1181 kusch
Kuvert 1182
Rat, als Titel des Hofnarren 1659 bei Butschky Kanzl. 498, schon im 15. Jh. Kuar zneilrat, Kurz- weileyrat.
kusch! Imperativ von kuschen, v.: sich legen(von Hunden, zunächst von dressierten Jagdhunden), beides 1741 bei Frisch. Aus franz. coucher cniederlegen» von lat. collocãre.
Kufß, m.(Gen.-Sses, Pl. Küsse): Berührung mit gespitzten Lippen als Zeichen der Liebe und Achtung. Mhd. kus m.(Gen. Kusses), im 12. Jh. auch kos n., ahd. cus m.(Gen. Gusses); dazu asächs.-mnd. us, afries. kos, ags. cos, coss m., engl. kiss, anord. koss m.,
schwed. dän. kyss. Zu lat. bãsium n.«Kuß,
falls dieses Lehnwort aus dem Sabinischen. Vgl. Walde und Johansson KZ. 36, 355. 4BL. küssen, v., mhd. kıssen, ahd. kussan; dazu asächs. ussian, mnd. kussen, afries. Kessa, ags. cyssan, engl. kiss, anord. kyssa, dän. Kyjsse. Got. dafür kukjan, ostfries. Küklken«küssen? mit andrer Wurzelableitung. Küßchen, n., 1691 bei Stieler Käßgen, mndl. cusken n. kußlich, adj., von Hölty und Voß um 1770 aus den Liedern der Minnesänger wieder auf- genommen, mhd. kuslich, Kuüslich; bei Wieland 21, 15 küsserlich. ZUS. Kußhand, f., 1716 bei Ludwig. Küßmonat, m.: der erste Monat in der Ehe(Kußmonat Basl. Chr. 1, 463, 33 von 1529).
Küste, f.(Pl.-/n): Meeresrand. Bei Duez 1664, Krämer 1678, aber ndl. schon 1599 Muste, koste f., aus afranz. coste f.(jetzt cõte)«Rippe, Seite», dann Seeufer, Küste, ital.-port. costa, span. cuesta f., von lat. costa f.«Rippe, Seite?.
Küster, m.(-v, Pl. wie Sg.): Kirchendiener. Mhd. kuster, guster, ahd. kustor, gustor m., aus mlat. custor, lat. custos m.«Wächter, Auf- seher, Hüter»(hier der Kirchenkleinodien, heiligen Gefäße). 4B L. Küsteréi, f., mhd. 1328 kusterle, 1242 custre. Küsterin, f., mhd. Kusterin, Küsterin, gustrinne f.
Kute, f.: Loch, Grube. Niederd. Form für Kaute. Bei Fontane Mathilde Möhring.
Kutsche, f.(Pl.-/): überdeckter Pracht- wagen. Im 16. und im 17. Jh. Kotsche, Cotschy, Gotschi, Guatschi, Gotschiloagen, Kutzsche, Gatsche, Kutze f., schlesisch damals Kulsche m. wie poln. Kocz und tschech. kο m. Entlehnt um 1500 aus gleichbed. ungar. kotsi(im 15. Jh. kocsi, sprich kotschi), aus dem Dorfe Kocs bei Raab stammend, wo solche urspr. zwei- rädrige Wagen nach Zeugnissen des 15. und 16. Jh. gebaut wurden. Daher auch nädl. koets f., ital. coccio m., franz. coche m., engl.
coach. 43L. Kutscher, m., im 16. und 17. Jh. Gatscher(Kiechel 6 von 1585, Henisch, Schönsleder). 1589 bei Mathesius das 1. Kap. des Evang. Joh. 922 Kutzscher, 1664 bei Duez Kutscher. Auch gewöhnlicher, aber unver- fälschter, eig.«Kutschers-Wein. kutschieren, V., 1678 bei Krämer, im 16. Jh. Kutschen, 1590 bei Fischart Garg. 15 das Subst. Gatschirer m. ZUS. Kutschbock, m.: erhöhter Kutscher- sitz, 1808 bei Campe. Kutschkasten, m., 1691 bei Stieler.
Kutte, f.(Pl.-n): weites verhüllendes (Mönchs-)Gewand. Mhd. kutte, kotte f., aus afranz. cote f.-langes Oberkleid», nfranz. cotte f. «Kleid», provenz. cota, und diese aus ahd. chozza f. und chozzo, Kozzo m.«grobes zottiges Wollenzeug und Kleid davon⸗(s. Kotze).
Kuttel, f.(fast nur im Pl. Kutteln): die Gedärme samt Wanst und Magen, insbes. eines eßbaren Tieres. 1537 bei Dasypodius der Sg. Kutle, 1561 bei Maaler Kuttel f., spät- mhd. der Pl. Kutlen, Kutlan, md. 1308 der Pl. Kotelen, schles. 1422 kottil und 1340 der Pl. kutiln; 1716 bei Ludwig Kuttel m. Dazu wohl got. gipus m.«Bauch, Magen, Mutter- leib», ahd. quiti«Gebärmutter», ags. cawip m., anord. Kvidr m. Bauchs; nd. Küt«Eingeweiden ist nicht verwandt. ZUS. Kuttelfleck, m:: zerschnittnes Gedürme mit Magen usw. zum Essen, 1482 im Voc. theut. r 8 5b kuttelfleck, bei Schmeller? 1, 1312 schon 1429 vom Stück eines zerteilten Rindsmagens(s. 1leck). Ruttelhof, m.: Schlachthof, md. 1340 Kutel- hof. Kuttelwurst, f.: in den Dickdarm gefüllte Wurst, in Thüringen.
Kutter, m.(-s, Pl. wie Sg.): Kriegsboot zum Schnellsegeln, einmastiges Fahrzeug zum Schnellsegeln. 1791 bei Roth, 1792 bei Krünitz Kutter, Cutter, aus gleichbed. engl. catter.
Kutz, m.: in den Kutzen streichen «schmeicheln», eig.«den zum Vogelfang ab- gerichteten Kaaz(s. d.) streicheln⸗ dann durch Schöntun sich beliebt machen. Im 15. bis 17. Jh. vielgebraucht(1494 bei Brant Narr. 100, 13), noch bei Wieland.
Kuvért, n.(-els, Pl.-e): Gedeck; Brief- umschlag. Das franz. couvert n., aus einem mlat. coopertum n., dem Neutr. des Part. Perf. Pass. von mlat. cooperire cbedecken»(woraus franz. couvrir), das aktivische Bedeutung er- halten hat. Zunächst nach dem lat. Copert, schon 1482 kopert«Deckey im Voc. theut. aa 22, im 17. Jh. auch in der Bed.«Briefumschlag» (Grimmelshausen Simpl. 293), verzeichnet 1678


