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Die großherzogliche Universitäts-Bibliothek zu Gießen / [Gustav Nick]
Entstehung
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Die zweite der öffentlichen Bibliotheken unſeres Landes, die Großherzogliche Univerſitäts-⸗Bi bliothek zu Gießen, welche bisher eine geſchichtliche Darſtellung ihrer Entwickelung entbehren mußte, hat nunmehr ihren Hiſtorio graphen gefunden. In dem als 6. Beiheft desCentralblatts für Bibliotheksweſen Leipzig 1891) veröffentlichten Werke: Beiträge zur Geſchichte der Univerſitätsbibliothet Gießen giebt der Verſaſſer, der dermalige erſte Kuſtos an genannter Anſtalt, Dr. Emil Heuſer, auf Grund eingehender For ſchungen in den Akten der Univerſität und ſonſtigen hand ſchriftlichen, wie auch gedruckten Quellen einen Abriß der Geſchichte der Bibliothek von der Zeit ihrer Gründung bis zum Jahre 1885. In der kurzen Einleitung erhalten wir einen Ueberblick über die Anfänge der im Jahre 1607 durch Landgraf Ludwig V. gegründeten Univerſität, mit deren Schickſal naturgemäͤß dasjenige der Bibliothek, des unentbehr lichſten Beſtandteils jeder Üniverſität, ohne den eine ſolche überhaupt nicht lebensfähig erſcheint, aufs engſte verknüpft iſt. Den Grundſtock der Bibliothek ſcheint die Bücherſammlung gebildet zu haben, welche Ludwig V. im Jahre 1612 in Straß burg ankaufte und der Univerſität ſchenkte. Sie wurde von Prof. Konrad Bachmann, dem erſten Univerſitäts Bibliothekar, der jedoch bereits 1625 dies Amt niederlegte, geordnet. Jo haunnes Steuber, welcher darauf der Bibliothek von 1625 bis 1635 vorſtand, bewirkte die Ueberführung der 1342 Werke umn faſſenden Bücherſammlung nach Marburg, da die von Land graf Ludwig V. bereits 1625 vollzogene Vereinigung der Univerſität Gießen mit der zu Marburg nachträglich die Ver ſchmelzung der beiderſeitigen Bücherſammlungen zur Folge hatte, welche Landgraf Georg II durch Reſkript vom 1. März 1628 anordneté. Nach dem Rucktritt Steubers, während deſſen Amtsführung die Bibliothek in Titel 76 der am 1. November 1629 erlaſſenen Univerſitätsſtatuten die erſte Bibliotheksord