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kostspielig 1128
von gr. Tpdqeiv«schreiben». Kosmopolit, m.(-en, Pl.-en): Weltbürger(Lessing 1, 249 vom J. 1747), aus gleichbed. gr. kocuorokirnc m., von xòcuoc und noN«irnc m.«Bürger»; dazu kosmopolitisch, adj.: weltbürgerlich, und Kosmopolitismus, m.: Weltbürgersinn, nach frz. cosmopolitisme m., beide 1801 Campe.
Kossät, Kossäte, m.(en, Pl.-en): auf Wohnhütte, Gärtchen und Weideplatz be- schränkter Ansässiger. In ostmitteldeutschen Vokabularien des 15. Jh. kossat, kussat, kassate, 1604 bei Colerus Hausb. 1, 11 Kossete(Var. Cossdte), aus mnd. kotsete, otsate, hochd. 1691 bei Stieler Kotsuß, zgs. aus Kot n. Hütte? u. Sasse m. Ansdssigery. Auch vläm. kossaat, ndl. 1598 kossate, ags. cotscta, cotsetla m. Vgl. Gärtner, 2 Kot, Sasse.
Kost, f.(ohne Pl.): Speise, Speisung; Lebensunterhalt. Im 16. Jh. auch schwach- flektiertes Masc., mhd. koste, kost f. Eins mit dem folgenden Kosten, indem in der gastfreien mhd. Zeit die Bed. Aufwand für Bewirtung und Verpflegung in die Bed. Bewirtung, Spei- sung überging(vgl. DW. 5, 1849). Im Anord. dagegen hat Mischung des Fremdwortes kostr m.(Speise, Lebensunterhalt, Aufwand) mit einheimischem kostr m.(Wahl, Gelegenheit, Bedingung, Lage) stattgefunden, das sich zu got. kustus m. Prüfungy, mhd.-ahd.-asächs. kust, ags. yt f. Wahl, Auserwählung» usw. stellt(s. kiesen).
kostbar, adj.: Kosten verursachend, kost- spielig(nochlso4 Schiller an Körner 4, 362); viel kostend, wertvoll;(im 18. Jh.) sich kost- bar machend, geziert sich benehmend, affektiert (Lessing 7, 265, nach franz. précieuæ). In den beiden ersten Bed. mhd. koste-, ostbœre, ge- kürzt kosper, zu Anfang des 15. Jh. kostpar. S. Kost und-bar. 4 BL. Kostbarkeit, f., im 15. Jh. bei H. Folz(Fastnachtsp. 1315) cosperkeit, im Vocab. predicantium s 42 kost- barlichkeit, Var. kostharkait(Diefenb. gl. 452 a).
Kosten, Pl.: wofür verausgabtes oder zu verausgabendes Geld. Bei Luther der jetzt veraltete Sg. Kost f. und(schwachbiegend) m., mhd. Koste, kost f. und(stark- u. schwachflekt.) m.«Wert, Preis einer Sache, Geldmittel zu einem bestimmten Zwecke, Geldausgabe wo- für, Aufwand», ahd. chosta f.; daneben älter- nhd. und noch mundartlich Käöste f. Aus gleichbed. mlat. costa f. und costus m., woher span. costa f., ital. sto m., afranz. couste, coste, nfranz. coüt m., abgeleitet von mlat. costare, lat. constäre(s. ikosten).
1kosten, v.: im Preise zu stehen kommen. Urspr., wie noch bei Luther und im 17. Jh., mit Akk. der Person, aber in der 2. Hälfte des 18. Jh., z. B. bei Lessing, Goethe, Schiller, Wieland usw., Schwanken zwischen Dat. und Akk., der Dat. vielleicht durch Einfluß des lat. constat mihi(es kostet mir»). Mhd. kosten c(an Geld) aufwenden, aufwenden machen, zu stehen kommen», mit Akk. der Person und nur einmal mit Dat.(Konrad v. Haslau Jüngling 459); dazu mnd. kosten mit Akk. oder Dat., anord.-'schwed. kosta, dän. koste. Aus mlat. costare(daher afrz. coster, couster, nfræ. conter), lat. constãre«im Preise zu stehen kommen). kosten, v.: prüfend kennen lernen, unter- suchen; beschmecken. Mhd. kosten, ahd. Kostön «prüfend untersuchen, versuchen», mhd. auch «schmeckend prüfen, beschmecken»; dazu asãchs. oοston, ags. costian«prüfen, versuchenꝰ, anord. kosta«versuchen, sich anstrengen». Ur- verwandt mit(oder entlehnt aus) lat. gustäre «wovon genießen, beschmecken». Vgl. Kiesen. kostfrei, adj.: frei von Unkosten, auch mit Bezug auf Beköstigung, 1515 im Eulen- spiegel 133. Im 16. und 17. Jh. häufig in der Bed.«freigebig mit Aufwand»(1516 bei Altenstaig Xostfrg), reichlich Kost gebend(bei Luther Sir. 31, 28). Vgl. Kost. Kostgänger, m.: wer wohin in die Kost zu gehen pflegt. 1505 in der Straßburger Gemma f 2a kostgenger Tischgenoß. köstlich, adj.: viel kostend, wertvoll, prächtig; durch Annehmlichkeithochgeschätzt, entzückend. In der 1. Bed. mhd. koste-, ost-, kostenlich, im 15. Jh. köstlich(Nürnb. Polizei- Ordn. 75, Brant Narr. 71, 21), in der 2. Bed. bei Luther. 4BL. Köstlichkeit, f., im 15. Jh. kostlichkait, Köstlichait(Nürnb. Pol.-Ord. 75 f.), im 14. Jh. Kostelicheit(Karlmeinet 386, 38). kostspielig, adj.: sich allzuviel in Kosten belaufend. 1775 bei Adelung, zuerst bei Haltaus 1125 aus einem 1729 niedergeschriebnen Akten- stücke der Gegend von Frankfurt a. M. ange- führt. Eig.«an Aufwand verschwenderischy, Zusammensetzung aus Kost und-Spillig(1790 bei J. G. Müller Siegfr. v. Lindenberg 3, 42 kostenspillig), mit Lautangleichung hervorge- gangen aus-Spildig, mhd.(12. Jh.) und ahd. (10. Jh.) spildeg«verschwenderisch»; noch in einer bayreuthischen Verordnung von 1743 kommt Kostenspilterung«Kostspieligkeit» vor, wie im 16. und 17. Jh. Geltspildang(Haltaus 635, Zincgref 1, 159). Dieses Spildeg aber stammt von ahd. spild«verschwenderischy;


