leichviel was dar⸗ mit halber Rei ſer von den andern e, die er ganz gut lang hinzuziehen ern ißt!“ ſteak nicht; zu hoch
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um den Hals, ein breites Doppelkinn ruht auf der ſteifen Halsbinde und den mächtigen Vatermördern. Die tiefdunklen Augen ſind un⸗ gewöhnlich groß und blitzen mit unſteter Luſtigkeit umher. Darüber wölben ſich die wunderbarſten Augenbrauen— rabenſchwarz und fingerdick— in unmöglichen Bogen. Sie ſind nicht ohne Sorg⸗ falt mit— Tuſche gemalt. Unter der Naſe Karfunkelſchein ſtarrt ein buſchiger Schnurrbart, ſchwarz gewichſt und martialiſch in die Höhe gedreht. Der ſchäbige Cylinderhut ſinkt, darunter wird eine ſpitze, etwas fuchſig ſchwarze Perrücke ſichtbar; ſie iſt ſo klein, daß ſie auf dem Scheitel nur gipfelt. Die fette, glänzend und unecht be⸗ ringte Hand führt ein ſtarkes Bambusrohr mit dickem Meſſing⸗ knopfe. Die dunkelgrüne Pikeſche iſt mit ungariſchen Schnüren und Quäſten überladen. Schwarze, faltige Beinkleider, unten ſpitz zu⸗ laufend, und klirrende Sporen vervollſtändigen das gerade nicht ſehr neue und ſaubere Coſtüm.
Niemand braucht mir zu ſagen: donner!
Er tritt affectirt verwogen einen Schritt vor und ſingt mit bier⸗ rauher Stimme:
das iſt Fürſt Kanonen⸗
„Donner und Kanonen!
Was iſt das für ein durſtig Jahr,
Die Kehle lechzt uns immerdar!“ und mit einer herablaſſenden Handbewegung fügt er hinzu, indem er jedes Wort einzeln polternd hervorſtößt:„Wir grüßen Euch, Ihr Herren, und ſind Euer wohlaffectionirter Fürſt Kanonendonner!“
„Guten Abend, Durchlaucht,— warum aber heute ſo ſpät? Es iſt ſchon eine halbe Stunde über die gewöhnliche Audienzzeit in Vater Heynes Thronſaal— Deine vielgetreuen Unterthanen ſehen ſich genöthigt, Dir, Fürſt aller Bierfürſten, wegen Lauheit im Bier⸗ eifer pro poena ein Stehſeidel in einem Zuge zuzudictiren!“ ſchallt es dem Fetten von allen Seiten entgegen. Ein Freiwilliger bringt ihm ſein volles Seidel.
„Bravo, Ihr Herren, wir ſehen mit beſonderer Genugthuung, daß unſere Unterweiſungen im Biercomment und unſer vorleuchtendes fürſtliches Beiſpiel nicht ohne Erfolge für Eure Civiliſation geblieben ſind— dies Seidel trinken wir auf das fernee Gedeihen unſeres Bierſtaates— vivat, crescat, floreat!— Tuſch!— Sch hneddereng⸗ deng!“ und Fürſt Kanonendonner leert ſein Seidel mit Würde in einem Zuge. Dann ſetzt er ſich an den Tiſch in der dan ſterecker zu fünf älteren Herren.
„Aber wir wiſſen immer noch icht, warum Du ſtunde verſäumt haſt, Kanonendonner!“
„Die leidigen Staatsgeſchäfte hielten uns zurück, vielgetreue Unterthanen... und man muß ſich heraahalten, um vom Regieren heutzutage noch leidlich exiſtiren zu können. Darum erſt das Ge⸗ ſchäft und dann das Vergnügen! Wir geruhten einer kleinen Gräfin Audienz zu ertheilen... ſchön wie Helena, reich wie die Königin von Saba und unglücklich— unglücklich, wie ein Weib nur ſein kann, das einen Blaubart zum Mann hat..... 4
„Iſt die ſchöne Gräfin nebenbei noch Waſch⸗ oder Scheuerfrau und der Graf Blaubart Droſchkenkutſcher oder Fabrikarbeiter, Fürſt?“ lacht ein Student.
„Für dies freche Wort Knabe ſollſt berappen, Müſſen wir Dich ſtrafen, Uns ein Seidel ſofort!“
„Donna Hebe, wir geſtatten dieſem liebenswürdigen Jünglinge, uns ein Seidel zu poniren!“ ſagt Fürſt Kanonendonner zu dem Schenkmädchen.
„Zu Befehl, Durchlaucht,— aber die geſtrige Zeche.
„Holdes Kind, die bezahlen wir principiell erſt den T nach dem Vergnügen!“— und Durchlaucht fiſchen mit Daumen und Zeige⸗ finger in der rechten Weſtentaſche umher—„Donner und Kanonen! wir ſind grade bei ſchlechter Caſſe— das lumpige Kleingeld iſt uns ausgegangen...
die Ank a.
Lieber Herr Finanz, valleralla Liquidir mit Glanz, valleralla
— wir geruhen, vielgetreuer Omnipotens, bei Dir einen kleinen Pump von acht Groſchen anzulegen. Iſt das Moos entſchwunden Wird ein Bär gebunden, Immer geht's in dulci jubilo!“ „Fürſt, wenn Du nur auch einmal geruhen wollteſt, Deine an⸗ gebundenen Bären wieder loszubinden!“ lacht Omnipotens, Finanz⸗
Hah
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III.
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miniſter von Kanonendonner⸗Gnaden, bezahlt aber freundlich die geſtrige fürſtliche Zeche von acht Groſchen.
„Wie?— eine Moraliſche, Omnipotens? Auf Cerevis! das betrübt uns ſehr, aus Deinem Munde dergleichen zu hören.
Freund Finanzminiſter,
Werd kein Erzphiliſter,
Warſt ja ſonſt ein flotter studio! Ich grüße Dich, Herr Kriegsminiſter, und komme Dir die Blume— ja, und dann gleich den Reſt, alldieweil Du unſere vielgeliebten Sporen heute Vormittag ſiegreich aus der Gefangenſchaft der grauſen Lombarden errettet haſt!“
„Trink, Brüderlein, trink— trink!“ ſingt ein Student— „Fürſt, ich kredenze Dir dies Seidel!“
„Heu! heu! unglücklicher Knabe, Du wagſt es, uns ein Seidel mit einer Sieben auf dem Deckel zu poniren? Weißt Du nicht, daß wir nie eine 7 oder gar eine 13 an unſere Lippen bringen? Das ſind Unglückszahlen... fleuch aus unſeren Augen, leichtſinniger junger Greis, und wage erſt mit einer glücklichen Zahl in der Hand wieder vor uns zu erſcheinen.“
„Altweiberglaube, Durchlaucht!“
„Thatſachen beweiſen!— ſagt Johann Hoff— hier nur unum exemplum pro multis: als wir noch in Halle ſtudirten— Anno 22—
Halle liegt im Thale,
Wo's ſo viel Bierverächter gibt
Wie Wallfiſch in der Saale... — kneipten wir„Pommern“ in der„goldenen Zwiebel“, damals berühmt durch ihre Bier⸗Originale: echt halliſcher Puff und Muff — Einbecker Luther— Leipziger Goſe und Raſtrum— Eisleber Krabbel an der Wand— Magdeburger Filz— Wittenberger Kukuk — Kyritzer Mord und Todtſchlag! Eines Abends hielten wir eine gemüthliche Kneiptafel. Ich, der ich ſchon damals den glorioſen Titel„Bierfürſt“ führte, las eine ſolenne Saufmeſſe:„Ei, ei, guten Abend, guten Abend, meine Herren confratres“— als ich das Trink⸗ horn, es hielt wenigſtens 40 ſolche Seidelchen Leipziger Goſe, in den bekannten ſieben Zügen geleert hatte und zum Schluß ſang:„Iſt auch nicht die Nagelprobe drin geblieben!“ ſchrie ein rieſiger Meklen⸗ burger, Graf Krippenſetzer,— er hatte den Spitznamen„Koloß von Rhodus“,— über die Tafel:„Es iſt wohl die Nagelprobe drin ge⸗ blieben, ſeht hier!“— dabei hatte er das Cornu auf den Kopf geſtellt — Donner und Kanonen! auf ſeinem Daumennagel perlte eine winzige Thräne Bier.“
„Verrath! Lug! Trug!“ donnerte ich dagegen—„die Nagel⸗ probe hat der hinterliſtige Koloß von Rhodus, eiferſüchtig auf meinen fürſtlichen Bierruhm, ſelber geweint!“
Der Koloß ſtürzte mir natürlich einen„dummen Jungen“— ich warf ihm ebenſo natürlich mein Glas an den Kopf— es trug die Unglücks⸗Nummer 7.
„Ein Tuſch! ein Tuſch!“ jubelten die Herren confratres—„der zieht einen rieſigen Scandal!“
„Am andern Morgen zogen wir hinaus
Wohl in die Löbauer Haide, Die iſt des Burſchen Freude, Halli! hallo! halli! hallo! Bei uns geht's immer ſo!“
Wir gingen mit geſchliffnen Schlägern los— der Koloß war ein ganz anſtändiger Paukant und hieb wüthend auf mich ein— ich nahm die Sache zu Anfang noch con amore... da ſauſt mir ſein Schläger dict un er der Naſe vorbei— ich faſſe mit der linken Hand kaltblütig dahin, während ich mit der rechten parire. Donner und Kanonen! ich behalte S8 abgeſäbelte Haare meines fürſtlichen Schnauzers in der Hand...
So was war mir nicht paſſirt,
Seit ich mich zuletzt barbirt— aber ich hatte, als der Tuſch zog, aus Nr. 7 getrunken, und meine alte Amme hatte mich doch vor dieſer Unglückszahl gewarnt!“
„Und Graf Kupderſeder Fürſt?“
Ein zerſchmetternder Blick trifft den Frager:„Das Uebrige verſteht ſich natürlich von ſelbſt— Fürſt Kanonendonner hat in Halle und Leipzig 193 Duelle gehabt und den Paukplatz ſtets als Sieger verlaſſen. Der Verluſt meiner drei Schnauzhaare erfüllte mich mit dem Löwengeiſte meines glorreichen Ahnen, des Fürſten Franz II. Racoczy von Siebenbürgen— ich benutzte die einladende
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