1175 Kuppel
Küraß 1176
Viertel des 18. Jh. aus der md. Volkssprache
aufgenommen, 1687 bei Zesen(des helikon. Näglein-Tahles dritter Vorbericht 5) Kubbe Kopf der Gewürznäglein», md. im 14. Jh. kuppe f.«Berggipfel, Gipfel», welche Bed. aus mhd. Kurpe, ahd. chuppa f. Kopfbedeckung unter dem Helm, Haube» hervorging, dies wohl entlehnt aus lat. cuppa f.«Tonne, Becher- (neben cupa, s. Kopf, Kufe) und nach der Ahnlichkeit auf die rund anschließende Kopf- bedeckung übertragen. Daneben mit hochd. pf mhd. Kapfe, kauffe, gupfe, ahd. chuppha f.«Kopf- bedeckung unter dem Helme», und mhd. gupfe, gupf m., Gipfel des Berges, Spitze des Turmes). 48L. kuppen, v.: die Kuppe abhauen oder abschneiden, 1691 bei Stieler.
Kuppel, f.(Pl.-n): halbkugelartig ge- wölbtes Dach. 1678 bei Krämer Cupel, 1711 bei Rädlein Cupel, Koppel f. Aus glbd. ital. cupola f.(daher franz. coupole), mlat. cupula, cuppala f.«Bechery, Dim. von lat. caãpa f. «Tonne, Faßy, cuppa f.«Tonne», ital. coppa f. Becher»(s. Kopf). Dies Dach wurde nach der Gestalt eines umgestürzten Bechers benannt.
Kuppel, f.: Koppel. d.).
sKuppel, m.(-J, Pl. wie Sg.): Kuppelei, bei Lessing 2, 445. kuppeln, v.: zu einem Läebesverhültnisse, zu außerehelicher Zusam- menkunft zusammenführen. 1353 kKuppeln (Städtechron. 9, 1021, 3). Eine besondre Bed. aus mhd. kuppeln«an ein Band legen, verbinden», von lat. cõpaläre zusammen- binden(s. Koppeln). 4BL. Kuppelei, f., 1678 bei Krämer. Kuppler, m., mhd. im 14. Jh. kuppeler, buppler m.; davon Kupplerin, f.,
mhd. im 14. Jh. Kupplerin, Kupplerei, f., im
15. Jh. kupplerei(ZfdA. 8, 540, 109), kupp- lerisch, adj., 1605 bei Albertinus Lustg. 228 kuplerisch. ZUS. Kuppelpelz, m.: Ehrenlohn für Stiftung einer Heirat, 1711 bei Rädlein.
iKur, f.(Pl.-en): Wahl, Erwählung. Mhd. Kür, küre, im 12. Jh. auch chare, chur, md. ur, kare, ahd. chauri f.«Prüfung, prüfende Wahl, insbesondre Königswahl»(mhd. auch schon die Kurfürstenwürdey, die siben kir Lohengrin 1962); dazu mndl. cure, core f. und als Mask. ndrhein. im 13. Jh. Kure, mnd. kore, auch md. Lure, kur, kore, mndl. core, ags. cyre«Wahly. Substantiv zu Kiesen(s. d.). Die umgelautete Form noch in Willkür(s. d.). Das anlautende oberd.—h, das in den letzten Jahrzehnten des 15. Jh. aufs neue geltend wurde, hat sich von der Kaiserwahl in der altertümlichen Schreibung Char bis ins 19. Jh.
erhalten. 4L. küren, v.(Prät. kürte, Part. gekurt): wählen, 1616 bei Henisch 603, 62, in ursprünglicherer Bed. aber 1595 bei Rollenhagen Froschm. 1, 2, 3, 42 nach Hasen küren auf Hasen lauern, ihnen nachstelleny, ostfries. Kküren«scharf hinsehen», mndl. coren cwartend blicken». Kkürisch, adj.: wählerisch, bes. in leckeren Speisen, 1786 bei Bode Thomas Jones 2, 241 Kührisch, aus md. und nd. Mund- arten. ZUS. Kurfürst, m.(en, Pl.-en): Wanlfürst des deutschen Reiches, mhd. Anf. des 14. Jh. Karfurste(Ottokars Reimchr. 12529 neben kurherre 12087), 1338 kürfürste(Höfer Urk. S. 327), md. Korforste(Ködiz Ludw. 6); davon kurfürstlich, adj., mhd. im 14. Jh. kurvürstlich, und Kurfürstentum, n., mhd. 1340 xurfürstentuom. Kurhut, m.: roter mit Hermelin ausgeschlagner Hut' als Zeichen der Kurfürstenwürde, 1631 das Dim. Chur- hütlin bei Opel und Cohn 30 j. Kr. 320, 8. Kurprinz, m.: Erbprin⸗ in einem kur- fürstlichen Hause, 1678 bei Krämer Chur- printz. Kurschwert, n., die zwei kreuzweis gelegten Schwerter im kurfürstlich sächsischen Wappen als Zeichen des Reichs-Erzmarschall- amts, 1740 bei Frisch der Pl. Charschawerder. Kurstaat, m.: Kurfürstentum, 1808 beiCampe. Kur, f.(Pl.-en): ärztliche Behandlung, Heilung. 1557 bei Heußlin Vogelb. 122 b und 1616 bei Henisch Cur, aus glbd. lat. cira f., zunächst«Sorgev. Vgl. kurieren. ZUS. Kur- pfuscher, m.: wer ohne staatliche Appro- bation Kranke heilt. Erst in neurer Zeit. Kurschmied, m.: Hufschmied, der zugleich die Kur des Pferdefußes usw. versteht, Tier- arzt, 1775 bei Adelung Curschmid. kuränt, adj.: geläufig, gangbar(als Münze). Das franz. courant«laufend, gang und gäbey, Part. Präs. von courir(aus lat. currire) claufenn. Im 17. Jh. entlehnt(1703 im Zeit.-Lex.). kuränzen, v.: züchtigen, runtermachen, hart anfahren; auch umherrennen. In den Mundarten weitverbreitet. Daneben koranzen (1785 bei Voß. Ged. 1, 294), karanzen(thürin- gisch), kurrenzen 1673 bei Weise Eram. 146 Nach Schröders einleuchtender Auseinander- setzung(Streckformen 106) Streckform zu kranzen, eig. im Kranz(Kreise) herumtreiben. Kürafß, m.(Gen.-Sses, Pl. Sse): Panzer, Brustharnisch. Im 15. Jh. Kiüraß(Sachsen- heim Mörin), Kurisz(Janssen Reichscorr. 1, 474 von 1439), meist küriß, mnd. kxuresser, koritz, koritzer m., urspr. wohl«Lederpanzer?, aus franz. cuirasse f.«(Leder-) Panzer», prov.


