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„Bruderherz,“ ſchrie der ſonſt ſo beſonnene und ruhige Boie, „Gott ſegne Dir dies Meiſterlied; ſo wie es geht und ſteht, mußt du mir's für den Almanach überlaſſen. Schade, daß Du Deinen YVortrag nicht mit kannſt abdrucken laſſen, aber auch ohne den muß eh Furore machen.
„Ja, ja, das Gedicht muß im Almanach die Ehrenſtelle bekom— men,“ ſchrie's im Chor.
„ Das iſt ein Phänomen, von dem an wird eine neue Periode dr vaterländiſchen Literatur beginnen,“ jubelte der jüngere Stolberg, nich fühle ſchon die Wirkung wie einen Feuerſtrom durch alle meine hlieder rinnen. Ich fühle ſch hon, wie volksthümliche Balladenkeime nit Macht in mir ſchwellen.“
„Brüder,“ triumphirte Bürger,„ich hab's geſagt, nichts weniger in ihrer Art iſt meine Lenore, als Goethes Götz in der ſeiniden iſt. Hu, wie wird mich der Unverſtand darüber anblöken! Aber Frei, fiei! Keinem untertban, als der Natur!“
Selbſt Voß, der ſich am längſten, aber auf die Dauer vergeb⸗ lih, gegen den gewaltigen Eindruck gewehrt hatte, ging auf Bürger z und umarmte ihn mit einer Heftigkeit, daß dieſer faſt erdrückt wurde urter dem Gewicht der ſtarken Arme des robuſten Mecklenburgers. BBruderherz,“ ſchrie er ihm ins Ohr,„das Gedicht muß D Dich ud uns unſterblich machen. Den Hokuspokus mit der Reitpeitſche hütteſt Du weglaſſen können, der war überflüſſig, das Lied dringt drem ohnedem durch Mark und Bein.“
„ Brüderchen,“ entgegnete Bürger,„das verſtehſt Du nicht; klap⸗ pen gehört zum Handwerke. Zu Hauſe habe ich die Tenre ein Piar Freunden vorgeleſen in meinem Gartenhauſe, Fenſterladen und Thür waren verſchloſſen, und bei der Stelle vom Gitterthor öffnete ſih auf ein Zeichen von mir plötzlich die Flügelthür. Du hätteſt den Cfect ſehen ſollen, die alte Hofräthin*) konnte mehrere Wochen nicht ſclafen und dun im Bette in die Höh, ſo hatte ſich's ihr engepragt diß ſie immer wieder davon träumte. Hättet Ihr gethan, wie ich Wie ſchrieb, er ſolle zur Vorleſung ſich von einem Mediciner einen Dodtenkopf borgen, ihn neben eine trübe brennende Lampe ſetzen und dos Zimmer ſonſt dunkel halten, ſo hätten Euch allen, wie im Macbeth be der Hexenſcene, die Haare zu Berge geſtanden, wenn nicht einen oher den andern vor Schreck der Schlag gerührt hätte. Aber, Brü⸗ 8 ich freue mich, daß ich Deine Billigung errungen, D Du biſt 6 o leicht warm zu machen. Nun mußt Du mir auch dafür den
allen thun und Deiner Selma haarklein meinen Triumph berichten.
Jh liebe es, wenn hübſche Mädchen für mich ſchwärmen.“
„Auf Dichterwort, Vrderherz, brühwarm ſoll ſie's erfahren, und Dir zum Danke, wenn ich ſie heimgeführt, einen Kuß für Deine Laore geben.“.
„Sag mal, Bürger,“ fragte jetzt Gotter und zog den Gefeierten etwas bei Seite, während die übrigen ihrem Enthuſiasmus Luft zu mchen ſortfuhren,„was iſt denn das für eine Geſchichte mit Voß ud Selma? Er iſt heute ſchon ein paarmal damit aufgezogen urden; hat er wirklich eine Braute
„Und das weißt Du nicht,“ lachte Bürger,„da fehlt Dir freilich noch ein gewichtiges Angredier⸗ zur Kenntniß unſeres Hainbundes. weißt⸗ ic bin in Amors Reiche ein homo expertus et militari-
*) diſte
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den heiligen Cheſtand hineinbriefwechſeln. eer ſie unverdroſſen, nennt ſie aber in ſeinen Gedichten wohlweislich Selma, damit die gottloſe Welt, für welche er doch nun einmal ſchreibt,
non sine gloria.“*) Wenn ich nun ein Liebesgedicht machen will, ſo denke ich ein wirkliches Mädchen und bringe ſie mit ihren eigenſten Farben zu Papier. Aber die Göttinger, die können's viel beſſer und ätheriſcher als ich, die haben alle irgend ein eingebildetes Ideal, das vielleicht gar nicht einmal lebt, geben ihm einen Namen, tauchen ihre Pinſel in die glühendſten Farben der Morgenröthe und malen in ihren Minneliedern ihr Schattenbild mit derſelben aufs allerlieblichſte aus. Am höchſten ſteht hnin Hölty; der hat ſich ein ſo ätheriſches Weſen geſchaffen, daß er es auf Erden wohl gar nie finden kann. Stolberg modellirt ſein Phantaſieideal in altdeutſchem Styl und ſchwärmt für eine Nachkommin Thusneldens, die er ſchwer⸗ lich im heutigen Deutſchland in natura auftreiben wird. Am tiefſten ſteht Voß, der wollte für ſeine poetiſchen Ergüſſe etwas wirklich Cgiſti⸗ rendes haben. Hier fand er nichts, fing aber augenblicklich Feuer, als ihm Esmarch erzählte, Boie habe wunderhübſche Schweſtern, und na⸗ mentlich die jüngſte, Erneſtine, ſuche an Anmuth und Geiſtreichthum ihres Gleichen. Da hatte mein Voß nichts Angelegentlicheres zu thun, als ſich hinzuſetzen und mir nichts dir nichts einen Briefwechſel mit ihr anzufangen. Das muntere Ding, das nicht auf den Kopf gefallen zu ſein ſcheint, nahm die Correſpondenz auf, und ſo ſchreiben ſie ſich ſchon ſeit einem Jahre, und, ohne einander je geſehen zu haben, ſind ſie ſchon ſo gut als Braut und Bräutigam und werden ſich wohl noch in En attendant beſingt
nicht errathe, in welchem Winkel ſein Schätzlein wohnt.“
„Na,“ lachte Gotter,„die Hainbrüder ſcheinen nach allen Seiten für Luftgebilde zu ſchwärmen. Ich will nur wünſchen, daß ſich ihre idealen Huldgöttinnen einmal wirklich verkörpern. Für ihre geiſtige Braut, die Gelehrtenrepublik, kann ich gleiche Wünſche und Hoffnungen nicht hegen.“
Nachdem der Jubel und Enthuſiasmus über die Lenore ſich etwas erſchöpft und ausgetobt hatte, machte Hunger und Durſt ſein Recht ſiegreich geltend, und die Haingenoſſenſchaft ſetzte ſich zum dichteriſchen Sympoſion nieder. Ich will die Leſer mit detaillirter Beſchreibung nicht ermüden, um ſo mehr, als ſie den Verlauf deſſelben wohl ahnen können. Ein ſolches Feſtmahl wurde im Dichterlatein der Göttinger gewöhnlich kürzlich alſo geſchildert:„Wir aßen und tranken, wie Flaccus und Anakreon.“ Dank dem wohlverſehenen Keller der Stolberge, ſtieg ihnen denn auch, wie Flaccus und Anakreon, der Wein in den Kopf, und Füße und Zunge, wurden etwas unſicher. Die erſteren blieben während der Mahlzeit wenigſtens ruhig unter dem Tiſche; die letztere aber hatte die Marotte, je unſicherer ſie ward, deſto raſcher gehen und lauter tönen zu wollen. Die Adler des Hains trennten ſich erſt, als ſchon der Morgen in den Straßen der alten Univerſitätsſtadt anſdäm merte Boie und Gotter führten den ſehr aufgeregten Bürger, jeder unter einem Arme, und die ehr⸗ ſamen Bürger der Stadt, die ſchon ihre Läden öffneten, ſahen kopf⸗ ſchüttelnd dem Kleeblatt nach, deſſen Mittelmann nicht müde wurde, mit lauter Stimme dem Wergenlern und dem Nebel ſeine Lenore vorzudeclamiren.
*) Ein erfahrner Mann, der ruhmreiche Kriegsdienſte aufzuweiſen hat.
Kus meiner Neſterſammlung.
Fortſetzung aus Nr. 19 des I. Jahrganges.
Gern erfülle ich den mehrfach ausgeſprochenen Wunſch, den ge⸗
ahten Leſer einmal wieder in mein Cabinetchen vor den Reſterſchrant t
u führen. unt ſo macht mir die Erfüllung des Wunſches doppelte Freude. Zu⸗
Bin ich doch ſelbſt recht lange Zeit nicht dort geweſen,
hyen habe ich ein neue Aqquiſition einzuflhhen, die wir indes gleich nnoch betrachten wollen.
Freilich das Aeußere verſpricht wenig genug: ein mehr als ſuß⸗ langes Conglomerat von alten, dürren Baumblättern, mit einer lfünnen Schlammſchicht überzogen und den im Dornicht der Auen⸗ wälder hangen gebliebenen Uederſchwemungshinterlefſenſch aften ſo ähnlich, wie ein Ei dem andern; ſo ähnlich, daß auch ein für ſolche Dinge geübtes Auge in der rauhen Schaale des Hoch waſſerüber⸗ UI. Jahrgang.
Von Dr. E. Baldamus.
bleibſels keineswegs den Kern eines Kunſtproductes ſuchen möchte. Erſt nach genauerer Beobachtung und Unterſuchung entdeckte ich den ſehr verſteckten Eingang und erkannte das Neſt unſeres kleinen, un⸗ ermüdlichen, zu aller Zeit liederfrohen Sängers, des allbekannten Zaunkönigs.
Beiläufig: der Name iſt doch eigentlich recht unpaſſend, und die bekannte fabulöſe Erklärung deſſelben ſtammt auch ſchwerlich aus dem Volksmunde. Der kleine, luſtige, mobile Patron iſt ſo durch und durch Sänger, daß die lächerliche Rolle vom König⸗Spielen der Zwerge auch gar nicht für ihn paßt!
Doch zurück zu dem Neſte. Ich hörte das helle, frohe Lied unſeres Zaunſchlüpfers in einem der friſchen, üppigen Saal⸗
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