93⁵ invitieren
irr 936
Einsetzung in eine Würde, Belehnung mit derselben, mhd. im 14. Jh. investifir f., aus mlat. investitira f.
invitieren, v.: höflich auffordern, ein- laden. 1703 im Zeit.-Lex. aus gleichbed. lat. invitdre.
inwärtig, adj.: innerlich, im Innern wohnend. Mhd. inwertec, ahd. inwartäg, in wertig, Adv. inwartigo, eine Ableitung vom mhd. Adj. inwart und inwerte, ahd. inwar! und inzwarti, inwerti«inwendig, innerlich), dessen Gen. Sg. adverbial steht, nhd. imärts, mhd. inwertes, s. einzwdrts.
inwendig, adj.: Gegensatz von auswendig (s. d.). Mhd. innewendig, inzwendic, auch Adv. und dann im 14. Jh. Präp. mit Gen. oder Dat. «innerhalb, binnen).
inwiefern, konj., gebildet wie insofern, im 18. Jh.(Goethe an Schiller 1, 87), ülter wiefern(s. d.). inwieweit, konj., gebildet wie insoweit, im 18. Jh.
inwohnen, v.: einwohnen, bei Goethe 36, 150. Inwohner, m.: Einwohner(Thümmel Reise 9, 151), mhd. inne-, inwoner m. und inwonerinne f.
Inzicht, f.(Pl.-en): An., Beschuldigung. Mhd. und ahd. inziht f., von zeihen(s. d.). Im Nhd. der oberd. Gerichtssprache eigen, in die allgemeine Schriftsprache aber wieder gegen Ende des 18. Jh. eingeführt.
Inzucht, f.: einheimische, ungemischte Zucht, im Gegensatz zur Rassenkreuzung. Eine Neubildung?des 19. Jh.
inzwischen, adv.: während der Zeit(md. im 14. Jh. inzwischin); dann konj.: während der Zeit daß(Goethe 24, 288). Mhd. in-, enæwischen, ahd. inzwischen, in zwiskén als lokales Adv. cdazwischen), dann Präp. mit Dat.(s. zwischen).
Iper, f.(Pl.-n): die kleinblättrige Ulme, Ulmus sativa. Mhd. wper, nach franz. Wpr'écuu, Wpréau m., span. olmo de Ipre«Ulme von Yperny, einer Stadt in Westflandern.
irden, adj.: aus Erde bestehend oder ge- macht. Mhd. und ahd. irdin, erdin, dazu got. aëreins«irden», auch cirdisch»(wie ahd. und uhd. noch im 17. Jh.). Abgeleitet von Prde(s. d.), wie irdisch, adj.: der Erde angehörig, mhd. irdisch, irdesch, irsch, neben irdenisch, irdensch, ahd. irdisc, irdisg.
irgend, adv.: an einem(unbestimmten) Orte, zu einer(unbestimmten) Zeit, in einem (einzelnen nicht näher bezeichneten) Verhält-
nisse. Bei Luther irgend und irgent, mhd.
iergen, dann im 13. Jh. auch irgen und mit angetretnem? iergent, irgent, md. irgin, auch z8gez. ieren, spätahd. bereits iergen, ahd. 10 ꝛwergin(Otfrid 4, 31, 15), eine Verbindung von ahd. 0(s. Je) und wergin«an einem unbestimmten Ortey, entsprechend asächs. nawergin, mwargin, ags. hergen(aber negativ anord. hwergi«an keinem Orte, nirgends), aus asächs.-ags. anord.-got. hear«woy und der Indefinitpartikel-gin«irgendy, die dem got.-hun, aind.-dana entspricht. Vgl. nirgend.
Ironie, f.(Pl.-n):(absichtlich unter dem Gegenteile) versteckter Spott. Bei Rabener Sat. 1, 91 und Lessing 4, 196, aber bei Wächtler 1714 noch Ironia. Aus gleichbed. franz. ironie f., von gr. Jat. ironia, gr. eipuveia f. „Verstellung im Reden, bes. zum Necken und Beschämen», von gr. eipev m.«der sich in der Rede Verstellende». irönisch, adj.: ver- steckt spottend, nach dem lat. Adv. Ironice und gr. Adj. eipwvixöc.
irr, irre, adj.: von dem rechten Wege abgekommen(eigentlich und bildlich); ge-
störten Verstandes seiend; unsicher ob recht oder nicht. Mhd. irre, md. erre, er, ahd. irre
(auch erzürnt); dazu asächs. irri«zornig, er- bitterty, ebenso afries. ire, ags. irre, grre, eorre cerzürnt, verwirrto, got. ai:τzeis cirre, verführts. Davon Irre, f., mhd. irre, md. erre f.; dazu got. aĩrzei f.«Verführung, Irrlehre». Urver- wandt mit lat. erräre«irreny, error m.«Irr- tumy, irasjäti«er zürnt, ist übelgesinnt». irren, v.: 1) tr. irre machen, mhd. irren, md. auch erren, ahd. irran; dazu asächs. irrian«zerstören), mnd. erren«irre, zornig machen⸗, got. alrzjan cirre führen, verführen, betrügen»; 2) intr. irre sein oder werden, mhd. irren, md. auch erren, ahd. irreòn, irrõn. irrig, adj., mhd. irrec, mnd. errich. Irrsal, n.(-5): Verirrung, Irrfahrt; Irrung, Störung, Verwirrung. Mhd. irresal, irrsal m. f. n. «Irrung, Hindernis, Schadenz. Irrtum, m. (e*s, Pl. Irrtümer), mhd. irretuom, md. irre-, erretãũm, ahd. irri-, irratuom m. das Irren?⸗, bes. in Glaubenssachen, im Mhd. auch Zwi- stigkeity. Der Pl. im 17. Jh. bei Moscherosch Phil. 1, 200 und Schupp 427 Irrthume, bei Logau 2, 103 Frtümer. Irrung, f.(Pl.-en): das Abirren; Störung, Hemmung, Zwist, Zerwürfnis. Mhd. irrunge, irrung f., auch «Glaubensirrtum, Ketzerei». ZUS. Irren- haus, n., 1791 bei Roth. Irrfahrt, f., mhd. irrevart f. Irrgang, m., mhd. irre- ganc m. cirrer, zielloser Gang», im 15. Jh.


