Die Vorgänge, welche das Alter in den Geweben unſeres Körpers hervorruft, ſind nun doppelter Natur.
Entweder beginnen die Lebenseinheiten der Gewebe,— die Zellen,— zu verirden, zu verkalken— ſie werden zu Aſche; oder ſie verfetten, ſie verflüſſigen ſich— ſie ſchmelzen und ſchwinden.
Verirdung und Schwund der Zellen iſt alſo das Kenn⸗ zeichen des beginnenden Alters in den Geweben.
Die Erfahrung lehrt nun, daß dieſe Vorgänge gar häufig die Ohren ſonſt rüſtiger Leute befallen.
Natürlich kann es einem rationellen Gehörarzt nicht beifallen, ſolche Taubheit heilen zu wollen. Er muß ſich damit begnügen, das drohende Vorſchreiten des Alters zu verhüten.
Dieſe im Alter ſo natürlichen Gewebeveränderungen— Ver⸗ irdung und Schwund,— können aber auch unnatürlich auftreten, als Folge von Entzündungen.
Die Außenfläche unſeres Körpers, die Haut, iſt bekanntlich mit einer feinen aber feſten Oberhaut(Epidermis) bedeckt.
In gleicher Weiſe überzieht eine feinere, weniger feſte Oberhaut (Epithelium) die Innenfläche des Körpers, die Körperhöhlen, ſowie die Außen⸗ und Innenflächen der in den Körperhöhlen befindlichen Organe(Eingeweide). Sobald ſich irgend ein Theil des Körpers entzündet, ſo kommt es zu einer Ausſchwitzung(Exudation) und Zellenvermehrung an der Oberfläche dieſes Theiles.
Heilung tritt ein, wenn die Ausſchwitzung mechaniſch entfernt wird oder wenn ſie wiederum fettig zerfällt, ſchmilzt und vom Körper eingeſogen wird.
So entfernen wir mechaniſch das Ausgeſchwitzte, das ſich bildet bei einer Entzündung der Schleimhaut der Naſe(Schnupfen), ſo ent⸗ fernt es der Körper mechaniſch durch Huſten, wenn es die Luftwege befallen hat u. ſ. w.— Doch gibt es Ausſchwitzungen, die mecha⸗ niſch ſich nicht beſeitigen laſſen, wie z. B. die nach einer Bruſtfell⸗ entzündung.
Wenngleich die Trommelhöhle einen Ausgang hat, die Tuba, ſo iſt derſelbe doch ſo eng und gewunden, daß es ſehr ſchwer hält, durch ihn aus der Trommelhöhle Ausſchwitzungen zu entfernen.
Werden dieſelben alſo nicht eingeſogen, ſo verharren ſie in
ihrer Lage.
Die Erfahrung lehrt nun, daß ſolche an der Außen⸗ und Innen⸗ fläche der Organtheile haftende Ausſchwitzungen als ein ungehöriger Reiz die Ernährung der darunter liegenden ſpecifiſchen Gewebe⸗ elemente beeinträchtigen und durch Druck ſie ſchmelzen, d. h. ſie zu Verirdung führen.
So bewirkt die Ausſchwitzung eines einfachen Katarrhs der Trommelhöhle allmählich Atrophie(Schwund) des elaſtiſchen Ge⸗ webes im Trommelfell, ſowie Verkalkung, Unbeweglichkeit der G⸗⸗ hörknöchelchen.
Die Gewebe unſeres Körpers werden durch feine blutführende Kanälchen, genannt Capillare, getränkt.
Wenn nun das Blut dieſe zu ſtark anfüllt oder die Capillare mechaniſch erſchüttert werden, ſo entſteht aus ihnen ein Blutaustritt.
Derſelbe hat die volle Bedeutung einer Ausſchwitzung, d. h. wird er nicht mechaniſch entfernt oder vom Körper eingeſogen, ſo leitet er als Reiz, durch Druck die Atrophie(Schwund) der darunter liegenden Gewebe ein.
Die Gefahr, die in einem Blutaustritt liegt, iſt um ſo größer, je feiner der Bau des gedrückten Gewebes iſt.
Wenn nun auch nicht in Abrede geſtellt werden kann, daß in den Fällen, wo Ausſchwitzungen und Blutaustritte nicht eingeſogen werden, wir durch eine Anzahl von Heilmethoden und Mitteln die ſchlummernde Einſaugung zu erwecken, die zu ſchwache zu ſtärken im Stande ſind, ſo können wir doch immer von den gedrückten Ge⸗ weben nur ſo viel retten, als noch nicht geſchwunden iſt.— Hin iſt hin!—
Die Gefahren der Ausſchwitzungen und Blutaustritte für die noch unverletzten Gewebe können wir daher nur vermeiden, einerſeits, wenn der Arzt ihren Sitz frühzeitig erkennt, andererſeits, wenn der Patient ſich frühzeitig zur Unterſuchung ſtellt.
Kranke, namentlich Schwerhörende ſind aber bald zu mißtrauiſch,
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bald zu hoffnungsreich. Weil dem einen, dem nicht zu helfen iſt, nicht geholfen wurde, ſo glaubt der andere, dem noch zu helfen iſt, ihm könne nicht geholfen werden.
Hierzu kommt noch, daß Eltern ſich ſo oft über ihre Kinder täuſchen und Schwerhörigkeit, die durch eine Unterſuchung ſofort nachweisbar wäre, für Zerſtreutheit halten.
Doch nicht immer haftet die Ausſchwitzung feſt an fläche, ſondern ſie füllt oft frei die Höhlen des Körpers, die Aücken der Organtheile aus.
Dieſe Fälle ſind günſtig, die Ausſchwitzung ſtört nicht die Er⸗ nährung der Gewebe, ſondern höchſtens die freie Beweglichkeit, deren Function und Zweck.
Hier iſt der Geiſt der Medicin dann leicht zu faſſen.— Was frei, beweglich, zweckwidrig wirkt, entfernt man. Und die glänzenden Erfolge, welche die ärztliche Kunſt aufweiſen kann, laſſen ſich einfach zurückführen auf Entzündungen, bei denen keine Veränderung der Gewebe, welche in den verſchiedenen Organen ſpecifiſch verſchieden geformt ſind, eingetreten war.
Indem nun ein rationeller Gehörarzt ſich ebenſo der Tragweite ſeiner Kunſt freut, als er die gebieteriſchen Schranken derſelben achtet, ſo wird es ihm ſchließlich darum zu thun ſein, die Einflüſſe kennen zu lernen, welche als ungehörige Reize im Gehörorgane dergleichen Entzündungen, Ausſchwitzung und Blutaustritt, Verirdungen und Schwund der Gewebe herbeiführen.
Er wird es für ſeine Lebensaufgabe halten, ſeine Mitmenſchen auf die Gefahr dieſer Einflüſſe aufmerkſam zu machen und ihnen
Mittel und Wege an die Hand geben, wie ſie die drohende Taubheit
verhüten können.
Die ſchädlichen Reize, welche das Gehörorgan befallen, dringen theils von außen auf daſſelbe ein, theils werden ſie im Körper ſelbſt
erzeugt und kommen im Ohre zum Ausbruch.
Erſtere nennen wir äußere Reize, und dieſe laſſen ſich leicht
abwenden, letztere nennen wir innere, auch conſtitutionelle, und dieſe laſſen ſich nur im Beginne mit Glück bekämpfen. es unſere Beſchäftigung mit ſich, bald iſt es unſer Leichtſinn und unſere Unkenntniß, bald endlich ſind es ſogenannte atmoſphäriſche Einflüſſe, welche die äußeren Reize bedingen. Staubige Beſchäf. tigungen, wie z. B. die des Bäckers und Müllers oder des Kohlen⸗
trägers und Hammerſchmiedes, verſtopfen allmählich den Gehörgang Man könnte das Uebel verhüten, wenn man einfach während der Beſchäftigung den
und bewirken Druck und Reiz der tieferen Theile.
Gehörgang voran mit Fettwolle verlegte. Wir müſſen ſehr wohl unterſcheiden zwiſchen einer Beſchäftigung,
die ſtarken Schall verurſacht, und einer ſolchen, die ſtarke Er⸗
ſchütterung der Luft hervorbringt.
Erſterer bleibt fürs Ohr unerheblich, letztere iſt um ſo gefährlicher. Ich war früher Arzt in einer Fabrikgegend des bergiſchen Landes, ich habe nie einen Keſſelſchmied gefunden, der taub war, trotz⸗
dem er fortwährend auf den Keſſel lospaukt; umgekehrt habe ich nie
einen Hammerſchmied getroffen, der nicht taub war, obſchon er
nur in Zwiſchenräumen ſeinen Hammer fallen läßt.
Hier in Berlin hat mich niemals ein Muſicus der rauſchenden Militärcapellen conſultirt, der taub geworden wäre in Folge der Muſik, wohl aber gar viele, die taub geworden ſind durch Feuerwafſen,
d. h. durch Luftdruck.
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Die Gefahr liegt darin, daß die plötzliche Erſchütterung der Luft
ſich durch die Luft des Gehörganges fortpflanzt, Trommelfell und Ge⸗ hörknöch dcch en vor ſich hertreibt, ſo daß der Steigbügel zu ſtark aufs Labyrinth drüct. In Folge deſſen berſten daſelbſt die feinen Capillare (blutführende Canälchen) und bildet ſich ein Blutaustritt auf der Hörnetzhaut. Das Trommelfell kann dieſen Druck bald aushalten, bald davon berſten; die darauf folgende, bleibende Taubheit aber rührt nicht vom Berſten des Trommelfelles her, ſondern davon, daß der Blutaustritt tt durch Druck zu einem Schwunde der Hörnetzhaut führte. Ganz analog iſt der Vorgang im Ohre, wenn jemand nach einer Ohrfeige oder nac einem Schlage, Stoß und Fall auf den Kopf taub wird.
neu in Saume Wir werden ni lut bi ſache ljfer üeclſnem Eer So wurden z aus Berlin taub;
ähnt iſt durch ſein
Der Jäger wi ihm das Wild zwar ihm entgegenweht.
Der Hammer ſe mäglichſt geräumige gſelbſt einer lleinen
Beim Schlucken
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Iſt nämlich d ſchwindet, wie ben unheilbarblei Es iſt ein ſor ah nſchmerz dadurc wie das Ohr, in Ve
So wie im Le din beſtraſt, doch a ünfachen Fehltritt Nrutter der Weishe
Um ſich den be ere ro he Kartoffeln ne tränkt 3 die I und Chl oroform; rei echwefel und Bannſt llvaniſche Pille da liireg Geheimm Alles das hat ir es ſchamles zu rl
Mitunter juckt
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