Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
247
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rt dn Deuſſ Hurrah gegen die Kegelbahn an und die anrückenden Heſſen waren denn Lurnweſen von der preußiſchen Artillerie zurückgeworfen worden. udie er eben⸗ Es war 8 Uhr Abends und ſeine Leiche blieb in den Händen

an ſeten, von hjer Sieger, die, als ſie den Namen des Gefallenen erfuhren, auf die lalle Art ihr Bedauern an den Tag legten. Auf ſpeciellen Befehl e und wohl, hes Generalmajors von Wrangel wurden nech am ſpäten Abend 4 ſeine Schärpe, Uhr, Brieftaſche, Ringe ꝛc. verpackt und der trauern⸗ 1 mehr unterlag Fen Wittwe mit einem Beileidsbriefe überſandt. Am 15. wurde er eun den Schwerte mit noch zwei andern Officieren und 36 Soldaten ganz nahe dem o dielen ehren. Orte, wo er gefallen iſt, begraben.

nig bekannt, oder,**

* Seite bekannt, 8

1 einen vorüber⸗ Und immer noch, im Begriffe, die Feder niederzulegen, denken Wie diele ander, pir an den Ausſpruch des alten Horaz:Dulce et decorum est einer kleinlicenro patria mori und er klingt uns jetzt nicht mehr ſo bitter aber als die die am Anfange. Ja! auch Koeniger wie ſo viele andere iſt oarigteit an den

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für das Heil ſeines Deutſchen Vaterlandes gefallen! Es bedarf des tobenden, zermalmenden Gewitters, um die verſengte Erde zu verjüngen; es bedurfte, jetzt haben es viele Tauſende erſt einſehen gelernt dieſes kurzen und ſo energiſchen Krieges, um das politiſche und ſociale Gefühl in Deutſchland zu läutern; es bedurfte dieſer grauſen Hekatombe von entſchlafenen Brüdern und Freunden, damit Deutſchlands Sonne ſiegreich ſtrahlend die Nebel⸗ hülle ſeiner eigenen Apathie durchbräche!

Jetzt noch trauern unſre Seelen um die Dahingeſchiedenen; ſpäter nach langen Jahren wird ein einziges Denkmal die Namen der Nord⸗ und Süddeutſchen, die in dieſem Kampfe auf der blutigen Wahlſtatt blieben, der Nachwelt überweiſen und mit ſinnenden Blicken werden unſere glücklicheren Enkel auf dieſem Denk⸗ mal den Namen Julius Koenigers leſen, des

Deutſchen Officiers!

dieſem Vtanen⸗ Macht

Kacht hervorgehen enzen noch nicht Hehl daraus, daß bens Sieg Deutſch⸗

ener Pflicht getreu, leberzeugung nah, Bomadenhengſt, er lebt und webt in ſeiner Vornehmthuerei. Denkt iſtalten konnte! Such, neulich war ich mit ihm in einer ſteifen Profeſſorengeſellſchaft,

ein ſolchen Kata⸗ ſner eine Geſundheit auf die Frauen, auch die zukünftigen, aus, die

ſtern, der ſie duchs d lang und ſteif war, wie ſein Zopf. Cramer war mein Nachbar n ihm treu nach, ind ſtieß mich lachend an. Na, Voß, da nimmſt Du doch Antheil, ed zum Sterben onſt nimmt's Deine Selma übel! Nun, Du doch auch, entgegnete er Stolz der groß⸗ ch, ſonſt zankt Betty. Das brachte uns auf ein Geſpräch über unſere e nrerſchütterlich Mädchen, und Cramer fragte mich: tanzt denn Deine Selma? Nein! nſchen verborgen Singt ſie? Nein! Spricht ſie franzöſiſch? Nein? Nun, meine ſeen Augen⸗ Zetty kann das alles! Und meine Selma kann das alles nicht! e Vrverſcht Aber doch, meine ich, iſt ſie nicht weniger liebenswürdig, als die ahl ſeines Herm Deinige. Hat ſie Dir denn etwas geſtickt? Nein! Na, da ſieh, ſagte er, und zeigte mir eine Schreibtafel mit einem koſtbar geſtickten

rfe Fronhofen, eine Zande, das hat mir meine Betty geſchenkt. Ich nahm ſie in die ei Laufach Hand, und als ich ſie Beſehens halber etwas mehr an mein Geſicht brachte,

väßrend des Ge⸗ uftete mir eine Wolke von Wohlgerüchen entgegen. Deine Schreib⸗ doch zuweilen un⸗ tafel, ſagte ich, hat einen abſcheulichen Geruch! Um Gotteswillen, Reeiner Compagni Foß, ſie iſt parfümirt! Alſo parfümirt ſich Betty auch? Ja, das ſen preuüiſcen it feine Welt! Nun, ſo lieben ich und Selma uns nicht nach dem lice genügten, ihn Geſchmack der feinen Welt, aber wir lieben uns doch und ſind ſo ver⸗ b 94 ahmarſtirn mügt mit dem, was wir lieben, daß es uns vorkommt, dies wäre das Dder ddi Beſen, und jenes, was Du hergerechnet haſt, nur erbärmliche Neben⸗

ungehen und di

d galung es ihm unge! Ganz unrecht haſt Du nicht, aber ich halte dafür, daß 1 er diguſchlechen ſolche Nebendinge auch ſchön ſind und ſein müſſen, wenn das Leben

und mit einen 95 en Stelun und ihm ſeinen Geſchmack gelaſſen, aber ich fürchte, wenn er dieſen

zt ein ei

agrie in eine Kegel

zumal 26 3 fönnen, 4 ſaun as ſolche pomadiſirte Vornehmthuerei. iffen waren.;

ben, als er vor die haben/

zs auf meine brabe d ſor nich 1 Dich vermocht, mit der bezopften Profeſſorenſchar an einem Tiſch zu

it beiden 4 en, als 1 3* ta⸗Galle geworden iſt. n fallen le

reußen aufe

im ſitt preund dei Dahe mmähiem Jahre.

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apredet, die Stundm inneſänger! erabre an die

nerung wird uns

thaben, D. R

Bürgers Lenore und der Göttinger Hainbund. Ein Charakterbild aus der Sturm⸗ und Drangperiode der deutſchen Literatur. (Fortſetzung.)

Nein, nein! eiferte Voß,er iſt für uns verloren; er iſt ein Miller ein, die mancher für alles andere, als Minneſänger, gehalten

hätte, wenn man ihr Aeußeres allein betrachtete. Hölty war eine etwas plumpe, vierſchrötige Geſtalt mit eckigen Bewegungen, ſein Ge⸗ ſicht faſt ſtets träumeriſch, als ob er nichts hörte und ſähe, ſeine Augen niedergeſchlagen und, wenn er ſie erhob, mit einem faſt leeren und blöden Blicke ins Weite ſtierend. Milllr zeigte eine ebenfalls ziemlich unbehilfliche Figur, ein gutmüthiges, keineswegs geiſtreiches Geſicht thronte über einem ſtattlichen Prälatenbäuchlein. Die Ein⸗ tretenden wurden nach gewohnter Weiſe mit Küſſen und Freuden⸗ ausrufen begrüßt.

Als Voß Hölty eben zärtlich umarmt hielt und küßte, fuhr er auf ein Mal, wie von einem Scorpion geſtochen, zurück, rannte huſtend und puſtend in der Stube umher und ſchrie:Pfui Teufel, Hölty, Du haſt Dich parfümirt, à la Cramer.

Du biſt ein Narr, ſagte Hölty,ich wußte, daß es bei den trefflichen Stolbergs guten Wein geben würde, darum habe ich mir zum Trinken Bart und Haupthaar geſalbt.

Nimm's nicht übel, ſagte Voß,aber es roch faſt wie parfü⸗

Nun merke ich erſt den Unterſchied. Abwechslung muß ſein, ſagte Hölty,winden wir uns heute, wie die alten Barden, Eichenkränze ums Haupt, warum ſollen wir nicht auch ein Mal, wie Horaz und Anakreon, den Bart ſalben und Roſen ins Haar flechten.

Die gleiche Bewillkommnungsſcene wiederholte ſich, als kurz darauf Boie und Gotter und hinter ihnen der Kritiker Wehrs in die Stube traten. Namentlich Boie wurde mit Enthuſiasmus begrüßt und auf den Präſidentenſtuhl geleitet; die übrige Geſellſchaft nahm nach Luſt und Laune um die Tafel Platz, und zwar, der angenommenen Regel gemäß, zumeiſt bedeckten Hauptes. Jeder zündete ſich eine Pfeife an, ſelbſt wer nicht Raucher war, ſteckte der Form wegen eine in den Mund und ſchenkte ſich ein Glas Wein ein. Die Verſamm⸗ lung wurde von Boie für eröffnet erklärt.

Ich habe heute, begann er,den Freunden mehrere wichtige Eröffnungen zu machen, was um ſo eher geſchehen kann, als der eigentliche Zweck unſerer Zuſammenkunft auf ſpätere Stunden ver⸗ ſchoben werden muß. Bürger, der uns ſeine Lenore vorleſen will, kann erſt nach 9 Uhr eintreffen, bis dahin wollen wir die eingegan⸗ genen Briefe unſeres Meiſters Klopſtock verleſen, über den neuen Jahrgang unſeres Almanachs verhandeln, und ich werde den Brüdern die mit Bürger hinſichtlich ſeines Gedichts gepflogenen ſchrift lichen Unterhandlungen vorlegen. A Jove prinecipium, Meiſter Klopſtocks Briefe nehmen ſelbſtverſtändlich die erſte Rolle ein. Er

mirt.

überſendet dem Bunde ſeine eben erſcheinende Gelehrtenrepublik, die ich

hiermit feierlich zu den Werken des großen Mannes, die als Bundes⸗ eigenthum auf unſerem Tiſche liegen, hinzufüge. In einem höchſt liebevollen Briefe eröffnet er uns nun, welche Stelle in dem großen Werke er unſerem Bunde zugedacht hat. Er ſelbſt, der größte Dichter, der erſte Deutſche von denen, die leben, der frömmſte Mann, will Antheil haben an dem Bunde der Jünglinge. Er will Gerſtenberg,