt ſollte es wahr ſein, mein Vater: Ihr wollt den König morden?

Richten, Brigitta richten! ſagte Cromwell mit feſter Stimme.Ha! ha! das wäre ein Spektakel für die Herren Cava⸗ liere geweſen, hätte man eines Morgens Karl Stuart gefunden mit dem Dolche in der Bruſt, oder wenn eine Kugel bei ſeinem Spa⸗ ziergange in Hamptoncourt hinter dem Baume hervorgepfiffen wäre, oder eine Schaale mit Gifttropfen geſchwängert den Mißliebigen in das Jenſeits befördert hätte. Darüber habe ich gewacht, ich habe ihn gehütet, mit Wächtern umgeben, um ihn aufzuſparen für den großen Tag damit er öffentlich gerichtet und geſtraft werde, wir ſind keine Mörder, die mit Nacht und Dunkel ſich verſchwören. Lady Iretons Geſicht nahm den Ausdruck höchſter Verzweiflung an.So iſt es wahr doch wahr! rief ſie händeringend.Ich wollte es nicht glauben, ſo nahe iſt ſein Ende?Er fällt in zwei Tagen. Um Gottes willen, mein Vater habt Erbarmen mit ihm. Gedenkt, daß auf dieſem meinem Haupte einſt ſeine Hand gelegen,

daß Ihr verſprochen habt, ihn zu ſchirmen.Bevor er mich ver⸗

rieth. Er iſt ein Heuchler, er hat gelächelt zu uns, und während der Zeit hat er die Fallen gelegt hinter unſern Füßen, aber die Heiden ſind in die Grube geſunken, die ſie ſelbſt gegraben.Seid milde, richtet nicht, auf daß Ihr nicht gerichtet werdet gedenket, mein Vater, des edlen, königlichen Hauptes, des ſanften und doch hohen Blickes! die Locken, welche eine Krone trugen, wird des Henkers Scheere zer⸗ ſchneiden, die Hände, mit denen er vielen wohl that, würgt der Strick, und das Blut rinnt über ſeine königliche Bruſt o mein

399

Vater, es werden ſchreckliche Nächte für Euch kommen, rufet Euch ſeine Geſtalt ins Gedächtniß, wie ſie bittend und doch drohend, mahnend und doch ſtrafend vor Euch ſtehen wird.Ich will ihn nicht mehr ſehen, rief Cromwell, die Hand zur Abwehr aus⸗ ſtreckend, als habe er eine Viſion.Ich will ihn nur ſehen, wenn er im Sarge liegt. Er wird nicht kommen die Riegel halten ihn feſt.Seht hier hin, dort iſt er, rief Lady Ireton in höchſter Verzweiflung, und von dem Vater hinwegeilend, riß ſie ſchnell einen Vorhang zurück, der das Porträt des Königs verhüllte. Ein Lichtſchein des ſinkenden Sonnenballes fiel durch das Fenſter auf das Bild und überzog es mit ſanftem Schimmer.Wer hat das gethan? kreiſchte Cromwell.Zurück mit ihm, zurück. Er fiel auf den Seſſel nieder.Erbarmen mein Vater, Erbarmen! rief Lady Ireton vor dem Vater niederſinkend und ſeine Hände erfaſſend.Rettet ihn rettet Euch vor dem Verbrechen rettet die Seelen Eurer Kinder. Cromwell hatte wie unter einem mächtigen Drucke das Haupt geſenkt, jetzt erhob er es langſam. Seine Augen ſuchten das Bild aber nur ſcheu und von der Seite blickte er hinüber, ein tiefer Seufzer entrang ſich ſeiner Bruſt, allmählich wurden ſeine Blicke feſter.Es iſt der König ganz, wie ich ihn zum letzten Male ſah, ehe er mich verrieth, murmelte er..

Das Bild war eines jener herrlichen Porträts von Van Dyks Meiſterhand. Ein Bild, wie es nur die Sterblichen ſchaffen können, vor deren Augen und Seele Gott den äußeren und den inneren Menſchen zugleich vorüberziehen läßt, wenn ſie ſich an die Staffelei ſtellen, um etwas Unſterbliches zu ſchaffen.*

Das Bild Karls des Erſten ſchaute den General, wie Lady Ireton geſagt, wehmüthig und drohend zugleich an. Die ſchwarze, ſpaniſche Kleidung ſchien ſich unter den Athemzügen zu regen, die Hände mit den Spitzenmanſchetten ſchienen zu winken und zu warnen, der feine Mund zuckte leicht vor Scham über das, was der König erlebt und vor Schmerz über das was er geduldet; die Augen oh es waren ſchöne, ſchreckliche Augen dort auf dem Bilde, ſie lebten das war keine Farbe, das hatte kein Pinſel auf die Leinwand geworfen, denn die Augen ſprachen, ſie ſagten:Wage die That ich werde mich nicht ſperren, ich gehe hinaus auf die Blutbühne, aber mein Blick wird Dich verfolgen Dein Lebelang. Dann war es wieder, als lege ſich der Trotz, und die Augen wurden bittend es ſchien, als umgebe ſie ein Schleier von Thränen.

Cromwell und ſeine Tochter ſprachen kein Wort. Lady Ireton betrachtete den Vater, der wiederum das Bild des Königs anſtarrte. Ein ſeltſamer Mann iſt dieſer Karl Stuart, begann Oliver, ohne ſeine Augen von dem Bilde zu wenden,und ſeltſam die Wege, die mich zu ihm, gegen ihn führten. Ich wollte auswandern nach Ame⸗ rika ich hatte den Fuß ſchon ins Schiff geſetzt er rief mich zurück. Als er den Druck ausübte, lehnte ich mich gegen ihn auf ich ſtieß ſeine Hand von mir ich warf ihn nieder, und als ich ihm die meinige reichte, war er es, der mir die Finger brechen wollte. Ja Karl, Du warſt es, rief er in Extaſe, ſich erhebend.Du wollteſt nicht gerettet ſein ſo ſtandeſt Du vor mir, genau ſo, als ich im Saale von Hamptoncourt Dich beſchwor, ehrlich zu han⸗ deln, ſo ruhte Dein Blick auf mir, Deine Hand ſtreckte ſich ſo nach der meinigen, und doch verrietheſt Du mich. Schüttle Dein Haupt nicht ſo leiſe, beiße die Lippen nicht, winke nicht mit der Hand bleibe, bleibe ich will ich kann vielleicht

Das Bild verſank in Nacht, die letzten Strahlen der Sonne waren verloſchen, und nur ein fahler Schein zeichnete das Fenſter des Gemaches.Wo iſt er hingekommen? fort, er ſank in die Finſterniß, er wird darin bleiben, ſagte Cromwell ruhig und feſt. Du wirſt ſeine Leuchte werden, rief Lady Ireton.Du warſt bewegt Dein Herz begann zu ſprechen, das gute Herz, welches ſo warm ſchlägt für die Deinen, das nichts Höheres kennt, als das Glück Deiner Kinder o er hat auch Kinder, ſie werden jammern an ſeinem Sarge, werden den Mördern fluchen, habe Erbarmen, Vater! jenes Bild erſchien nicht umſonſt vor Deinen Blicken, es iſt eine Mahnung von oben, ein Wink des Höchſten geleitete Dich in dieſes Zimmer nicht durch Dich ſoll Karl Stuart fallen.

Cromwell erhob ſich und ergriff den Degen.Es iſt zu ſpät, ſagte er kalt.Gott hat ihn geſchlagen ich bin ein Werkzeug des Herrn.Vater! Vater! rief Lady Ireton. Cromwell ſtützte ſich auf den Degen, und ſeine Hand berührte das Haupt der Tochter. Liebe nich, wenn alle mich verdammen, ſagte er leiſe.Die Nach⸗