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coirassa, ital. corazza f., vom lat. Adj. coriaceus cledern», zu lat. corium n., franz. cuir m. Leder». 4BL. Kürassier, m.,(-s, Pl.-e): mit Küraß bekleideter Reiter. Nach glbd. franz. cuirassier m. 1740 bei Frisch Küraßier, im 17. Jh. Kürassirer und Kürissirer, 1664 bei Duez 1, 223 b Kürissier, 1654 bei Logau 2, 4, 82 Curassirer, im 15. u. 16. Jh. Kürisser (Liliencron 2, 93 von 1476), kuresser(Städte- chron. 5, 195, A. 1 vom J. 1450), md. 1517 bei Trochus F 2² koritzer m.
Kurät, m.(-en, Pl.-en); katholischer Geistlicher. Neulateinische Bildung von lat. curãre«sorgen», entsprechend dem glbd. franz. curé m. In Tirol. Kuratél, f.(Pl.-en): Schutzpflege eines Kurators. Im 18. Jh. aus mlat. curatela f.«VVormundschaft». Kurator, m.(-S, Pl.-en): amtlicher Vorstand und Ver- treter einer Körperschaft in Verwaltungs- sachen, Rechtsvorstand, Vorsteher eines zur eigenen Vermögensverwaltung Unfähigen. Im 16. Jh. Curator(Reichsordn. 197² von 1521), aus lat. chrätor m. Besorger, Vormund.
Kurbe, f.(Pl.-/): Kurbel. 1768 bei Moer- beek Kurbe, 1687 bei Hohberg 1, 101 b Kürbe f., rhein. im 15. Jh. korbe(Diefenb. gl. 263b), in den Fastnachtspielen des 15. Jh. 748, 14 der Dat. Kurm d. i. kurbe«gebogner Hand- griff am Schleifstein», mhd. kurhe, ahd. curba f. «Winde am Ziehbrunnen», 1541 schweiz. der Pl. Gürben Schiffsrippen» Frisius 227 2 und noch heute Gärbe m. f.«Schiffsrippe, krummer Handgriff an der Sense, Kurbel am Rady. Entlehnt aus franz. courbe f., von lat. curuus cgekrümmt». Davon Kurbel, f.(Pl.-n): krumm gebogne Handhabe zum Drehen eines Dinges, 1775 bei Adelung Kurbhel, 1743 bei Geßner Buchdruckerkunst 436 Corbel, 451 Gorbel«Handgriffy, 1562 bei Mathesius Sar. 207 b körbel, vielleicht schon im 15. Jh. Korbel, körbel(Diefenbach gl. 2732).
Kürbis, m.(Gen.-Sses, Pl.-sse): Ranken- gewächs und Frucht, lat. cucurbita. Bei Luther Kürbis, Körbis, bei Dasypodius 1537 Kürbiß, Kürps, mhd. Kürbiz, Kürbez, Kurbz m. (selten n.), ahd. churbiz, curbiz m.(selten f.); dazu and.(entlehnt) kurbia, mndl. im 14. Jh. curvete, ags. cyrfœt, cyrfet m. Aus glbd. lat. eucurbita f.
küren, Kurfürst usw., s. Kur.
Kuriälstil, m.(-s): die gerichtliche, Kanz- leischreibart. Kurial- aus dem lat. Adj. cũridlis (Fpätlat.«zum kaiserl. Hof gehörig») von lat. caria f.«Senatsversammlung usw. Kuriä-
lien, Pl.: Förmlichkeiten des Kanzleistils bei einem Gerichtshofe, 1714 bei Wächtler, aus ouridlia, dem Neutr. Pl. das lat. Adj. cãrialis.
Kurier, m.(-S, Pl.-e): Eilbote. Mhd. kurrier, kurier m.«Läufer, aus franz. courrier m., von franz. courir, lat. currere claufen, eilen. ZUS. Kurierzug, m., im 19. Jh.
kurieren, v.: ärztlich behandeln, heilen. 1557 bei Waldis Esopus 4, 23, 84 curiern, aus glbd. lat. cãräre, eig.«Fürsorge haben für jem.. Vgl. ²Kur.
kuriös, adj.: seltsam, verwunderlich. Im 17. Jh. curν«begierig, neugierig, geschäftig» (Nehring 1694), aus franz. curieuæ cneugierig, sonderbary, von lat. chriosus«sorgfültig, allzu sorgsam, wißpegierig, neugierigꝰ, zu lat. cüra f. «Sorge, Sorgfalt», während am Ende des 18. Jh. curios(Goethe 1773 lim Götz] 8, 23) wieder auf lat. chriõsus zurückging. Kuriosität, f., (Pl.-en): Neugier, Wißbegierde(1620 bei Albertinus Lustg. 195 Curiositet); Seltenheit, die Neugier anregendes Ding(1673 bei Weise Hauptverderber 17). Aus lat. cüriõsitas f. «Wißbegierde, Neugierdey.
kürmeln, v.: lallend sprechen(Opitz 2, 93); mit verliebtem Tun leise reden, freundlich verliebt murren(bei Lohenstein Arm. 1, 92 kirmeln); miteinander schön tun, kosen(bei Sperontes singende Muse 1, 74 Kürmeln). Noch schles. kirmeln, schweiz. chirmen clalleny.
kurren, v.: in tiefem Ton laut werden, wie kirren(s. d.) in feinerm. Vom wohl- behaglichen Schnurren der Katze 1788 bei Bode Thom. Jones 4, 325, 1562 bei Mathesius Sar. 309 b murren und kurren, mhd. Kurren grunzem, mndl. curren(von der Turteltaube). 4BL. kurrig, adj.: zu neckischem Mutwillen aufgelegt, leicht reizbar, leicht zornig. Von Bürger etwa 1773 aus nd. Mundarten in die Schriftsprache eingeführt.
Kurrénde, f.: das Singen armer Schüler von Haus zu Haus um milde Gaben. Zu lat. currere«laufeny. Current f. in der kur- sächsischen Schulordnung von 1580, Currente f. 1740 bei Frisch, Currende 1775 bei Adelung.
Kurréntschrift, f.: die gangbare(lau- fende), gewöhnliche deutsche Schreibschrift. 1562 bei Mathesius Sar. 794 Current f., 1582 bei Fischart Garg. 277 Current-Schrifft. Aus lat. currens(Gen. currentis), dem Part. Präs. von currere«laufen.
kurrig, s. kurren.
Kurs, m.(Gen.-es, Pl.-e): Lauf, Weg (des Schiffes, 1557 bei Waldis Esopus 2, 30, 87


