Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
IX
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Vorwort. IX

Anfang die Abweichungen der bayrischen und österreichischen Schreibung, so- wie erlaubte Doppelschreibungen noch nicht regelmäßig mit angeführt worden. Später ist dies unter ausdrücklicher Hervorhebung der amtlichen Schreibung nach Dudens Orthographischem Wörterbuch geschehen.

6. Weigand hat außer auf die Etymologie besonderes Gewicht darauf gelegt, das erste Auftreten eines Wortes nachzuweisen. In diesem Punkt ist die neue Auflage dank den umfassenden Vorarbeiten Prof. v. Bahders, die sich auf das ganze Werk erstrecken, dank der Belesenheit Dr. Kants und infolge der Fortschritte, die das Grimmsche Wörterbuch in den letzten 30 Jahren ge- macht hat, iber das von Weigand geleistete hinausgekommen. Natürlich werden eine Anzahl der angeführten Belegstellen mit der Zeit noch durch ältre ersetzt werden können, weil eben hier das Wort gilt: dies diem docet. Ich selbst habe, da ich eine Reihe bisher unbenutzter Werke einsehen konnte, manchen Beleg, der früher war als die bisher bekannten, anführen können. Die Weigandschen Zitate sind natürlich, soweit sie wichtig waren, bewahrt worden. Bei der Um- schreibung dieser auf die neuern, jetzt maßgebenden Ausgaben eine müh- same und zeitraubende Arbeit, die ich z. T. erst durchgeführt habe, hat sich aber herausgestellt, daß sie nicht in allen Fällen zuverlässig waren, z. T. haben sich bei der Drucklegung der vierten Auflage Druckfehler gegenüber der dritten eingeschlichen, z. T. aber müssen direkte Versehen vorliegen. So waren einige Zitate bei H. Sachs nach den alten Ausgaben nicht auffindbar. Ich habe sie aber in l] stehen lassen, weil vielleicht ein andrer den Fehler ermittelt, der hier vorliegt. Ebenso ergaben sich bei dem Nachschlagen der Zitate, die Kant vielfach ohne Nachprüfen dem Grimmschen Wörterbuch entnommen hat, nicht nur unauffindbare Angaben, sondern auch direkt falsches, was natür- lich beseitigt wurde. Seitdem ich dieses bemerkt habe, ist der Nachprüfung der Zitate eine erhöhte Aufmerksamkeit zugewendet worden, so daß nunmehr alles, was nur irgend zugänglich ist, nachgesehen werden wird. Nachträglich wird dies auch noch für die frühern Lieferungen geschehen, und es werden etwaige Fehler am Schluß berichtigt werden. Für den Nachweis irgendwelcher Versehen bin ich sehr dankbar. Im übrigen hat sich natürlich die überwiegende Menge der Anführungen als richtig ergeben.

7. Ein weitrer Vorzug des Weigand bestand in der genauen Angabe der Bedeutungen des Wortes. Hierbei hat Weigand meist auch die der gewöhn- lichsten Wörter angegeben, was nur durch etwas schwerfällige Umschreibungen möglich war. Man kann zweifeln, ob eine Erklärung des Auges alsSehwerk- zeug des menschlichen und tierischen Körpers nötig ist; da aber die Bearbeiter diese Eigentümlichkeit Weigands beibehalten haben, so konnte ich nicht davon abgehen. Mancher wird vielleicht auch eine eingehendere Darstellung der Be- deutungsentwicklung vermissen. Da aber die meisten heutigen Bedeutungen, die selbständigen durch; getrennt, außerdem die mittel- und althochdeutschen genau angeführt sind, so wird man sich bei einigem Nachdenken die Be- deutungsentwicklung leicht klar machen können. In den Ansichten über die Bedeutungsentwicklung scheint sich indessen gerade heute ein prinzipieller Fort- schritt zu vollziehen, und daher ist es vielleicht ganz gut gewesen, daß mit einer