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Kolonie, f.(Pl.-eln): Pflanzort, Ansiede- lung. 1617 bei Hulsius Schiff. 13, 7 Colonie. Aus lat. colônia f.«Ansiedelei»(wovon in alter Zeit Köln), von lat. colönus m. Land- wirt, Pflanzery. Dazu Kolonist, m.(en, Pl.-en): Ansiedler, 1741 bei Frisch. koloni- sieren, v.: eine Kolonie gründen, bei Goethe 15, 1, 300, aber schon 1575 bei Fischart Garg. 17 colonisiren ansässig, einheimisch machen).
Kolönne, f.(Pl.-n): Säule, Heersäule, Aufstellung in Ordnung von größrer Tiefe. 1710 bei Nehring Colonne in militärischer Bed. Aus gleichbed. franz. colonne, ital. colonna f. cSäule», von lat. columna f.«Säuley. Dazu Kolonnäde, f.(Pl.-n): Säulengang, Säulen- halle(bei Herder z. Philosophie 1, 165 Colon- nade), aus gleichbed. franz. colonnade f., da- für 1712 bei Hübner Colonnata f.
Kolophönium, n.(-s): Geigenharz, be- nannt nach der Stadt Kolophon in Kleinasien, 1565 bei Paracelsus Wundartzney 55 Colo- fonie, 1678 bei Krämer Colofonien, Colfonien n.
Koloquinte, f.(Pl.-n): Bitter-, Papier- gurke. Bei Luther(2. Kön. 4. 39) der Pl. Colochinten, Kolguinten, 1536 bei Wicel An- notationes 1, 126 b Kolokinten, aus mlat. im 15. Jh. cologuintis, gr.-lat. colocynthis, gr. koxokxuvèic f.
kolorieren, v.: mit Farbe ausmalen, fürben(1571 bei Rot colorirn, 1562 bei Ma- thesius Sar. 49, 782 coloriren); mit künst- lichen Tonverzierungen singen(1571 bei Rot, colerieren 1551 bei Scheidt Grobianus 7). Aus lat. colõrãre«färbenꝰ, von color m.«Farbe?. Dazu Koloratür, f.(Pl.-en): künstliche Tonverzierung, 1571 bei Rot Coloratur, in eig. Bed. Fürbung,», 1562 bei Mathesius Sar. 265 b. Kolorit, n.(Jels, Pl.-e): Farbengebung, im 17. Jh.(1712 bei Hübner Colorit n., 1678 bei Krämer der Pl. Coloriten), aus gleichbed. ital. colorito m.
Kolõß, m.(Gen. Kolosses, Pl. Kolosse): Riesensäule, Riesengestalt. Im 17. Jh. bei Lohenstein Hyacinthen 56 der Plur. Kolossen, mit schwacher Flexion neben der starken noch bei Wieland, Goethe, Schiller. Aus gr. lat. colossus, gr. xoxoccc m.«Riesenbildsäuley, insbesondre die 70 Ellen hohe, dem Sonnen- gott geweihte eherne auf der Insel Rhodus. Dazu kolössisch, adj.: riesenmäßig, über- groß, ungeheuer, bei Wieland Idris 3, 58, Herder 2. Philosophie 5, 67, von gr.-lat. cο²οεsicu⁸, gr. xoNoccixc. Kolossãl, adj.(Goethe 31, 72), aufgenommen aus franz. colossal«riesig-, über-
groß»; davon kolossälisch, adj., bei Lessing 6, 454, Wieland Suppl. 4, 89, Schiller 7, 8.
kolportieren, v.: von Haus zu Haus tragen, im 18. Jh. aus franz. colporter, eig. cam Halse(lat. collum n.) tragen»(lat. portäre). Dazu Kolportéur, m., 1712 bei Hübner Col- porteur«mit italienischen und französischen Galanteriewaren umherwandernder Tablett- träger», aus franz. colporteur m. Kolpor- täge(spr.-äze), f.(Pl.-n): Hausierhandel, besonders mit Büchern.
Kolster, m.(-s): zäher Schleim, bei Les- sing 1, 203, entstanden aus Qualster(s. d.).
Kolter, m.(0s, Pl. wie Sg.): abgenähte (Bett-) Decke, Steppdecke. Bei Luther 2. Kön. 8, 15 Kolter, obd. im 16. Jh. und noch heute meist Golter. Mhd. kolter, golter, üblicher kulter, gulter m.(noch bayr. Galter), nd. kolter «Polster, Decke, worauf man sitzt oder liegt, zuweilen auch Bettdecken. Aus afranz. colstre, coltre, coutre f., von lat. culcitra f.«Polster, Matratzey. Dagegen entspringt aus der ein- fachern lat. Form culcita f. das gleichbed. md. Kalte, Kolte f., mnd. olte f., mndl. culct f.
²Kolter, n.(s, Pl. wie Sg.): Pflugmesser, Sech. Norddeutsch. 1640 bei Colerus Hausb. 4, 60 Kolter, mrhein. im 16. Jh. kolter, Kolffter (Weisth. 2, 538. 597), mehr ndrhein. 1413 kolter (ebd. 2, 726, 10). Aus gleichbed. afranz. coltre m., nfranz. coutre, ital. coltro m., von lat. culter m.«Messer, Pflugmesser.
Kolümne, f.(Pl.-n): bei den Buch- druckern die Spalte(eig. Schriftsäule) einer Buchseite, 1774 bei Adelung Colacmne, 1694 bei Nehring Columna, aus lat. columna f.«Suuley.
Kombinatiön, f.(Pl.-en): berechnende Verbindung(früh im 18. Jh.), aus mlat. combi- nãtio f. kombinieren, v.: berechnend ver- binden; zusammenfügen(1703 im Zeit.-Lex.). Aus spätlat. combindre(woher auch franz. combiner«je zwei verbinden»), zusammen- gesetzt aus lat. com-«mit, zusammen», und einer Ableitung von lat. bini je zweiy.
Komét, m.(-en, Pl.-en): Schweif-, Haar- stern,(1579 bei Calepinus) Strobelstern. 1482 im Voc. theut. r 2a komet, mhd. cométe m.; dazu ags. cométa m. Aus gr. lat. cométa, gr. wonfenc m., eig.«langes Haar tragender», von gr. xépn f.«Haar.
Komfört, m.(-S, Pl.*s): Behaglichkeit, Bequemlichkeit, um 1800 entlehnt, bei Goethe Naturw. Schr. 4, 142 der Pl. Comforts. Aus glbd. engl. comfort, mengl. comfort«Stärkung, Trost», durch afranz. confort m.«Stärkungs,


