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Ei, n.(Jes, Pl.-er): sich aus dem weiblichen Organismus ablösender, den Keim zu einem jungen enthaltender runder Körper. Mhd. ei (Pl. auch eiger), ahd.-and. ei, Pl. eigir n.; da- zu ndl. ei, ags.&g, engl.(aus dem Nord.) egg, anord. egg, schwed. dgg, dän. eg n., got. nur im Krimgot. als ada belegt. Als verwandt sieht man an lat. öwam n., griech. Giov, qpov n., altir. og, altbulg. jaje n., obgleich die Laut- verhältnisse nicht ganz klar sind. Das germ. Wort geht auf ajom oder ajom zurück, wäh- rend im gr. und lat. ein w in dem Worte steckt. Vielleicht ist idg. geschwunden. Redensart: sich um ungelegte Eier kämmern schon im 16. Jh.(Gombert ZfdW. 1, 354).
-ei, betonte Ableitungsendung weiblicher Substantiva, die eine Eigenschaft des Grund- wortes, das Gewerbe der Person oder den Ort, wo es betrieben wird, eine Gesamtheit eine Wiederholung(oft mit tadelndem Sinn) usw. bezeichnen, z. B. Kinderei, Bäckerei, Reiterei, Bettelei. Aus ülterm-eie, mhd. e, entlehnt aus der altfranz. Endung e, die von fremden Wörtern auch auf deutsche Bildungen übertragen ist. Erweitert-erei und-elei(z. B. Zankerei, Liebelei).
ei! Interj. der Verwunderung, der Freude, des Spottes. Mhd. ei, daneben eia, vgl. das gleichbed. lat. eia, gr. eia, eio. Dazu eia popeia. eien, v.: liebkosen. In der Kinderspr.
Eibe, f.(Pl.-n): der Taxus. Mit Ver- wandlung eines av in b aus mhd. Jave Eibey, auch«Bogen aus Eibenholzy, ahd. NMoa und iga f., igo m., dazu and. Ich, ags. Tw und Oh m., engl.„ezw, anord. sr m. Diese Formen führen auf eine germanische Grundform Mꝛοο mit Guttural, der auch noch in schweiz. Iche, ige vorliegt. Die Wörter der verwandten Sprachen zeigen dagegen nur o, altir. 60, kymr. 9oo Eibe», abulg. iva f.«Weide, lit. jiévã f.«Faulbaum», preuß. iuais Eibe. Sind also die Worte nicht aus dem Germa- nischen entlehnt, was unwahrscheinlich ist, und hängen sie überhaupt zusammen, was man kaum wird ablehnen können, so muß der Guttural des Germanischen sekundär entstanden sein, vgl. Jugend. Ins Romanische wurde das Wort aufgenommen als franz. † m., span.-port. ua f., mlat. 1ν⁴. 4BL. eiben, adj. Mhd. aoνι. Auch in Eiben- baum, mhd. Aoinboum m.
Eibisch, m.(-es, Pl.-e): eine malven- artige Pflanze. Mhd. ibesche, ahd. õbisca f., aus griech.-lat. ibiscum n., griech. ißickoc m.
1Eiche, f., der Waldbaum lat. quercus. Mit Anfügung eines e(bei Luther) aus mhd. eich, selten eiche, ahd. eih f.; dazu and. ék, ndl. eik, eek, ags. ãc, engl. oal., anord. eik(all- gemein«Baum), schwed. ek, dän. eg f. Auf die gleiche Wurzel gehen wohl zurück griech. cir εipoc f.«Schwarzpappel»(?), airug m. Eichenart mitsüßen Früchten», lat. aesculas f. Bergeichey. Vgl. Walde s. v. 4BL. Eichel, f.: Frucht der Eiche; eichelähnlicher Körper; Karte mit dem Bilde der Eichel. Mhd. eichel, ahd. eihhila f.; dazu ndl. eikcel, exel m. Ge- wöhnlich als diminutive Bildung erklärt, weil die Frucht der Eiche gleichsam Kind des Baumes ist, vielleicht aber aus aiki-kila und letzteres zu lit. galé, abg. Zeldcdli, lat. glans, gr. gcavoc f.«Eichely. Als Farbe im Karten- spiel Eicheln, 1575 im Theatrum diabolorum 43924 Eycheln(von 1561), 1559 bei H. Sachs 23, 167 Aicheldaus. eichen, adj. Mhd. eichin, ahd. eihhên, ndl. eileen. Auch in ZUS. wie Ei- chenholz. Eichicht, n.: Eichenwald. Mit an- getretenem t aus mhd. eichach, ahd. eihhani n.
*Eiche, f.(Pl.-n): Handlung, Amt des Eichens; Eichzeichen. Spätmhd. Iche f. Von eichen, v.: ein Maßgeschirr von Obrigkeits- wegen abmessen und dem gesetzlichen Maße gleichmachen. In der 1. Hälfte des 15. Jh. chen, daneben auch chten, kaum aus ächten, Nebenform von aohten«bestimmen, abschät- zeny, mit dem das Wort nur zusammenge- worfen wurde. Mnd. 7ke f. ist«Eichzeichen, Eichinstrument», aber auch Lanzey, daher wohl als Grundbed.«spitzes Instrumenty an- zusehen, ndl. ijt m.«Eichzeicheny und ijken. Entlehnung aus lat. aegudre«eichen» ist un- wahrscheinlich. Somit unbekannter Herkunft. Die Schreibung Aiche, aichen erst bei Frisch 1741. Adelung verlangt Eiche, eichen.
Eichel, s. Eiche.
Eichhorn, n., das von Baum zu Baum springende Waldtier, lat. sciurus. Mhd. eichorn, ahd. eihhorn m.; dazu ndl. eehoren m., ags. dãcwern n., ãcweorna, anord. Morni m., schwed. ekorre, ilorn, dän. egern m. Im Hd. an Eiche und Horn angelehnt; die Grundform war wohl raik-wern, dessen zweiten Bestand- teil Much ZfdA. 42, 166 mit Recht zu abg. veverica, preuß. veuare, lit. voveré f.«Eich- horn», lit. vaivaras m. Männchen vom Iltis und Frettchen», lat. viverra f.«Frettchen» gestellt hat. Vgl. noch Zubaty Arch. f. slav. Phil. 16, 418f. Gewöhnlich als Dim. Eich- hörnchen n., auch Eichkltzchen.


