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Die großherzogliche Universitäts-Bibliothek zu Gießen / [Gustav Nick]
Entstehung
Seite
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mit dem Zunamen und im Nerſonenverzeiehmis Kreußler nennt, zu leicht eintreten kann. Wie 1716 ein Graf Thom in Leiden dazu kam, der Bibliothek zwei wertvolle Werke zu ſchenken, hätte wohl durch die Bemerkung erläutert werden können, daß dieſer, der die diplomatiſche Laufbahn eingeſchlagen und es darin zu hohen Ehren gebracht hatte, ein Gießener Kind war. Friedrich Thom, der ſich ſpäter Thoms genannt zu haben ſcheint, geb. 1696 zu Gießen als Sohn des Poſtmeiſters, ſpä teren Kriegszahlmeiſters Lorenz Thom, wurde nach in feiner Vaterſtadt abſolvierten juriſtiſchen Studien 1719 erſter Sekretär bei der deutſchen Kanzlei des Königs in London, 1725 braun⸗ ſchweigiſcher, 1732 ſachſen gothaiſcher Geſandter daſelbſt, ſpäter preußiſcher Geheimrat und endlich Großhofmeiſter des Königs in Neapel und Graf. Um 1739 zog er ſich nach Leiden ins Privatleben zurück und ſtarb daſelbſt 7. September 1746(val. Hchf. Heſſen Darmſt. Staats und Adreß Kalender. 1785. S. 251 264). Da die Schenkung in das gleiche Jahr fällt, ſcheint Thoms ſich kurz vor ſeinem DTode ſeiner Vaterſtadt er innert zu haben, wenn man nicht annehmen will, daß die Ge ſchenke aus ſeinem Nachlaß nach Gießen gelangten. Von Bibliothekar Böhm hätte doch mitgeteilt werden ſollen, daß er in verſchiedenen Programmen im Jahre 1771 (der Verfaſſer citiert nur ganz kurz das eine vom 29. Juli) alte Druck und Handſchriften der Univerſitätsbibliothek be ſprochen hat. Ebenſo geht die von Chr. H. Schmid her rührendeKurze Geſchichte der Univ. Wibliothek zu Gieſſen imJournal v. u. f. Deutſchland. 1791. S. 96373 auf jenen zurück, da dem Titel die Bemerkung beigeugt iſt:Nach einem handſchriftlichen lateiniſchen Aufſatz des ſeeligen Geheimde⸗ raths Böhm, was der Verſaſſer unerwähnt läßt. Unter Böhm meldete ſich 1779 der Lehrer am Pädagogium Karl Phil. Michgel Snell als Hilfsarbeiter; ob er angenommen wurde, ließ ſich nicht ermitteln. 1786 ſchlug nach Angabe Heuſers Böhm den praeceptor paedagogii Snell als Gehilfen vor, und der Ver faſſer fügt die Frage hinzu: Derſelbe wie vorher? Hätte er nur den ſonſt ſo oft von ihm citierten Strieder(Grundlage zu einer heſſ. Gelehrten und Schriftſteller Geſchichte. 15. Band. g. 41 ff. nachgeſchlagen, ſo würde er gefunden haben, daß

K. Ph. Michael Snell 1780 als Rektor der Domſchule nach Riga aing und erſt 1787 in die Heimat zurückkehrte. 1786 war nur ein Snell Lehrer am Vädagogium zu Gießen, nämlich Friedrich Wilhelm Daniel Snell, der jüngere Bruder des vorigen(aeb. 1761, geſt. als Profeſſor der Geſchichte 1827). In dem Ab⸗ ſchnitt über Chriſtian Heinrich Schmid wäre eine, wenn auch nur kurze, Bemerkung erwünſcht geweſen, daß dieſer einſt unter dem Namender Gießener Schmid bekannte, ungemein fruchtbare und als Recenſent gefürchtete Schriftſteller. der heute ſo aut wie vergeſſen iſt, in der Sturm und Drangperiode unſerer Litteratur eine Rolle geſpielt hat(ugl. über ihn jetzt Pröhle in der Allg, Deutſchen Biographie. 31. Band S. 650 ff). Aber daß er die oben erwähnteKurze Geſchichte der Univer ſitäts-Bibliothek nach den Aufzeichnungen Böhms veröffent licht und noch weitere Aufſätze über letztere aeſchricben hat vgl. z. B.Journal von und für Deutſchland. 1791. S. 643 ff., 956 ff., hätte nicht übergangen werden dürfen.

Den Vorwurf, den der Verfaſſer S. 52 gegen den ſonſt