Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
881-882
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881 Hohn

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Hokuspokus 88

verletzenden, herabsetzenden Ubermutes gegen jemand. Md. im 14. Jahrh.(selten) hön m. «Schmach», noch bei Luther im Sinne von «Schmach, Schande»(Jer. 31, 19); dafür mhd. hœne f. und hœnde f., md. hôöne f.«Schmach, Schande, verletzendes hochfahrendes Wesen?, ahd. höna und hônida f., asächs. hönda f., and. hönitha«Schmach, Schimpf», Substantivum zum mhd. Adj. hœne, md. höne«verachtet, durch Schmühung an der Ehre kränkend,

hochfahrend, zornig, böse, ahd. höni und ags. héan«schmachvoll, verachtet, niedrigy,

got. hauns niedrig, demütig). Urverwandt mit lett. kauns m.«Schmach, Schande, Scham, Hohnꝰ, lit. Kuvétis«sich schämenꝰ», gr. aòpoc: kaxoc. Vgl. noch Uhlenbeck Btr. 30, 289. Aus dem(dermanischen entlehnt franz. honte f., ital. onta f., altspan. fonta f.«Schande». 4B L. höhnen, v., mhd. hœnen, md. und mnd. honen, ahd. hönen«schmäühen, entehrens, afries. héna chöhnen», ags. hynan, hénan de- mütigen, schimpflich behandeln», got. haunjan cjem. erniedrigem; aus dem Germanischen ent- lehnt ital. onire, afranz. honnir«beschimpfen». höhnisch, adj., mhd. hœnisch. hohnecken, v.: mit Sticheleien höhnen, 1691 bei Stieler honecken und honecheln, 1644 bei Harsdörffer Gespr. 1, Y5 b honecklen, bayr. und nd. ho- neckeln. Schon Stieler und Frisch betrachten das Wort als eine Zusammensetz. mit ecken (in ausechen cermessen, erwägen», dann cbe- kritteln, tadelns), bayr. eckeln mit jem.«ihm

scharfe, beleidigende, herausfordernde Worte

sagen»(von mhd. ecke f. chervorstehende Spitze, Schneide der Waffe), auseckeln«ver- spotten) und durcheckeln«tadelnd durch- ziehen»(bei Frisch); allein wahrscheinlich

ist es wie thüring. obersächs. hohniepeln (auch hohnepiepeln)«verspotten» eine Ver-

stümmelung und Umbildung des nicht mehr verstandnen älternhd. holhippeln(Luther 1, 3612), holhippen(H. Sachs Fab. 10, 136) «schmähen, lüstern, spotten», von älternhd. (15. und 16. Jh.) holhipper m.«Hippenjunge, hausierender Verkäufer von Hohlhippen oder Hohlwaffeln», dann(weil er die verächtliche Behandlung mit Schmähungen und Hohn ver- galt)«Schmäher, Lästrer». ZUS. Hohn- gelächter, n., 1664 bei Duez. hohnlächeln, v., 1775 bei Adelung. hohnlachen, v., mhd. hönlachen chinterlistig lachen». hohn- sprechen, v., 1414 hoensprechen und im 15. Jh. hönspreken(Diefenb. gl. 148²); Hohn- sprecher, m., 1691 bei Stieler. weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

hoho! Interj. des Zurufs, des Triumphie- rens(im 14. Jh. Limburger Chron. 74, 4 W.), dann des Einwurfs und Zweifels(1555 bei Wickram Rollw. 73, 17 K.). S. 0.

Hohofen, s. Hochofen.

Höhrauch, s. Herauch.

hojahnen, v.: gähnen(Wieland 5, 266). Ein lautmalendes nd. Wort bei norddeutschen Schriftstellern, mnd. hojanen und im 15. Jh. bei Diefenbach gl. 276 hoianen, md. 1517 bei Trochus Q3 b hoganen.

Höke, m.(-n/, Pl.-n): Kleinverkäufer roher Eßwaren usw. an öffentlichem Platze. Mhd. hucke, md. hocke m., noch westmd. Hocke(z. B. in Frankfurt a. M.), 1664 bei Duez Höch; mit verlängertem Vokal mnd. hoke, hoken m., md. in den Nordhäuser Statuten des 15. Jh. und 1517 bei Trochus F 5 holce, daher bei Stieler Hoke neben Höker und bei Frisch Hole und Höle. Mit Weiterbildung mudl. heukster m., mittelengl. huckstere, engl. huckster und hucksterer«Höke». Wahrschein- lich zu Hocke, Hucke f.«Traglast, Bündel», hockhten ceine Last auf dem Rücken tragen» (s. Hucke), also der Kleinkrämer, der die auf dem Lande aufgekaufte und von ihm feilgebotne Ware selbst auf dem Rücken trägt. 4B L. höken, v.: Kleinverkauf mit Lebens- mitteln treiben, 1691 bei Stieler hoken, höken, mnd. hoken, dafür bei Möser patr. Phant. 1, 28 höckern. Höker, m.(-s, Pl. wie Sg.): Höke, mhd.-md. hucker, hocker und hockener, 1477 bei Diefenbach gl. 422 b hockler, 1562 bei Mathesius Sar. 1732 Höckeler, 1664 bei Duez Hãcker, 1678 bei Krämer Hocker und Hockler, 1691 bei Stieler Höker, Hoker und Hucker. Hökerei, f., 1664 bei Duez Hockerey. Hökin, f.: Kleinverkänferin, im 16. Jahrh. Höckin (Frankf. Reform. 1, 45§ 17), dafür spätmhd. hocke f., noch 1678 bei Krämer Hocke f. neben Hocklerin, 1664 bei Duez Hãäckerin, 1691 bei Stieler Hökerinn.

Hokuspokus, m., früher auch n.(Gen. un- verändert): Taschenspielerei; Gaukelspiel, Gau- kelwerk. Das Wort taucht zuerst in Eng- land auf, hocosνοσσςᷣ 1624 als Bezeichnung für Taschenspieler, 1632 als Zauberformel, und wandert über Holland nach Deutschland, 1644 bei Duez Nomencl. 131 Oboæ«Taschenspieler', 1650 bei Moscherosch Phil. 1, 371 Ocus Bocus als Name eines Buchhändlers und Druckers leichtfertiger Geschichten, 1663 bei Schuppius 199 Ockes-Bockes-Possen treiben(1656 von Taschenspielern) und 708 Ockes Bockes, der

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