Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
929-930
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929 Insiegel

Inster 930

Apophth. 1, 1 ins gemein, bei Luther 2. Makk. 9, 26 und H. Sachs in gemein, doch schon vor 1417 md. in daz gemeine, im 14. Jh. in die gemaine(j. Titurel 5233, 1), dazu 1477 elevisch intgemeyne und intgemeyn, schwed. i gemen, entsprechend dem franz. en général. insgesamt, adv.: alle oder alles in eins begriffen. 1644 bei Harsdörffer Gespr. 1, 2 ins gesamt, neben ingesammt(Scultetus bei LessingS, 282), entsprechend dem franz. en tout.

Insiegel, n.(-s, Pl. wie Sg.): Siegel, insbes. das Siegelbild des Petschafts(wobei in das Eingegrabensein und Eindrücken her- vorhebt). Veraltet und nur noch im Kanalei- stil. Mhd. insigele, insigel n.(auch Petschaft, Stempel, Wappen), ahd. insigili n.(auch Münze und halbmondförmiger metallener Schmuck); dazu mndl. inseghel, afries. insigil, ags. insegel, insigle, anord. innsigli n.(auch Siegelring).

insinuieren, v.: heimlich einflüstern(1703 im Zeit. Lex.); gerichtlich zustellen oder ein- händigen(1509 bei Brant Layensp. v 6b); refl. sich einschmeicheln, beliebt machen(1684 bei Schuppius 1369,«sich zumachen und fein applicirn» 1571 bei Rot). Aus lat. insinudre ain den Busen stecken, tief in etwas ein- dringen lassens,(bildlich)«in Gunst setzen, beliebt machen⸗, von lat. sinus Busenꝰ.

inskribieren, v.: einschreiben, eintragen, 1571 bei Rot, von gleichbed. lat. inscribére.

inskünftige, adv.: künftighin. Md. im

13. Jh. in daz kumftige(Passional 437, 56 K.). Gebildet wie insbesondere.

insofern, adv.: in dér Hinsicht(bei Gellert); dann konj.: in dér Hinsicht daß, unter der Einschränkung daß. Im 18. Jh. (bei Lessing 2, 384 in so fern), für ältres sofern(s. d.), gebildet mit dem Akk. Sg. des Neutr. von fern.

insolvént, adj.: zahlungsunfähig. Insol- vénz, f.: Zahlungsunfähigkeit, aus mlat. insol- ventia, von lat. solvere«lösen, bezahlen». Beide 1791 bei Roth.

insonderheit, adv.: für sich abgeschlos- sen; vor andern hervorgehoben. Bei Luther Mark. 4, 34 in sonderheit, 1508 in sunderheit, 1556 bei Frisius 432 b insunderheit und 1201‧b

in Sunderheit, 1482 bei Melber Bb 4 in

einer sunderheit, 2gs. mit Sonderheit, mhd. sunderheit f. insonders, adv.: besonders, vorzugsweise, insonderheit, nur noch in her- gebrachtem steifem Brief- oder Kanaleistil. 1561 bei Maaler insunders, dafür ahd.(um

weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

1000) in sunder, insunder, mhd. insunder, gebildet mit dem Akk. Sg. des Adj. sunder cabgesondert».

insoweit, adv. und konj.: in dér Aus- dehnung. Bei Stieler 1691, gebildet wie in- sofern, bei Schiller an Goethe 1, 2 in so eweit.

Inspektiön, f.(Pl.-n): Besichtigung; Ob-, Aufsicht. 1562 bei Mathesius Sar. 195 b Inspection, aus lat. inspectio f. Inspektor, m.(-es, Pl.-en): Aufseher; höhrer Aufsichts- beamter. 1582 bei Fischart Garg. 208, aus lat. inspector m. inspizieren, v.: besich- tigen, in Augenschein nehmen, beaufsichtigen, aus gleichbed. lat. inspicére. installieren, v.: in eine Stelle, in ein Amt einsetzen, bestallen. 1562 bei Mathesius Sar. 175², aus gleichbed. mlat. installare, zu mlat. stallas m. Chorstuhl⸗, von ahd. stal m. (Gen. stalles)«Stelle?.

inständig, adj.: fest anhaltend in etwas, peharrlich. Um 1500 bei Diefenbach gl. 301° das Adj. nstendig, ahd. das Adv. instendigo. Zu älternhd. Instand m.«dauernder Bestand» (Franck Sprichw. 1, 93²), got. instandan«stehn bleiben, beharrén.

Instänz, f.(Pl.-en): das inständige An- suchen einer Sache; Gerichtsbehörde, Ge- richtsstand(1495 in Reichsordn. 17 5b die erste Instantz); einem Satz entgegenstehendes Bei- spiel, Gegenfall, beweis, Einwurf(1571 bei Rot Instantz«Hindrung und widerdrieß). Aus lat. instantia f. anhaltender Fleiß, in- ständiges Bitten», von instans, dem Part. Präs. von instäre auf etwas stehen, es emsig betreiben, mit Bitten drängenv, und schon mhd.(md.) in der Glosse zum Weichbild- recht entlehnt instancie f.(Germania 20, 44).

Inste, m.(-n, Pl.-n): ein Häusler auf

dem Lande, der zur Miete wohnt. Niederd.,

in Schleswig Inste(Adelung 1775), pomm. und märk. Instmann(bei Frisch 1741). Ge- kürzt aus nd. inséte, das dem mhd. inscze «Insasse»(s. d.) entspricht.

Inster, n.(-s, Pl. wie Sg.): das eßbare Eingeweide eines geschlachteten Tieres. Ost- md. und niederd., 1544 in Leipziger Stadt- ordn. G 1a, mnd. inster n., Nebenform nster n. bei Duez 1664 und Rädlein 1711; dazu Unster n. der Magen(Wanst) der Wieder- käuer»(1598 bei Hutter diction. harmon. 594), anord. istr n.«Fett», istra f.«Fetthülle der Eingeweides, schwed.-dün. ister«Flomenꝰ. Dazu apreuß. instran«Schmer,»(entlehnt?). Wohl stammverwandt mit lat. intestina, aind.

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