31 ahnen
Akkord 32
ahnen, v.: dunkel vorempfinden. Auch
unpersönlich mit Dat. oder Akk.(oft bei Klopstock) verbunden. Mhd.(in md. Quellen) mir anet und mich anet, daneben auch andet, aus dem aber anet nicht hervorgegangen sein kann, vielmehr Ableitung von der Praep. ane also eig. ces kommt mich etwas an»; später mit anden(s. ahmden) vermischt. Im 16. Jh. bei Luther mir(mich) ahnt, bei Alberus Dict. V 22 es anet mir, daneben wird anden(Formen wie ant, andt als 3. Sing. sind zweifelhaft) auch in der Bed.«vorempfinden» gebraucht, z. B. bei Hans Sachs. Im 17. Jh. tritt ahnen ganz hinter ahnden zurück(in der Bed.«dunkel vorempfinden? bei Duez, Krämer; Stieler hat, ahnen und anden). Im 18. Jh. stehen lange ahnen und ahnden nebeneinander, Heynatz 1775 im Handbuch und noch 1796 im Antibarbarus zieht ahnden vor, Adelung verwirft noch 1793 ahnen(in ndd. Dialektwörterbüchern mehr- fach verzeichnet) als niedersächsisch, während Campe 1807 in der jetzt üblichen Weise zwischen ahnen und ahnden unterscheidet. Goethe gebraucht ahnden(s. ahndevoll), doch in der Ausgabe letzter Hand meist ahnen. Aus dem Deutschen schwed. ana, dän. ane. 4BL. Ahnung, f., bei Stieler 1691.
ähnlich, adj. und adv.: der Überein- stimmung annähernd. Aus mhd. änelich, anelich, ahd. analih, gew. anagilih, abgeleitet von dna any; dazu got. analeilcõ adv.«ühn- lich». Mit diesem Adj.(bei Luther enlich, bei Frisius 1294, Maaler 12 b änlich, bei Dasypodius 296 Aenlichheyt) scheint ein md. einlich(z. B. voc. praed. X 8 b einlich vel Rich machen æsimilarey, einlicher Waldis 2, 22, 6, eynligkeyt Alberus Dict. o 2²) ver- mischt zu sein, abgeleitet von oder angelehnt an ein. Vergl. Z. f. hd. Ma. 1, 299, 2ZfdW. 6, 100. 43L. ähnlichen, v.: ähnlich sein oder werden, mhd. anellchen.
Ahorn, m.(es, Pl.-e): Platane. Mhd. ahd. horn(die Quantität des a ist unsicher) m., eigentlich ein Stoffadjektiv, vgl. Osthoff Parerga 188. Verwandt mit lat. acern. Ahorm, gr. äkocroc vdavoc(LRüster, Ahorn») Hesych. 4BL. ahornen, adj., mhd. ahornin. ZUS. Ahornbaum, m.: spätmhd. ahorn- boum, früher ahornenboum.
Ahre, f.(Pl.-/): der oberste Blüte- und Fruchtteil der Gras- und Getreidearten. Aus dem Pl. von mhd. äher, eher, ahd. ehir, ahir n. «Ahrey; dazu ndl. aar, ags. éar und œhher, engl. ear, ferner mit erhaltenem s der Ab-
leitung, das sonst in r übergegangen ist, anord. schwed. dän. ax, got. ahs n.«Ahre». Verwandt ist lat. acus f., Gen. aceris Ge- treidestachelꝰ, lit. aküotas m.«Granne, und da als Grundbed. der Wurzel der Begriff des Spitzigen anzusehen ist, auch lat. acies f. «Schärfey, acuere«schärfeny, gr. äxwwv m. «Wurfspieß usw., s. Walde s. v. acus, vgl. Ecke. S. auch Achel und Ane. Bei Luther ist das Wort schon Fem.(die Ehr, Eher), ebenso bei Henisch(die Ar, Ahr) und Gueintz (die Ahre), während z. B. Dasypodius noch das N.(Aher) hat.
Aiche, aichen, s. Eiche.
Akademie, f.: Hochschule, Gelehrten-, Künstlervereinigung. Aus gr.-lat. Academia, gr. Axadnuia f., der angeblich nach einem Heros Akademos benannte, zu Leibesübungen bestimmte Platz zu Athen, auf dem Plato lehrte; dann die von Plato gestiftete Schule. Im 16. Jh. entlehnt(Mathesius Luther 70 Kcademie). 4 BL. akademisch, adj., 1586 bei Fischart Bodinus 39, nach lat. academicus, gr. âxodnuikc.
Akazie, f.: der Schotendorn. Aus gr. lat. acacia, gr. àkoxid f.
Akelei, f.: wie Aglei(s. d.). Spätmhd. ackelegs, ahd. ackeleig und acoleia(Stein- meyer-Sievers ahd. Glossen 3, 402, 53), dazu mnd. acoleie, nld. axelei. Aus spätlat. aculegiu statt aquilegig.
Akklamation, f.(Pl.-en): Beistimmung durch Zuruf. Aus lat. acclamatio, Gen. accla- mationis f.«Lurufs, von acclamare(d. i. ad- clamare)«zurufens. Bei Sperander 1728.
akkomodieren, v.: anbequemen. Aus lat. accomodare(d. i. ad-comodare)«anbequemenꝰ. Schon bei Rot 1571 accomodirn.
akkompagnieren, v.: in der Musik mit- spielend begleiten. Aus franz. accompagner cbegleiten», s. Kompagnie. Um 1600 entlehnt (Albertinus Kriegsleut Weckuhr 485).
Akkord, m.(-es, Pl.-e): Ubereinkunft, abgeredeter Vertrag, im besondern der Lohn- vertrag; der stimmende Zusammenklang in der Musik. Aus dem gleichbed. franz. accord m. von mlat. accordun(d. i. ad-cordumn) oder ac- cordlium n., das auf lat. cor, Gen. cordis,«Herze zurückgeht. Im 16. Jh. entlehnt. 43L. ak- kordieren, v. vertragsweiseübereinkommen; auf den Preis unterhandeln; in Lohnvertrag übernehmen. Aus dem gleichbed. franz. ac- corder. Im teutschen Michel 1617 erwähnt, auch bei Moscherosch Phil. 1, 322.


