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Knieen zu reiben, wie irrthümlich erzählt wird. Jeder Arbeiter hat ſein Pult vor ſich, darauf liegen ſeine ſcharfen Werkzeuge und ſein Gummitopf, um die Spitzen zu befeſtigen; neben ihm ſteht ein Korb mit den ſortirten Tabaksblättern. Uebrigens werden nicht alle Cigarren von ſchwarzen Sklaven gemacht; die feinern, die Cabannas, die Napoleones, die Eſa⸗ paniales und Regalias werden ausſchließlich von weißen Creolen angefertigt,
die je nach der Zahl Cigarren, welche ſie geliefert, bezahlt werden und oft
eine ſehr bedeutende Wocheneinnahme haben.
Ehe wir die Fabrik verließen, warfen wir einen Blick auf die Namen⸗ und Preisliſte*) der vornehmſten Cabannacigarren. Was wird der Raucher einer 30 Thaler„echten“ Havannacigarre ſagen, wenn er folgende Zahlen lieſt: Napoleones di lujo, 300 Dollars, Regalias Chicas, 255 Dollars, Embajadores flor fina, 120 Dollars, Imperiales, 130 Dollars; Espar⸗ teros, 100 Dollars, Conchas, 80 Dollars, Comme⸗il⸗fauts, 70 Dollars, Londres flor fina, 55 Dollars, Principes, 50 Dollars ꝛc. ꝛc., alle pro Mille und in Goldwährung. Natürlich gibt es unter der Legion verſchieden⸗ artiger Cigarren(deren Nomenclatur nach der der Birnen, Tulpen und Rennpferde die reichſte iſt und oft ſehr komiſche Namen enthält wie z. B. „Los dos Hermanos“(die 2 Brüder),„Consuelos,“„Fleur de Marie,“„Jo soy un angel“(ich bin ein Engel ꝛc.) auch billigere, die aber— wirklich nach Europa exportirt und dort verſteuert— doch immer theuer genug ſind.
Abends in unſer Hotel zurückgekehrt, waren wir nicht wenig überraſcht, als wir dort ein elegantes Glaskäſtchen mit unſerer Adreſſe fanden. Die Sendung war eine Aufmerkſamkeit des Sennor Anſelmo und enthielt hundert der unter den Namen„Execionales“ bekannten und berühmten Elite⸗ cigarren, die in England eine halbe Krone(25 Sgr.) das Stück koſten und nur fabricirt werden, um gekrönten Häuptern oder— Touriſten als Ehren⸗ gabe präſentirt zu werden. Es ſind vollkommen zuſammengerollte Stöcke von Tabaksblättern, von mathematiſcher Symmetrie, ohne eine Spur der Zuſammenſetzung, ohne eine Ader oder ein Bläschen— an dem breiten Ende rund und glatt, an dem ſchmalen ſcharf abgeſtumpft— ein wahres Meiſterſtück der Fabrikation. Und doch haben ſie einen großen Fehler für den echten Raucher; ſie ſind— zu leicht, zu mild von Geſchmack. Indes ſei dem wie ihm wolle, wir ließen ſie uns gut ſchmecken.
Wie iſt es aber möglich, wird unſer leſender und rauchender Freund fragen, daß ſo viele billige importirte Havannacigarren auf den Markt kommen, die ſich doch durch Originalkiſten und Originalfirmen als echt erweiſen? Darüber noch zum Schluß ein kurzes Wort, das unſeren Eingang beſtätigen und dem Conſumenten der 3 Pfennigeigarre die Illuſion laſſen ſoll, daß er— trotz alledem und alledem Cigarren raucht, die von Havanna herkommen.
Wenn man einem Spanier eine Cigarre anbietet,— nicht damit er ſie rauche, ſondern ſie kritiſire— ſo wird er ein ſcharfes Federmeſſer hervor⸗ holen und ſie diagonal durchſchneiden. Dann wird er ein ſtarkes Ver⸗ größerungsglas nehmen und damit„las tripas“, die Einlage, prüfen, und danach die genaue Kategorie der Vegetation feſtſtellen, zu der die Cigarre gehört, ferner ob ſie von der Inſel Cuba ſelbſt herſtamme, oder von Hayti, oder von Virginia, oder von Maryland, oder vielleicht auch— von dem Süden und Oſten Europas. Hörſt du es, Havannacigarrenraucher? Ja, es iſt Thatſache, daß gewaltige Quantitäten ungariſchen,
Unglückliche, ein Sergeant vom 67. Infanterieregiment, der ſich ſtets wacker im Frieden und ſehr tapfer in der Schlacht gehalten, iſt allerdings nicht todt auf der Wahlſtatt geblieben, aber entſetzlicher hat ihn das feindliche Geſchoß getroffen... er iſt der dritte unter denen, die in der Schlacht von Königgrätz beider Augen Licht eingebüßt haben. Er kehrt in ſeine Garniſon zurück, ein Blinder,— er kann ſie nicht wieder ſehen, die ihm ſo theuer geweſen— in hochherziger Selbſtverleugnung gibt er ihr das Wort des Verlöbniſſes zurück. Was wird ſie thun? Ohne einen Augenblick zu zögern, ohne durch den Anblick des verſtümmelten Mannes in ihrem Entſchluſſe wankend gemacht zu werden, erklärt ſie, ſein Opfer nicht annehmen zu können und zu wollen; jetzt bedürfe er ihrer erſt recht, jetzt gehöre ſie ihm mehr als je an. Er muß nachgeben, und er gibt gerne nach— kurze Zeit darauf ſtehen ſie am Altare und empfangen zum ehelichen Bunde den Segen der Kirche.
Der Name des treuen Mädchens iſt uns unbekannt— jetzt trägt ſie den des tapferen Sergeanten Weber, deſſen Lebensgefährtin ſie unter ſo ſeltenen Umſtänden geworden iſt.
Das Loos des jungen Ehepaares, das keine Hilfsquellen hat, als die, welche die Hände der Frau ſchaffen, zu erleichtern, wird gewiß manchem unſerer Leſer Freude machen. Mehrere Herren in Wittenberg, namentlich Herr Senator Geriſcher und Staatsanwalt Lanz haben ſich bereit erklärt, Liebesgaben für dieſen Zweck in Empfang zu nehmen. K.
Briefkaſten.
Was für naiv glückliche Leute es doch in der Welt gibt! Da hat einer unſerer Corre⸗ ſpondenten, J. W., der noch dazu unweit Mainz wohnt, jetzt erſt No. 39 unſeres vorigen Jahrganges in die Hände bekommen, da er in ſeinem Leſevereine das Daheim immer gerade „acht Monate nach ſeiner Ausgabe“ erhält, und er begehrt deshalb(2) noch den Preis für die Löſung unſeres damaligen Rebus, den er überdem richtiger als wir gelöſt zu haben behauptet. Wir bedauern aufrichtig, daß unſer„Gerechtigkeitsſinn“ nicht ſo groß iſt, als er erwartet hat, und daß wir weder ſo verſchwenderiſch noch ſo freigebig ſind, ſein Ver⸗ langen nach dem 1. Bande des Daheim erfüllen zu können.— Hrn. Th. P. in N. Wenn Sie es ſelbſt eerkennen, daß Ihre Verſe„mittelmäßig“, Ihre Kenntniſſe„oberflächlich und gering“ ſind, ſo laſſen Sie doch das Dichten, und lernen Sie erſt etwas recht Tüchtiges, ehe Sie„der Menſchheit zu nützen“ anfangen. Weiteres kann Ihnen auch„die Krone aller heutigen Unterhaltungsblätter“ nicht rathen.— C. B. in K. i. Vielen Dank für Ihre Mittheilung. Wenn wir aber derartige Plagiate moniren wollten, würden wir nie fertig werden. In der Weiſe leben gar viele Blätter von dem Abhube unſerer Tafel.— A. M. in L. Ein gutes Porträt und ein intereſſantes Lebensbild des kürzlich verſtorbenen Friedr. Kohlrauſch ſinden Sie in deſſen eigenen„ Erinnerungen aus meinem Leben“ (Hannover, Hahnſche Hofbuchhandlung).— Hrn. F. Bg. in M. Ihre Bemerkungen haben gewiß ihre Berechtigung; wir meinen, in No. 22 werden Sie wohl gefunden haben, was Sie wünſchen.— Dr. L. W. in B. Abgelehnt.— S. S. in Gr. Abgelehnt.— M. v. T. in Gr. R. Nicht verwendbar.— F. W. in N. im Elſaß. Gedichte zurückſenden? Das iſt beim beſten Willen unmöglich.— Fr. v. S. in D. Henriette Webers Herbſtblumen ſind längſt in zweiter Auflage erſchienen, und können auch durch uns bezogen werden.— Abonnent V. Iſt doch gar zu gelehrt für uns.— F. K. in N. Ein Werk von Camphauſen über den vorjährigen Feldzug iſt bisher nicht herausgekommen.— R. H. in M. Ihre Philippika iſt in unſere„Curioſenſammlung“ gewandert. Hat uns in der That ſebr ergötzt.— J. O. in K. a/R. Können leider nicht dienen.— A. L. in Dresden. Die beſte weitere Orien⸗ tirung über Autographen und ihre Preiſe werden Sie in den von der Buchhandlung Otto Auguſt Schulz in Leipzig herausgegebenen autogr. Katalogen finden, nach denen Sie auch etwaige nebenſächliche Preisungenauigkeiten des Beitrages:„Die Börſe der Unſterblichkeit“ (III. Jahrg. No. 19) berichtigen mögen. Erwähnen wollen wir noch, daß bis jetzt nur die zweite und dritte Trenckſche Bibel aufgefunden iſt(letztere durch Zufall, nicht aus Auftrag des Königs Johann von Sachſen), während über den Verbleib der erſten noch ein geheim⸗ nißvolles Dunkel ſchwebt.— Hrn. F. A. R. in V. Allerdings iſt auch die Redaktion des Daheim im Beſitze zahlreicher und ſehr intereſſanter Autographen, die ſie aber zu hoch ſchätzt, als daß ſie dieſelben jemals veräußern könnte.— Hrn. K. in St. Natürlich werden auch die ſüddeutſchen Aerzte in unſerer neulich eröffneten Galerie„deutſcher Aerzte“ Aufnahme
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öſterreichiſchen und ſardiniſchen Taba ks die Reiſe nach iinden. Schon eine der nächſten Nummern wird das Porträt und die Lebensſtizze eines der Hau⸗ Cuba machen und von dort zu uns als echte Havannas erſter heereradendſedt ihölinmer 8 F. in dat Dee dudrtice d.berſetnardes Gbeteſchen ward
Gorte zurückk eh Len. In drei Klaſſen kann man ſämmtliche von Cuba Mitthetlungen geleſen, ngmeenlich die recht gelungene lateiniſche Acherfetung von urgers ich nach Europa importirte Cigarren eintheilen: erſtens, echte Havannas ver⸗ Lenore.— H. S. No. 302. Weimar. Ihr jugendlicher Enthuſiasmus hat uns ergötzt und ſch;
lhiedener Sualüt aus dorügen Tabal vor abriehi zweiens, Gigrren, aihdien r t Zzaſee ianrag eudennestieeenen emeeeen een
deren Einlage aus nordamerikaniſchem oder europäiſchem Tabak beſteht, der 2 1) 3 len
importirt iſt, aber mit einer Decke von Havannablättern; drittens— egehen önnen Eie den 1. Jahrgang noch in allen Buchhandlungen, auch durch uniret 1n Cigarren fix und fertig nach Havanna importirt aus Europa,„“ iad
meiſt aus Bremen und der Schweiz, und wieder exportirt nach Für das deutſche Rettungsweſen zur See er h Europa. Eine genaue Prüfung der„las tripas“ kann endlich auch zu der gingen ferner ein*): ind
noch ſchmerzlicheren Entdeckung führen, daß die Cigarre— gar keinen Profeſſor Dr. Rückert in Jena(Jahresbeitrag) Thlr. 50.— Frau Baronin eine
Tabak enthält außer dem Deckblatt, wie denn aus den engliſchen von Patow⸗Mallauchen in Calau Thlr. 5.— Velhagen& Klaſing in Biele⸗ Spi officielen Berichten vielfach hervorgeht, daß die Fälſchung in dieſem feld(Jahresbeitrag) Thlr. 10.— L. K. in Waldenburg(Jahresbeitrag) eA
Artikel in Großbritannien ungeheure Dimenſionen erreicht hat, auch die Thlr. 10.— J. v. S. Thlr. 5.— T. C. in N. Thlr. 5.— Brüggemann in und
Handelsmarken, die gedruckten Etiquetten werden denen der vornehmſten Schöttmar Thlr. 2. 21 ¼ Gr.— G. v. Cr. Thlr. 5.— Einige Rectorats⸗ ſich
Häuſer Havannas täuſchend ähnlich nachgemacht, um dem Betruge die ſchüler in Unna— 15 Gr.— Drei Freiwillige der Mainarmee, Diviſion eini
Krone aufzuſetzen. Und bei uns iſt es nicht viel beſſer. Was ſagſt du dazu, Goeben Thlr. 15.— Profeſſor H. in B. Thlr. 3.— Gepäckträger Langert in ſtr
lieber Leſer? wie ſchmeckt dir jetzt deine Havannacigarre? Ch. D. Dortmund Thlr. 1. 5 Aürter Mlüller, Forſthaus Glashütte in Wieſenburg d
2*. Thlr. 1.— A. H. in Bielefeld Thlr. 2.— Abonnentin aus Dresden Thlr. 5.
1 Ein neler Stein zur deutſchen Weibertreue.— Von einem deutſchen Oeſterreicher Thlr. 3. 10 Gr.— Pfarrhaus ihre Tciefe, ſchmerzliche Wunden hat der vorjährige Krieg geſchlagen, aber zu Roga bei Friedland in Mecklenburg⸗Strelitz Thlr. 5.— Superintendent ſein
nicht minder iſt er reich geweſen an Zügen edler, menſchlicher Hingabe und BFulda in Bieze bei Magdeburg(Jahresbeitrag) Thlr. 10.— F. A. C. Thlr. 5.
Aufopferung. Zahlreiche Thatſachen von großartigſtem Umfange ſind dafür— H. N. in E. im Hannoverſchen Thlr. 2.— Loewenthal in Jaffa 15 Gr. miͤt
Zeugniß. Neben denjenigen aber, die in die große Oeffentlichkeit gedrungen,— Frau Agnes Kayſer⸗Langerhanß in Naumburg Thlr. 5.— D. L. UI. Thlr. 2. Oe
auchen hie und da rührende Züge auf, die, im Verborgenen geſchehen, uns— Selma Günther in Ronneburg Thlr. 1.— v. L. in Honningen für die Sch
um ltiefen Lhneiſech Hütte upu bhne den Kei di ut h⸗ Trene Rettungsboote zurückgelegte 240 halbe Silbergroſchen Thlr. 4.— Betrag unſerer bre
6 n.-Weib 0 n können, wie ſie es nach dem Friedens⸗ f f: 3186. 7. 1 Pedndenſchenaf ir lch lhe di gerhan var⸗ vorigen Quittung: Thlr. 3186. 7 ¼ Gr. In Summa: Thlr. 3344. 8 ½ Gr. her 3 Wie ſo manches Mädchen, hatte eine arme Nähterin jener Stadt ihren*) Vergl. No. 52 des II. Jahrganges.— wie ’ Verlobten mit ſchwerem Herzen in den Kampf ziehen ſehen, und noch mehr ſich mochte ſie erbangen, als ſie die erſten Nachrichten von den ſiegreichen, aber Inhalt: Das Geheimniß des Fürſtenhauſes(Fortſ.) Von G. Hiltl.
. blutigen Schlachtfeldern Böhmens empfing. Lange ungewiß über das Schick⸗— Ein Abenteuer am wilden Gaisberg. Mit Illuſtr. von Lachenwitz.— Aus en 1 V ſal ihres Bräutigams, erhält ſie endlich Kunde, aber welch eine Kunde! Der vielen Meeren. VI. Die Neujahrsnacht auf dem Tafelberge.— Reichstags⸗ an
V — bilder aus der Vogelſchau. I. Von O. Glagau. Am Familientiſch: die Großmutterpädagogik. Mit Illuſtr. v. Wieſchebrink.
*) Vom Jahre 1864.
Briefe und Sendungen ſind zu richten an die Redaction des
————— 4 Unter Verantwortlichkeit von A. Klaſing in Bielefeld, herausgegeben von Dr. Robert Koenig in Leipzig. Verlag der Daheim-Expedition von Pelhagen a Klaſing in Bielefeld und Berlin.— Druck von Liſcher Wittig in Leipzig.
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