Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
VI
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VI Vorwort.

um das Neuerscheinen des Weigand nicht wieder auf unabsehbare Zeiten zu verschieben, und um das bisher Geleistete bald zugänglich zu machen, ent- schlossen, im Einverständnis mit Prof. v. Bahder in die Bresche zu treten, und meinerseits die Herausgabe und Fertigstellung des Werkes zu übernehmen. Ich war mir sehr wohl bewußt, daß ich dadurch auf Jahre hindurch von mir lieb gewordenen Arbeiten Abschied nehmen mußte, aber ich habe das gern getan, weil ich auch der Wissenschaft einen Dienst zu leisten glaubte, wenn ich den Weigand wieder allgemein zugänglich machte.

Durch diese verschiedenen Hände, die an dem Werke beteiligt sind, mögen namentlich im Anfang einige Ungleichmäßigkeiten in das Werk ge- kommen sein, die indessen, wie ich bestimmt glaube, seinem Wert keinen Ab- bruch tun. Im übrigen ist meine Arbeit an dem fertigen Manuskript im Laufe der Zeit immer stärker geworden. Ich habe es, namentlich in den Teilen, die Dr. Kant bearbeitet hat, noch einmal gründlich durchgearbeitet, Artikel ver- ändert und nach bestem Ermessen gestrichen und zugesetzt, und diese Arbeit wird vermutlich in den spätern Teilen immer noch zunehmen. Trotzdem wird vielleicht doch manches stehen bleiben, was, wenn ich es selbständig gemacht hätte, anders ausgefallen wäre.

Während anfangs die Neuausgabe in einem Bande geplant war, hat es sich jetzt doch als wünschenswert herausgestellt, sie in zwei Bände zu teilen, namentlich da dies bei künftigen Auflagen, wo der Umfang wohl noch wachsen wird, doch nötig geworden wäre. Außerdem ist es dadurch möglich geworden, schon jetzt das Verzeichnis der Abkürzungen und die Angaben über die Ein- richtung des Werkes zu geben. Auch die Benutzung des nunmehr abgeschlos- senen bis zum Schluß von K reichenden ersten Bandes wird in gebundenem Zustand angenehmer sein als in den Lieferungen.

Nach Erscheinen der einzelnen Lieferungen sind mir von den verschieden- sten Seiten Ergänzungen und Wünsche mitgeteilt worden. Sie sind, soweit es möglich war, benutzt worden, und ich kann den Schreibern hier nur meinen besten Dank aussprechen und die Bitte hinzufügen, mich durch weitere Mit- arbeit zu unterstützen.

Über die Ziele und Einrichtung des Buches sei nun noch zum Teil unter Wiederholung des im Vorwort früherer Auflagen ausgeführten, folgendes bemerkt:

1. Weigands Werk war das erste, das die Etymologie genügend berück- sichtigte, und es hat sich dadurch hauptsächlich sein Ansehen erworben. Dieser Teil mußte natürlich besonders gründlich erneuert werden, um den Anforde- rungen der Zeit zu entsprechen. Man kann das sagen, ohne Weigand zu nahe zu treten, dessen etymologischen Scharfsinn und Takt man nur bewundern kann. Die Bearbeitung der Etymologie rührt, soweit andre indogermanische Sprachen heranzuziehen waren, von mir her. Mir schien es nun ein unabwendbares Be- dürfnis zu sein, anch die Literatur der etymologischen Forschung anzuführen. Die Rücksicht auf den verfügbaren Raum gebot mir aber, mich kur⸗ zu fassen, und so habe ich mich bemüht, solche Stellen zu geben, wo weitere Literatur ſiber die betreffenden Fragen zu finden oder wo ausführlich über die betreffende Etymologie gehandelt ist. Insbesondere genügten oft die Hinweise auf Waldes