Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1093-1094
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1093 Kokosnuß

Kollation 1094

von franz. oque f.«Gehäuse, Schale, Raupen- gespinsty, das vielleicht aus gr. Jat. concha, gr. kb; f. Muschel, Muschelschaley stammt. 1801 bei Campe.

Kokosnuf, f.: hartschalige, Milch enthal- tende Frucht der Kokospalme. 1595 bei Hul- sius Schiff. 1, 22 Cocos, 1628 bei Münster Cos- mogr. S. 1605 Cocosbaum, S. 1697 Cocobaum. Aus span. Port.-frz.-engl. coco m. Unerklärt.

Koks, m.(Pl., meist aber Sg.): abgeschwe- felte Steinkohle. Aus dem Pl.(cokxes) des engl. gleichbed. coke(in schlechter Schreibg. coake). Dialektisch bedeutet das Wort auch«Asche⸗ und«Mark von etwas, Kernhausy. Die ältere Form ist colke, das mit schwed.-dial. Kdlk «&Mark in Knochen» zu gr. Texfic«Kern im Knoblauchskopfy gehört. 1813 bei Campe.

Kolben, m.(-s, Pl. wie Sg.): Stiel, Stab mit dickem Knopfe, im Mittelalter als Waffe des gemeinen Mannes und Abzeichen(urspr. Waffe) des Narren; kolbenühnlicher Pflanzen- stengel(mhd. um 1400 in louchkolb m.); der kupferne oder gläserne Destillierkolben(1650 bei Moscherosch Philander 1, 222); das dicke Ende des Gewehrs(bei Lessing 8, 121, wie es scheint schon mhd. im Erec 5387 f. kolbe m. «die Kuppe des Streitkolbens»); an Dampf- maschinen der im Treibzylinder sich hin und her bewegende K. am Ende der Kolbenstange, im 19. Jh. benannt nach dem K. der alten Wasserkunst, der an der Kolbenstange befestigt und in der Pumpenröhre auf und ab steigend das Wasser drückt und hebt; nur als Fem. Kolbe«Kopf des Menschen»(bei Luther 3, 408 b), ckurzgestutzter Haarschopf»(Birlinger Augsburger Wb. 2862 vom J. 1503, mnd. 1559 kolwe f.),«Glatze»(1517 bei Trochus N1b kulbe f., noch md.). In 1. Bed. älternhd. Kolbe (noch bei Schubart 2, 65), Kolb, mhd. kolbe, ahd. kolbo m., md. im 12. Jh. colwo m. und colva f.(Germ. 9, 25, 73 b); dazu and. oloo m., nnd. Kalf f., ndl. Kolue, kolf f., woneben stark- biegend anord. kolfr m.«Wurfspieß mit kolbiger Spitze, Klöpfel der Glocke» u. die Abltg. eνοa f., dän. kölle«Keuley. Urverwandt entweder mit ir. gulban, kymr. gylfin«Stachel» oder mit lat. globus m.«Kugel, Haufe, Klumpeny. RA. Jem. mit Kolben lausen«mit dem Knüppel behan- deln(eig. scheren) und dadurch zur Vernunft bringen», aus der Baderstube entlehnt, mhd. narren mit kolben lüsen.

Kölibri, m.(s, Pl. wie Sg. und-s): das amerikanische Blumenvöglein. 1727 bei Hüb- ner Kolibri, 1774 bei Adelung Colibrit m.

(-en, Pl.-en)(so schon Fidibus Lpz. 1769 S. 9), Colibritchen n. Aus span. colibri m.

Kolik, f.(Pl.-en): Bauchgrimmen, Darm- gicht. 1664 bei Duez Colick, 1616 bei Henisch Colica f., 1591 bei Decimator Sylva vocabu- lorum Hh3 à Kolch, mnd. 1424 kolk f. Aus gr. lat. cõlica, gr. uxixi f.(zu ergünzen võcoc f. Krankheity), eig. Adj. von kä△X½△ov, kökov n. «Grimmdarmꝰ.

Kolk, m.(-es, Pl.-e): tiefes Wasserloch von Ausdehnung; Strudel, Wirbel. In Nord- deutschland. In der 1. Bed. bei Luther 3. Mos. 11, 36, mnd. Kolk, kulk, auch afries. Kolxk m. Grube, Loch, Augenhöhle»; in der 2. Bed. 1691 bei Stieler und 1663 bei Schottel S. 959, md. 1517 bei Trochus T 4 5b und schon im 14. Jh. bei Jeroschin kollt, mnd. kolk, Kullc, ndrhein. 1188 colc m.(Lacomblet Urkdb. 1, 358); dazu nndl. Koll f.«Abgrund, Strudeb». Vielleicht mit den unter Koks behandelten Worten verwandt.

Kolkrabe, m.(-n, Pl.-n): der gemeine große Rabe. In Norddeutschland. 1604 bei Decimator Gewissensteufel 73 Kolchrabe, 1691 bei Stieler Kollcrabe, benannt nach Frisch 1741 von seiner Stimme, die er im Halse macht, d. h. von kolken«dumpf gurgeln»(1691 bei Stieler kollcen, gulken, golkceren, um 1480 im Voc. inc. teut. k 1 golkatzen, Var. golkotzen).

Kollaborätor, m.(-s, Pl.-en): Schul- gehilfe. Im 18. Jh., aus mlat. collaborator m. von collabõrãre«mitarbeiten».

Kolläps, m.(-es, Pl.-se): Zusammen- bruch; schnelle Abnahme der Kräfte. Aus gleichbed. mlat. collapsus von colldbäri«zu- sammenstürzen». Aus der Sprache der Medi- zin in neuerer Zeit.

Kollatiön, f.(Pl.-en): Vergleichung zweier Schriften; Zwischenmahlzeit. In der 1. Bed. 1531 bei Hedio Josephus Vorr. 5 b Collation f., 1616 bei Henisch gekürzt Collatz f.«Vergleichungy. In der 2. Bed. urspr.«Vortrag über Tisch abends in einem Kloster»(mhd. collãcie f.), dann«kalte Mahlzeit, Trunk nach derselben» mhd. collation, collãcie f., verallgemeinert im 16. Jh. Collation, gekürzt Collatz f.(1575 bei Fischart Garg. 418) mit dem Zeitwort collatzen (Grimmelshausen Simpl. 2, 598 Klr.), franz. collation f.«Imbißy. Aus lat. collãtio f.«das Zusammentragen, Zusammentreffen, Vereini- gung, Vergleichung»; in den Klöstern wurden beim gemeinsamen Abendessen die Collationes patrum des Joh. Cassianus vorgelesen. Dazu kollationieren, v.: vergleichen, 1571 bei Rot collationirn, franz. collationner.

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