Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
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mann.Dieſen bedeutenden, gefahrbringenden Mann? Ihr wißt, wo er ſich aufhält?Letzteres habe ich nicht behauptet, obwohl ich einige Orte angeben könnte, an welchen er verkehrt. Ich erlaube mir nur die Frage: Kennen der Herr Rath den Pater? Gewiß. Ganz genau. Ich habe noch unter dem ſeligen Kurfürſten mit ihm verkehrt.Alſo hören Sie, Herr Rath, ob die Be⸗ ſchreibung ſeiner Perſon eine richtige iſt. Der Pater iſt ein Mann vielleicht in den fünfziger Jahren, doch ſieht er älter aus, ſein Ge⸗ ſicht iſt hager wie ſeine Geſtalt, die Naſe ſcharf gebogen, die Augen ſind dunkel und von ſehr kühnem Ausdrucke, buſchige Augenbrauen ziehen darüber hin. Der Pater hat beſonders feine, weiße Hände, ſeine Stimme iſt wohllautend.Alles iſt recht alles paßt wartet, rief Danckelmann aus dem Zimmer eilend. Er kehrte ſchnell wieder, mit einem Kupferſtiche in der Hand.Seht dieſes Bildniß an, rief er, Oelven den Stich vorhaltend,und dann ſagt mir gewiſſenhaft, ob der, welcher hier abconterfeiet iſt, von Euch gekannt iſt. Oelven warf einen prüfenden Blick auf das ihm vorgehaltene Blatt. Er hatte ſofort den nächtlichen Arbeiter in den Gewölben der Nicolaikirche und den Reiſenden aus dem Rackemannſchen Garten wiedererkannt.Es iſt derſelbe Mann, den ich als den Pater Wolff kenne zu kennen glaube, ſagte er. Danckelmann ſah ihn prüfend an.Es ſcheint eine beſondere Veranlaſſung vorzuliegen, durch welche Ihr den Jeſuiten kennen gelernt habt. Wollt Ihr nicht mit der Sprache heraus? fragte er. Oelven überlegte ſchnell, daß nothwendigerweiſe Flöricke und ſeine hübſche Tochter compromittirt

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werden müßten, wenn er die ſeltſame Scene der vergangenen Nacht dem Rathe mittheilte. Außerdem war es ganz in ſeinem Plane, für eine wichtige, vielvermögende Perſon gelten zu wollen, daß er ſich mit dem Schleier des Geheimniſſes umgab, er beugte daher ſein Haupt reſpectvoll und ſagte:Geruhen der Herr Kammerrath mir zu erlauben, daß ich darüber ſchweige, es iſt mein Geheimniß und, ſetzte er hinzu, ſich aufrichtend, indem ſeine Lippen ein Zug von Wichtigthuerei umiſpielte,zugleich mögen der Herr Rath daraus ent⸗ nehmen, wie gewiſſenhaft ich wichtige Dinge zu bewahren weiß. Danckelmann winkte mit der Hand und trat dann dicht zu Oelven. Wenn Ihr dem Pater auf der Fährte ſeid, ſehet wohl zu, ob Ihr nicht eine Gemeinſchaft zwiſchen ihm und dem Freiherrn Kolbe von Wartenberg herausbringen könnt. Nur ein einziges Beiſammen⸗ ſein nur eine Verbindung der beiden, die Minuten lang währte und ich wollte Euch, wenn Ihr darüber Gewißheit hättet, reichlich lohnen. Oelven verbeugte ſich ſtumm.Jetzt gehet, ſagte Danckelmann,und arbeitet gut Beförderung oder der Juliusthurm zu Spandau das ſind die beiden Gegenſätze. Gehabt Euch wohl.

Er entließ den Schreiber, der mit großen Schritten über den Schloßhof ging und ſeinen Nacken ſo ſtolz warf, als hätte er Kronen von ſeinem Haupte abgeſchüttelt. Er ſchritt durch das Portal nach dem Domplatze und beachtete ſelbſt den alten General Derfflinger nicht, der von dem Volke begrüßt, dicht an ihn vorüber zur Reit⸗ ſchnecken⸗ oder Wendeltreppe ging.

(Fortſetzung folgt.)

Der deutſche Wald in ſeinen Jahreszeiten.

II. Das Leben des Winterwaldes. Von Hermann Wagner.

Mag der Bewohner der Tropen der Herrlichkeiten viele be⸗ ſitzen, ein Gang in einem Winterwald, wie wir ihn ausführen können, iſt ihm ein unerreichbarer Genuß!

Vielleicht meint mancher: das ſei gerade kein ſonderlicher Ver⸗ luſt, eine einzige Hand voll grüner Blätter und bunter Blumen, wie ſie den Bewohnern der heißen Zone das ganze Jahr hindurch zu Gebote ſtehen, ſeien doch mehr werth als die ganze Herrlichkeit, welche unſer Wald im Winter darbietet! Gemach, guter Freund! Du wirſt anders urtheilen, wenn du wirklich tüchtige Wanderungen im Walde während des Winters ausgeführt haſt, obſchon ich dir zu⸗ geben will, daß dies nicht Jedermanns Ding iſt! Deuten wir in Kürze einiges davon an!

Der Morgen dämmert nur langſam. Dicker Nebel liegt über dem Waldgebirge. Die Luft iſt ſtill, aber kalt. Eine ſchwache Schneedecke, einNeuer, wie es der Jäger kurz nennt, hat ſich während der Nacht über alles gelegt, nur wenige ſteile Fels⸗ wände, einige große Steinblöcke und die Umgebung des noch offenen Waſſerfalles heben ſich dunkel von dem hellen Untergrunde ab. Alle Zweige der Bäume und Geſträuche ſind mit den wunderbarſten Reif⸗ bildungen behangen; ſie erſcheinen wie aus Zuckerſtaub, aus Silberkörnchen und Glasſplittern zuſammengeſetzt. Es iſt ein An⸗ blick wie aus der Feenwelt, ein Bild, das ſich wedenmalen, noch weniger erſchöpfend beſchreiben läßt. Schade nur, daß es ſo ver⸗ gänglich iſt wie der Nebel, der es erzeugte. Gerade dann, wenn es ſeine größte Herrlichkeit entfaltet, dann nämlich, wenn die Sonne durch die Dunſtmaſſen bricht und ihre hellen Strahlen in den Millionen Kryſtallen ein Glitzern und Flimmern erzeugen, daß der

Wanderer unwillkürlich ſtill ſteht und in einen Ausruf des Staunens

ausbricht, gerade dann zerſtäubt das phanttaſtiſche Gebäude. Ein Luftzug, der die ſchwankenden Zweige bewegt, ja ein Rabe, der ſich darauf niederläßt, erſchüttert die Wunderwelt, daß ſie zuſammenfällt wie ein Kartenhaus.

Bei einem Winterſpaziergange wird der Blick unwillkürlich angezogen durch die Fußſpuren im Schnee. Während des Sommers kann man ſtundenlang im Forſt wandeln, er wird uns vielleicht ein⸗ ſam und leer erſcheinen, einen Vogel etwa abgerechnet. Die lockere Schneedecke dagegen verräth das ganze Leben der größeren Thiere, das der ſchweigſame Wald birgt. Biſt du ein wenig der Fährten kundig, ſo plaudert dir der weiße Grund alle Geheimniſſe des ver⸗

zauberten Waldſchloſſes aus. Du kannſt nach den Fährten zählen, wie viele Haſen im Buſch ihren Verſteck haben, wie viel Mal ſie heraus nach den Feldern ſpazierten, wie viel Mal zurück und ob ſie jetzt etwa draußen oder drinnen ſich aufhalten. Willſt du einer ſolchen Spur folgen, ſo kannſt du bei hinreichender Aufmerkſamkeit die Stelle auffinden, an welcher Freund Lampe ſeine Kreuz⸗ und Querſprünge machte, ſeinen Haken ſchlug, um mit einem letzten großen Satze in das Lager einzufallen. Wenn du dem Winde ent⸗ gegenwanderteſt, triffſt du ihn vielleicht daheim unter überhängen⸗ dem Strauchwerk und dürrem Gras oder zwiſchen Haidekraut und bemooſtem Geſtein halb eingeſchneit. Haſt du einen Januartag zu deinem Ausgange gewählt, ſo kannſt du möglicherweiſe eine Treib⸗ jagd auf Haſen mit anſehen. In beſonders günſtigem Falle be⸗ merkſt du auch an verſteckter Stelle im Gebüſch eine Drahtſchleife über einem Haſenpfade hängen, die ein leidenſchaftlicherThierfreund ohne Jagdſchein heimlich dort anbrachte. Die Jagd auf Rehe wird ſchon Ende December geſchloſſen, jene auf Hirſche gar ſchon Anfang October.. 8

Außer den Fährten des Rothwildes, deren ſcharfes Erkennen einen Ehrenpunkt des waidgerechten Jägers ausmacht, treffen wir den geraden Fußſteig Freund Reineckes. Hier ſcheint er ein Mäuschen abgefaßt zu haben, das ſich aus dem Schnee hervorwagte. Die Fuß⸗ ſpuren und Abdrücke im Schnee erzählen alle Einzelheiten, welche der Fuchs bei ſeinem Ausgange erlebt hat. Hier hatte er ſtillgeſtanden und ſich gewendet, dort auf der Lauer gelegen, da das Moos aufge⸗ ſcharrt, wahrſcheinlich um Puppen von Blattwespen und Schmetter⸗ lingen dürftige Winterkoſt hervorzukratzen, dort wieder einen Sprung nach einem Eichhörnchen gethan und zuletzt eine Hetze auf ein Kaninchen verſucht. Weiterhin bezeichnen uns je 2 und 2 Fuß⸗ ſpuren den nächtlichen Spaziergang eines Hermelins. Würden wir dem flinken Mäuſejäger perſönlich begegnen, ſo würden wir ihn jetzt im weißen Gewande mit ſchwarzer Schwanzſpitze treffen, während er im Sommer braun ausſieht. Die Pelzthiere reizen gerade jetzt den Jäger am meiſten, da ihr Rauchwerk im Winter am ſchönſten iſt und am höchſten bezahlt wird. Ihr Fang iſt freilich mühſam, aber eben deshalb intereſſant. Nach dem Neuſchnee erkennt der Waidmann, wo er am beſten ein Schwanenhalseiſen für den Fuchs, eine Mord⸗ falle für den Marder aufſtellen kann. Er gewöhnt das vorſichtige, ſcheue Wild durch hingeworfene Leckerbiſſen mehrere Tage lang an

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