Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
825-826
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825 Hausen

auf den Dächern wachsende saftige Kraut Sempervivum, mhd. und ahd. AMszwurz f. Hauszins, m.: Mietgeld für Wohnung, mhd. nhszins m.

Hausen, m.(-v, Pl. wie Sg.): der große Stör. Mhd. Aüse, schon im 13. Jh. auch husen, ahd. hüso m., mnd. Msen m. In welchem Verhältnis dazu tschech. u-x, poln. 2 m. Hausen» stehen, ist unklar, wahrscheinlich sind sie entlehnt. Da der Kopf des Hausen gepanzert ist, könnte man mit Falk-Torp an Zusammenhang mit anord. hauss m.«Schädel, lit. k⁴ναιςιας f. Hirnschaley denken. Z0S. Hausenblase, f.: Leim aus der Leimblase des Hausens, 1562 bei Mathesius Sar. 47 5b Hausenplase.

hauß, haußen, adv.: hier außen. Mhd. haze, md. hüzen, zsgez. aus hie ize, hie Agen, wie mhd. hinne aus hie inne.

Hausse,(spr. Hõße) f.: das Steigen der Wertpapiere. Aus gleichbed. frz. hausse f., das zu haut«hoch»(aus lat. altus) gehört. Erst im 19. Jh. Gegensatz Baisse f.«das Sinken der Wertpapiere» aus gleichbed. frz. haisse f.(von lat. bassus«niedrigs).

Hauste, m.(9n, Pl.-n) und Hausten, m.(-s, Pl. wie Sg.): Haufen, aufgestellter Frucht-, Heuhaufen. Mhd. häste m., im 16. Jh. hauste m. Haufen»; dazu clev. 1477 NAlνst Kornhaufen». Aus*häfste zu Haufen(s. d.).

Haut, f.(Pl. Häute): die natürliche Decke des Tier- oder Pflanzenkörpers; übertr. der Mensch selbst(schon mhd.). In urspr. Bed. mhd. und ahd. Aät f.(Pl. mhd. hiute, hiat, ahd. hnti); dazu andd. hũd, ndl. hauic, afries. hũd und héde, ags. hyd, engl. hide, anord. hudt f., schwed.-dün. had. Urverwandt mit lat. cutis f. Haut», gr. xöroc n.«Haut, Hülley, erkuri Adv.«bis auf die Haut», apreuß. keuto«Hauty, lit. Kauta? m. Pl.«Eierschalen», (mit S-Präfix) gr. còroc n.«Haut, Leder', lat. schütun n.«Schild. Vgl. Schote. 41. häuten, v., 1741 bei Frisch trans. u. refl., mhd. in A3-, enthiuten; dagegen ist häuteln, v., bei Frisch 1741, von spätmhd. heutel n.«Häutchen⸗ abgeleitet. häutig, adj. in dick-, weißthäutig, mhd. ⁵eρ μec. Häutung, f., bei Goethe 26, 191. ZUS. Auf der Volksredensart in die Haut hinein= durchaus, von Grund aus, beruhen: hautehrlich, adj.: grundehrlich, bei Maler Müller 3, 64; hautsatt, adj.: völlig satt, ebenda 2, 28; hautreich, adj.: grund- reich, bei Hebel im geheilten Patienten.

Havarſie, f.(Pl.-/): Schaden an dem

Hebel 826

Schiff und dessen Ladung außer dem Hafen; allerlei Schiffsunkosten, als Hafen-, Lotsen-, Ankergeld etc. 1716 bei Ludwig 4verey, Avarie, Haverey*f, Haferey, nd. 1582 bei Chy- träus Cap. 36 haferye f., mndl. im 16. Jh. averije, haverije, nndl. avarij, havarij f., aus gleichbed. franz. avarie, ital. avaria f., mlat. Ende des 14. Jh. aus genuesischen Quellen avaria, vielleicht aus arab.' αιαασ αdebrechen, Beschädigung, beschädigte Warey, aulbara cbeschädigeny». Die Form mit h wohl im Gedanken an Hafen.

he! Interj. der Anrede, des Fragens, Lachens, Spottens. Mhd. als Interj. der Anrede, Anfang des 16. Jh. im Friedberger Passionsspiel Bl. 30 2 als Interj. des Lachens.

Hebamme, f.(Pl.-n): Geburtshelferin, Wehmutter. Mhd. im 15. Jh. hebamme, im 12. Jh. heve-, heu-, hefamme f., mit Anlehnung an Amme(s. d.) aus ahd. hevanna, hevianna, hefihanna f., das entweder eine Verbalableitung von heben(s. d.) oder wahrscheinlicher Zu- sammensetzung mit ahd. ana, mhd. ane f. Großmutter»(s. Ahn) ist. Daneben spätmhd. heb-, hevemuter(Diefenb. gl. 390), mnd. heve- moder f. Hessisch heißt die Hebamme Elter, Eller f., das urspr. Großmutter bed.; nndl. vroedvrouao f., von vroed«klug, weisen(ahd. frõt, fruot, got. frops), franz. sage-femme f.

Hebel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Hebestange. Spätmhd. 1432 hebel m. in dieser Bedeutung. Aber schon ahd. hevil, hevilo m. Hefey, eigentlich«Hebemittel». Von heben, v. (Prät. hob, Konj. höbe, Part. gehoben): in die Höhe bewegen; wegschaffen. Mhd. heben, heven, md. auch haben, ahd. heffan, heven; dazu asächs. hebbian, mnd. heven, nndl. heffen, afries. heva, ags. hebban, engl. heave, anord. hefja, schwed. häfva, dän. häve, got. hafjan. Das Prät lautet mhd. und ahd. huop, älternhd. und noch in der Dichtersprache hub, das Part. mhd. gehaben, ahd. haban, noch 1690 bei Bödiker gehaben neben gehoben, in Zusammen- setzungen bei Herder 1, 95 und Wieland 21, 72 aufgehaben. Urverwandt mit lat. capére cfasseny, gr. Kürnn f. Griffy. Vgl. Haff, Hefe. 4BL. Hebe, f.: jüdisches Hebopfer, bei Luther, mit Beziehung auf einen Gebrauch feierlicher Hebung in die Höhe. Heber, m.: Werkzeug zum Heben von Gegenständen (Naaler 1561) und Flüssigkeiten(Stieler 1691). Hebung, f., spätmhd. in ent-, Ahebunge; bei Luther Hebung f. in der Bed. Opfery;