Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
423-424
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423 einsam

Einstand 424

einsam, adj. u. adv.: mit sich allein; von anderm Lebenden entfernt. In Vokabularen des 15. Jh.(Diefenbach gl. 541 b), dann bei Luther. Aus dem Deutschen ndl. eenzam, schwed. ensam, dän. ensom. Gebildet von ein«allein, für sich abgesonderty». 4 BL. Einsamkeit, f. Im 15. Jh. einsamcheit f. (Diefenbach a. a. O.).

einschalten, s. schalten.

einsehärfen, v.: scharf, entschieden sagen. Im 17. Jh.(Moscherosch ins. cur. par. 26). Vgl. bei Stieler 1691 einem das Gesetz schürfen «eindringlich ermahnen⸗.

Einschiebsel, n. Von Gottsched Sprachk. ³ 504 für Parenthese gebildet.

einschläfern, v.: in Schlaf bringen. Bei Krämer 1678. Alternhd. einschläfen(noch bei Wieland), zu mhd. slœfen(in entslœfen «schlafen machen).

Einschlag, m.(-es): das Hineinschlagen und was eingeschlagen wird; bei den Webern der in den Aufzug, Zettel, eingeworfene Fa- den, auch Einschauß, Eintrag(s. d.). In dieser Bed. schon mnd. Inslach, auch 1599 bei Kilian 214 inslagh. Hd. pei Stieler 1691.

einschlägig, adj.: in Betracht kommend. Von Campe 1807 als landschaftliches Wort an- geführt. Von einschlagen: sich in ein Gebiet hineinerstrecken, betreffen(bei Frisch 1741).

einschließlich, adv. Von Campe für lat. inclusibe gebildet.

einschreiten, v.: gegen Ungeseteliches die gesetzlichen Maßregeln treffen. Noch nicht bei Adelung 1793, aber bei Heynatz 1795 als ein Wort des Reichskanzleistils erwühnt.

einschüchtern, v.: schüchtern machen. Bei Campe 1807 als neues Wort.

einschürig, adj.: nur einer Schur jähr- lich unterworfen. Bei Frisch 1741 einscherig, das auch Adelung und Heynatz noch kennen.

einschustern, v., im Schustern(Schuh- flicken) zusetzen; überhaupt aus eignem Ver- mögen zusetzen; in Vermögensverfall kommen. Bei Stieler 1691. Vgl. zuschustern.

einschwärzen, v.: Waren heimlich über die Grenze bringen;(übertragen) unvermerkt hineinbringen. Urspr. obd. Wort, 8. schabärzen, aber in der 2. Bed. im 18. Jh. auch in Nord- deutschland üblich(Hermes Sophiens Reise 3, 389).

Einsicht, f.: das Hineinsehen; Erkennt- nis, Verständnis. Um 1700 aufgekommen (Günther 734), aber noch 1759 von Dorn- blüth 65 bekämpft. Alternhd. dafür Ein-

sehen, n.(jetzt noch in ein Einsehen haben), schon mhd.(bei den Mystikern) insehen n. 4B2. einsichtig, adj.: verständig. Von Adelung als Wort des gemeinen Lebens an- geführt.

Einser, m., s. Einer.

Einsiedel, m.(-S, Pl. wie Sg.): entfernt von Menschen, still, einsam religiöser Betrach- tung lebender Mensch, Eremit. Mhd. ein- sidlele, einsidel, ahd. einsidilo m., zusammen- ges. aus ein callein, für sich abgesondert» und sidilo m.«der sich wo ansässig macht», s. Siedeln. Nachbildung von lat. monacus, s. Mönch. 4 BL. Einsiedelei, f. Bei Stieler 1691, in der Bed.«Einsiedlerleben schon 1622 bei Londorp acta publica 2, 1258 b. ein- siedeln, v. Erst im 18. Jh. Einsiedler, m. Spätmhd. einsidelcere, das das ältere Einsiedel verdräͤngt.

einsilbig, adj.: nur eine Silbe habend; karg an Worten. In der 2. Bed. erst im 18. Jh.(Hagedorn Fab. 61 eynsilbigt).

einsmals, s. einstmals.

einspannen, v.: ein Pferd usw. in die Deichsel spannen; einziehen(die Nase ein- gespannt bei Schiller). 4BL. Einspänner, m.: ein Wagen mit einem Pferd; ein geringer Fuhrmann, der einen solchen Wagen hat; wer allein lebt. In der letzten Bed. im 18. Jh. einspännig(vom Bergbau, wer allein baut).

einst, adv.: zu einer(vergangenen oder zukünftigen) Zeit. Bei Luther(Richter 16, 28) noch einest. Mhd. einest, ahd.(bei Notker) einést, unter dem Einfluß superlativischer Bildungen hervorgegangen aus dem adver- bialen Genitiv eines(s. eins)«einmal», im Mhd. auch zu irgendeiner(vergangenen oder künftigen) Zeit. Vgl. ahd.(bei Notker) anderést«wiederumꝰ?, mhd. anderst, das eben- so aus dem adverbialen Genitiv ahd. anderes hervorgegangen ist. Weiter gebildet zu einsten (schon spätmhd., auch noch nhd., z. B. bei Schiller 1, 107. 211) und mit angetretenem adverbialischen s einstens(bei Gellert 1, 65. 196). 48. einstig, adj. Erst bei Campe 1807. ZUS. einstweilen, adv.: bis zu fester Bestimmung bestehend. Zusammenges. mit Wweilen, mhd. w¹len, s. weiland. Von Adelung 1774 und Heynatz 1775 noch getadelt. Bei Wieland auch einsweilen. Davon einstweilig, adj.(bei Heynatz 1796).

Einstand, m.(-es, Pl. Einstände): Amts-, Dienstantritt; Eintritt in die Rechte eines Käu- fers; Eintrittsgeld, Eintrittsleistung(Goethe