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neben auch Belch, Belchen, mhd. balche. Dunkler Herkunft. Vielleicht mit 1 aus r wie in dem alem. Kilche aus Kirche aus Ferch zu Forelle(s. d.).
Feld, n.(es, Pl. Felder): Erdfläche; Fläche zum Fruchtbau; Schlachtfeld; Fläche in etwas. Mhd. velt(Gen. veldes), ahd. feld n.; dazu asächs. feld, ndl. veld n., afries.-ags. feld m., engl. field; ferner gehört hierher mit Ablaut asächs. folda, ags. folde, anord. fold f. Erde, Erdboden, Land. Verwandt ist aind. prthiut f.«Erde⸗, das Fem. zu aind. Prthlg „breity, gr. Xoruc, lit. platis æbreit», kelt. Letavia, ir. Letha, kymr. Litau«Armorica?, eig.«breites Land. Auch abg. polje n.«Feld» ist vielleicht wurzelverwandt. ZUS. Feld- bett, n.: in Feldlagern übliches, sägebock- artiges Bettgestell, bei Henisch 1616 Feldbeth. Feldflasche, f., im 16. Jh.(Fischart Garg. 317). feldflüchtig, adj.: fahnenflüchtig, im 15. Jh., während Feldflucht, f. früh im 16. Jh. vorkommt. Feldgeschrei, n.: er- mutigendes Geschrei beim ersten Angriff in der Schlacht(Jos. 6, 10. 16, 20); Losungs- wort der Soldaten als Erkennungszeichen untereinander. Feldgeschütz, n., im 15. Jh. bei Ehingen 27 und 1546 in Schertlins Briefen 91 als Kollektiv. Feldherr, m., bei Dasy- podius 1537. Feldhuhn, n.: Rebhuhn, mhd. velthuon, ahd. feldhuon n. Feldkümmel, m.: wilder Kümmel, mhd. veltkrümel m., auch s. V. a. Quendel, für das mhd. veltkonele, veltquenel, ahd. feldkonala, feldguenela f.(s. Cuendel) eingetreten. Feldmarschall, m. Im 16. Jh. dafür Feldmarschalk(Liliencron 4, 612, vom J. 1554, Schertlins Briefe 134 u. 164 von 1546), s. Marschall. Feldmesser, m. Verdeutschung des lat.-gr. geometer. 1616 bei Henisch neben Landmesser, was heute als amtlicher Ausdruck durchgedrungen ist. Feldprediger, m., 1617 bei Wallhausen corp. mil. 98. Feldscher, m.: Wundarzt beim Heer. Gekürzt aus dem schon im 16. Jh. vorkommenden Feldscherer(IH. Sachs Fab. 161, 83). Feldstuhl, m.: Stuhl zum Zu- sammenklappen. Entstellt aus Faltstuhl, mhd. valtstuol m., worauf das franz. fauteuil m. zu- rückgeht, and. faldistöl m. Feldwebel, m.: erster Unteroffizier. Im 16. Jh. dafür Feld- weihel(1535 bei Micyllus Tacitus 295 b), 1583 Felchoähel(Mone Anz. 8, 169), s. Weibel. Feldweg, m., bei Henisch 1616. Feld- weges bei Luther, mit vorstehender Zahl, z. B. 1. Mos. 38, 19, 2. Kön. 5, 19, gehört
nicht hierher, sondern ist durch Anschieben des abhängigen Gen. Weges an Feld ent- standen, das hier, wie mhd. veld im Anno- lied 796, ein Bodenflächenmaß bedeutet.(in der griech. Bibel crddiov). Feldzeichen, n.: Fahne. Bei Luther. Feldzeug, n.: Ge- schütz, 1663 bei Schottel 486; bei Krämer 1678 als Mask. Daher Feldzeugmeister, m.: Artilleriegeneral, im 16. Jh. bei Frons- perger 2, 36 b, noch jetzt in Osterreich. Feld- zug, m., 1545 in Herbersteins Selbstbiographie Fontes rer. austr. I, 1, 366.
1Felge, f.(Pl.-n): eins der krummen Holzstücke des Radkreises; Ring des Metz- gers zum Ausspannen des Darmes beim Wurststopfen. Mhd. velge, ahd. felaga, felga f., auch and. felga, ndl. velg, ags. felg f., engl. fellg, dän.(entlehnt) fälge in der 1. Bed., 1482 felg(voc. theut. h 5 ²) in der 2. Bed. Vielleicht mit Ablaut zum folgenden, indem man von der Bedeutung«Krummholzy ausgeht, vgl. Wiedemann Bezz. Btr. 28, 20.
2Felge, f.(Pl.-n), Falge: das zweite oder dritte Pflügen; Auflockern des Bodens mit der Hacke; Brachland, das zum zweiten- mal gepflügt ist. Das ahd. felga f.«Eggey, dessen e durch Umlaut entstanden ist; dazu mnd. valge f.«Eggen des Brachfeldes, Brach- feldy, ags. fealh f. Eggey, mengl. falge f. Brachfeldy. 4 L. felgen, falgen v., zum zweiten- oder drittenmal pflügen, den Boden auflockern, mhd. velgen(Prät. valcte), valgen «umackerny; dazu engl. fallow«nach der Brache zum erstenmal pflügen.
Fell, n.(es, Pl.-e): Tierhaut, im ver- ächtlichen Sinne auch Menschenhaut. Mhd. vel(Gen. velles), ahd. fel n.«Haut, auch vom Menschen»; dazu asächs. fel, ndl. vel, ags.-engl. fell, anord. ſjall(in Zusammen- setzungen), got. fill in Frutsfill n.«Aussatzy. Ubereinstimmend mit lat. pellis f.«abgezogene Tierhaut», und weiter zu gr. reXu n.«Sohle am Fußy(vgl. ags. flmen n.(ᷣHäutchen auf dem Auge, Vorhauto, engl. film). Vgl. Walde s. V. Pellis, J. Schmidt Kritik der Sonanten- theorie 102.
Felleisen, n.(“s, Pl. wie Sg.): lederner Reisesack. Angelehnt an Fell und Eisen, älternhd. aber meist Felles, Fellis, Felleis (Co noch bei Stieler 1691, neben Felleisen,
schon bei Comenius 1640), mhd. vel?s, ver-
einzelt auch schon velisen. Mit ndl. valies aus dem gleichbed. franz. valise, ital. valigia f., deren Herkunft noch dunkel ist.
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