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Die Schreckensnacht von Podol..
Wir freuen uns, unſern Leſern mittheilen zu koönnen, daß das längſterwartete Werk unſers wohlbekannten Berichterſtatters und Mitarbeiters Georg Hiltl über den böhmiſchen Krieg*) in dieſer Woche endlich erſchienen iſt. Für unſre Leſer entnehmen wir demſelben die Schilderung des Nachtgefechts von Podalamit einigen Illuſtrationen und glauben, daß nach dieſer Probe däs im übrigen ſplendid ausgeſtattete und reich illuſtrirte Buch am beſten für ſich ſelbſt ſprechen wird.
Die Umgebung von Schloß Sichrow bot am Abend des 26. Juni 1866 eines der ſeltenſten und großartigſten Bilder für den Be⸗ ſchauer, der von der Höhe jener Bergwände, alſo aus einer Art von Vogelperſpective, die wie eine Reliefkarte ausgebreitete Landſchaft be⸗ trachten konnte. Jeder Thaleinſchnitt wimmelte von herbeiziehenden Truppen, die Menſchen, die Pferdetrupps und die Wagen glichen den kleinen Figuren, welche, durch die Hand eines verborgenen Künſt⸗ lers bewegt, faſt lautlos über die Scene geführt werden. Zuweilen drangen helljauchzende Töne empor, dann ſchien das Gehölz ſich zu beleben, und Cavalleriemaſſen, anfangs vereinzelte Trupps aus⸗ machend, dann ſich auf ein lautſchmetterndes Signal mit einander vereinigend, brachen aus dem Dickicht hervor. In gewundenen Linien zogen ſich Reiter und Fußvolk über die Krümmungen der Straßen langſam von den Höhen ins Thal, deſſen Einſchnitte prächtig von der untergehenden Sonne beleuchtet wurden und in denen man nun das Gewimmel der endloſen Militärcolonnen ſich ordnen und ent⸗ falten ſah.
Die Bajonette ſchienen in dieſer Beleuchtung zu erglühen, als wären ſie aus dem Ofen gezogen, und von den metallenen Beklei⸗ dungen der Trommeln blitzten die zurückgeworfenen Strahlen, als hätte die Sonne den Mittelpunkt eines ungeheuren Diamanten ge⸗ troffen. Ueberall Leben, Bewegung und Schall, je näher dieſe Linien, Trupps und Maſſen rückten. Dazwiſchen galoppirten Reiter, und an jeder Biegung des Weges geſtalteten ſich Gruppen, werth, in das Skizzenbuch eines Malers übertragen zu werden. Die preu⸗ ßiſche Armee zog im Gros heran gegen Schloß Sichrow, wo nun das Hauptquartier des Prinzen Friedrich Carl aufgeſchlagen wurde. Nur einige Zeit verging, und bald wimmelte es von Soldaten in den Gängen des Parkes, auf den dicht an die Umgebung des Schloſſes grenzenden Feldern, in den Gaſſen der Dörfer und Flecken. Die Küchen werden im Freien etablirt, man ſchleppt den Proviant herbei, Schlachtvieh naht in langſamen Schritten, von den dazu beorderten Leuten herbeigetrieben. Schon ſind die Gewehre pyramidenförmig zuſammengeſtellt, ihre todbringenden Bajonette kreuzen ſich durch einander und bilden jetzt die Riegel für Helme und die abgenommenen Torniſter. Daneben kauern die Soldaten in zahlreichen Gruppen am Boden und wickeln aus durchfetteten Papieren ihre Vorräthe, die ſie von der letzten Ruheſtation mitgebracht haben. Die Feldflaſchen kreiſen, Scherze werden laut, man ruft die vorüberziehenden Colonnen an, man neckt die Marketenderinnen und wirft ihnen Kußfinger zu. Aus den kurzen Pfeifen wirbelt der bläuliche Qualm des Tabaks in die Luft, die Feldkeſſel laſſen ihren wäſſerigen Dampf ebenfalls auf⸗ ſteigen, und erwartungsvoll umlagert ein Kreis Hungriger das ver⸗ ehrte Geſchirr, in deſſen Bauch die kärgliche Labung verborgen iſt, während ein ſachverſtändiger Kamerad die Bereitung des Nachtmahls überwacht. Nach einiger Zeit ſieht man verſchiedene Leute herbei⸗ kommen; ſie tragen große Holzbündel auf dem Rücken, es iſt Nahrung für die Wachtfeuer, denn heute bivouakirt die Armee um, neben, vor und hinter Schloß Sichrow. Die Holzſucher werden mit Hurrah empfangen, dann treibt man die„Einholer“ an, das ſind die Kame⸗ raden, welche zu den Proviantcolonnen eilen müſſen, um das etats⸗ mäßige Quantum an Salz, Reis und Brot, an Fleiſch und Tabak einzuholen. Mit einem gewiſſen, halb neidiſchen, halb geringſchätzen⸗
*) Der böhmiſche Krieg. Nach den beſten Quellen, perſönlichen Mittheilungen und eignen Erlebniſſen geſchildert von Georg Hiltl. I. Abtheilung, elegant broſchirt, Preis 1 Thlr.(Vollſtändig in 3 Abtheilungen à 1 Thlr.) Mit Karten, Porträts und vielen Illuſtrationen. Bielefeld und
Leipzig, Verlag von Velhagen und Kluſing.—
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den Blick ſehen die vorübermarſchirenden Leute auf die bereits Gela⸗ gerten. Sie können noch nicht ruhen, ſie müſſen noch weiter hinab und vorwärts, vielleicht iſt ihnen heute keine Ruhe gegönnt, ihre Be⸗ fehle erwarten ſie erſt unten in Liebenau. Die Officiere drehen ihre Cigarren in den Mundwinkeln und ſchreiten in den hohen Marſch⸗ ſtiefeln, die eigentlich noch gar nicht trocken geworden ſind ſeit dem Einmarſche in Böhmen, gemächlich neben den Truppen einher. Zu⸗
weeilen ſtockt die Colonne, dann gibt es allerlei Reden und Bemer⸗
kungen zu hören, bis das„Marſch!“ erſchallt und die Gewehre wie⸗ der aufgenommen werden.— Auf dem Felde, welches ſich in langen, kornbewachſenen Streifen hinzieht, wird ein großer Theil die Nacht zubringen müſſen. Zwiſchen den wogenden und nickenden Halmen macht der Soldat ſich ſeine Lagerſtätte zurecht. Es iſt ein ganz prächtig decorirtes Gemach, nur wenige Fuß Länge und Breite hat es zwar, aber dafür ſtehen Mohnblumen und Winden dicht um die in den Boden geſtoßenen Stangen, zwiſchen denen ein Feldkeſſel hängt, und die an ſolcher Stelle befindlichen Leute machen ihre Nachttoilette, ſie haben den Torniſter von den Gewehren abgenommen, er vertritt die Stelle des Kopfkiſſens, und die kniſternden Halme wogen um den Ruhenden, der nach langem, mühevollem Marſche eine kurze Raſt finden ſoll; freilich weiß er nicht, ob dieſe Ruhe von beträchtlicher Dauer ſein wird, denn in der Ferne knattern noch Gewehrſalven, und zuweilen ſchallt ein tiefer, dumpfer Ton aus den Bergen herüber, der Donner eines Geſchützes, ein Beweis, daß die Avantgarde bei ihrem Vorgehen noch immer mit dem Feinde zu thun hat; es kann alſo jeden Augenblick das Signal zum Nachrücken gegeben werden, und dann gute Nacht, Ruhe! Bis dieſer Moment aber eintritt, über⸗ läßt fich alles dem behaglichen Gefühl, welches das Bewußtſein red⸗ licher Pflichterfüllung und die nach anſtrengendem Tagewerke erſehnte, gefundene Raſt mit ſich bringt.
Allmählich wird es Nacht, die Berge hüllen ſich in Nebel und durch die zunehmende Dunkelheit ſchallen die ſonderbaren und fremd⸗ artigen Töne, welche die Anweſenheit einer lagernden Armee verrathen: dumpfe Rufe, Signale und Geraſſel aller Art. Gegen neun Uhr erfolgt der Zapfenſtreich, den viele der Leute ſchon nicht mehr hören, denn ſie haben ſich bereits, auf die Wieſen und ins Korn gelagert, dem Schlafe überlaſſen, nur die Poſten ſind in fortwährender Be⸗ wegung, durch die Holzung, über das Feld reitend, aufmerkſam nach allen Richtungen ſpähend, die Cavallerie⸗Patrouillen, und am dunklen Saume des Waldes ſteht, wie ein Reiterbild aus Erz, die Vedette, den ſchußbereiten Karabiner auf das rechte Knie geſtemmt. Ihr gegen⸗ über leuchtet aus der Ferne durch den Nebel der Nacht eine rothe, flammende Linie, die bald ſchärfer, bald matter zu erkennen iſt, es ſind die Wachtfeuer der Oeſterreicher.
Einige Zeit lang herrſcht tiefe Stille, welche nur jene kriege⸗ riſchen Einzeltöne unterbrechen. Da plötzlich trägt der Abendwind ein neues Geräuſch an das Ohr der Poſten. Es iſt anfangs nur in kurzen Tönen vernehmbar, jetzt wird es anhaltender— wieder folgen mehrere Rucke auf einander, dann knattert es lang hinrollend, und jetzt folgt Salve auf Salve. Es iſt nicht mehr zu verkennen, ein Irrthum iſt unmöglich, es iſt Gewehrfeuer, das aus der Ferne herüberſchallt.
Alarmſignal, Trompetengeſchmetter!— im Nu iſt die Ruhe verſcheucht, die ganze Gegend wird lebendig, aus allen Gaſſen, Fel⸗ dern und Häuſern eilen ſie herbei mit den Waffen in der Hand. Das Kornfeld mit ſeinen Schläfern gleicht einem wogenden See, ſo bewegt ſich Geſtalt an Geſtalt, emſig und eilig wird der Torniſter aufgehängt, die Pickelhaube übergeſtülpt, das Gewehr ergriffen.„Vor⸗ wärts Marſch! Angetreten!“ ſchallt es, und die Soldaten treten haſtig zuſammen. Schon blitzen die Fenſter des Schloſſes Sichrow, Lichter werden hin⸗ und hergetragen, Adjutanten ſprengen nach allen Richtungen hierhin— dorthin. Immer ſtärker rollen in der Ferne die Chargen ingewehrfeuers, immer deutlicher hört znan die
Sinſſ ſſf⸗ aung überall, ſchon haben ſich die Bataillone keinnelhäfe⸗ Bedehüche ⸗ in i pnch hinein, und dazwiſchen irt und rücken vorwärg Ie.. Zaſammenſtoß der Diviſion Pule de aiſ da dangen i llemrzeha de trein. Horn mit der Brigade Poſchacher— d bei Preper han be ſtattgefunden er ei
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