Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
29-30
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ähneln 30

üh! Interj., s. ä.

ahä! Ausruf der Uberraschung, mhd. ahã. Das an a(hier kurz) angehängte ist wohl Ausdruck des Lachens.

ahi! Ausruf der lebhaften Freude und der freudevollen Verwunderung. Dichterisch (bei Goethe, Bürger, Hölty). Mhd. ah?, Aus- ruf des Schmerzes, des Verlangens, der Ver- wunderung. Aus franz. ital. ahi.

Ahle, f.(Pl.-n): an ein Heft befestigter stählerner Stachel zum Vorstechen bei Leder- arbeit. Aus mhd. äle, ahd. ãla f.; dazu ndl. aal, ags.&l f.(daneben Guwel, engl. ao¹), anord. alr m. Ahle». Eine Weiterbildung zeigt ahd. alansa(daher schweiz. schwäb. Alse), vgl. franz. aléne aus alesne und ndl. els f.«Ahley. Verglichen wird aind. ärã f. Pfriem, Ahley, lit. Na, preuß. lo, lett. llens«Ahley. Vgl. noch Lidén Idg. Forsch. 18, 492. Die Schrei- bung Ahl bei Gueintz 1645, sonst im 17. Jh. auch oft Aal; Ahle erst bei Nieremberger 1753. Neben dem F. auch ein M. Akl(noch bei Heynatz 1775 und Adelung, daneben noch N.).

Ahm, f., s. Ohm.

ahmen, s. nachahmen.

Ahn, Ahne, m.(/, Pl.-n):(veraltet) Großvater; Vorvater eines Geschlechts(1626 bei Zinkgref Apophth. 1, 339). Ahne, f.: Großmutter, Vormutter eines Geschlechts. Der Pl. Ahnen: Voreltern. Mhd. an, ane, ahd. ano m. Großvatery; mhd. ane, ahd. ana f. Großmutter». Nicht in den andern germ. Sprachen, vgl. Enkel. Verwandt ist lat. anus calte Frauy, apreuß. ane«Altmutterꝰ, lit. anita«Schwiegermutter», arm. han«avia», gr. Avvic«Schwester des Vaters oder der Mutter⸗ Hesych. Die urspr. schwache Flexion des M. weicht jetzt im Sg. z. T. der starken(Gen. Ahns, Platen 2, 246; Dat. Ahn Schiller Tell 2, 2, Uhland 254; Akk. Ahn Goethe 2, 249, Heine 1, 33). Davon abgel. das schweiz. Dim. Ahni (Ehni Schiller Tell 3, 1, schon 1384 eni, 1448 äng«Großvater», 1541 bei Frisius 697 der äne, des großwatters vatter). ZUS. Ahnherr, mhd. anherre m. Großvater, Vorvater». Ahn- frau, mhd. anvrouabe f. Großmutter, Vor- mutter». Dafür bei Voß Luise 3, 1, 636 Ahnin f.

rahnden, v.:(veraltet) seinen Unmut über ein zugefügtes Ubel äußern, rügen; rächend bestrafen. Mhd. anden, ahd. andön, anadõn «strafen, rügenꝰ, mnd. anden auch«andeuten»; dazu ags. andian«zornig seiny. Abgeleitet von mhd. ande m.«erbitternde Kränkungy, ahd. ando, anado m. cheftige Erbitterung, Aufwallung über

Kränkung, Eifer»; asächs. ando m.«Aufgeregt-

heit, Zorn, ags. anda m. Haß, Arger, Eifero, alle zurückgehend auf got. anan chauchen, atmen? in usanan«sterbenꝰ vgl. anord. andi m., önd f. «Atem, Geisty(verwandt mit lat. animas Geisto, anima f.«Seeles, gr. ävenoc m.«Wind). Doch vgl. Brugmann Ber. d. sächs. Ges. d. W. 1897, 30, der gr. vécoc«Krankheitsmit dem germ. Wort verbindet, auch lat. nota, notãre«kenn- zeichnen, tadeln, rügen» läßt sich vergleichen. Das Wort lautet älternhd. meist anden(so noch Frisch 1741, während Nieremberger 1753 ahnden hat) und entstammt dem Obd., wo es auch noch in der ältern Bed.«sich über etwas beklagem(Schönsleder 1618),«seinen Un- mut über etwas äußerns(Dentzler 1709) vor- kommt(vgl. auch das in md. und obd. Mund- arten verbreitete es ist mir and es ist krän- kend für mich, tut mir leid», in Leipzig es tat mir ãnde); in der 2. Bed. ist es aus der Kanz- leisprache in die Schriftsprache übergegangen (z. B. bei Moscherosch Phil. 2, 917). 48 L. Ahndung, f.:(veraltet) Außerung des Un- muts, Zorn; Bestrafung. Frühnhd.(bei Franck Chron. 1762).

zahnden, v.: wie ahnen(s. d.). Dazu ahndevoll, adj. und adv.: voll einer dunklen Vorempfindung wovon(Goethe 2, 65 u. ö.).

1Ahne, f.: Groß-, Vormutter, s. Ahn.

2Ahne, f.(Pl.-n): Stengelsplitter von Flachs oder Hanf; Stachelsplitter vom Barte des Getreides. Zusammengezogen(bei Alberus Dict. Qd 1 b und tt unrichtig aus der wetterauischen Mundart verhochdeutscht dan statt an) aus mhd. agene, agen, md. auch äne, aine, ahd. agana f.«Spreus; dazu ags. egenu, anord. ögn«Spreuy, schwed. agn f. Granne», dän. awme«Spreus, engl.(entlehnt) aaon eAbfall von Ahrenspitzens», got. hana f. «Spreu». Aus der gleichen Wurzel wie Agel oder Achel(s. d.) und Are(s. d.). Verwandt sind lat. agna f. aus racna«Ahrenstachel, gr. äxvn f.«Spreuy, preuss. ackons«Granney und mit andrer Ableitung auch lit. alciotas«Granne». Ahne ist erst neuerdings schriftsprachlich; Stieler 1691 setzt Agen(daneben Aumnen) an, Adelung Age f. und bezeichnet Ahke als mundartlich.

ähneln, v.: nur etwas ühnlich sein; einiger- maßen ähnlich machen(Goethe Faust 5079). Zuerst 1652 bei W. Scherffer Ged. 197, 1775 bei Heynatz als ein Wort aus dem gemeinen Leben angeführt, im ältern Nhd. dafür ähn- lichen.