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daß man auf dieſem Standpunkte bis 180) verharrte, in welchem Jahre endlich vier Stunden dafür beſtimmt wurden, daß dagegen unter Noack die Zahl der wöchentlichen öffentlichen Stunden auf nicht weniger als dreißig vermehrt wurde, ſo wird man ſich, von allen anderen Verhältniſſen ganz abgeſehen, ein Bild von dem gewaltigen Fortſchritt der Anſtalt in den letzten Jahr. zehnten machen können.
Werfen wir endlich noch einen Blick auf das äußere Schickſal der Bibliothek, ſo läßt ſich nur mit Genugthuung konſtatieren, daß ein gnädiges Geſchick von jeher über ihr ge waltet hat. Schwebte auch die Anſtalt während des ſieben jährigen Krieges und ganz beſonders in den kriegeriſchen Zeiten zu Ende des vorigen Jahrhunderts, worüber ſich der Verfaſſer vornehmlich an der Hand der in den Akten vorliegenden Berichte ſehr eingehend verbreitet, mehrfach in großer Gefahr, Not zu leiden oder gar verſtümmelt und beraubt zu⸗ werden. ſo gelang es doch dem ebenſo mutigen wie vorſichtigen und taktvollen Benehmen der Univerſitäts und Bibliotheksbeamten, die Bibliothek vor bedeutenderem Schaden zu bewahren. Seit dieſer Zeit hat letztere keinerlei Verluſt mehr zu beklagen gehabt, vielmehr, wie wir geſehen haben, nur Förderung erfahren von Regierung und Landſtänden durch Gewährung reichlicher Mittel zur Ergänzung und Vermehrung der Bücher beſtände, von fürſtlichen Gönnern und von Freunden der Anſtalt aus akademiſchen und anderen Kreiſen durch Ueberweiſung von Geſchenken, oft von bedeutendem Umfang und Wert, und endlich nicht in letzter Linie durch die Treue und Hingebung der Beamten, denen die Leitung und Verwaltung der Bibliothek anvertraut war. Möge die Anſtalt, welche einen geachteten Platz unter den öffentlichen Bibliotheken des deutſchen Reiches einnimmt, ſich all dieſer Gunſt auch in dey Zukunft erfreuen! Möge ſie zum Heile der Wiſſenſchaft und zum Nutz en aller derer, die an unſerer Landes Univerſität den erhabenen Beruf des akademiſchen Lehrers ausüben und noch ausüben werden, und nicht minder aller derer, die dorthin, um zu lernen, gekommen ſind und noch kommen werden, wachſen, blühen und gedeihen! Das iſt der Wunſch, mit dem der Verfaſſer ſeine Daxlegungen beendet: mit einem beſſeren wüßten auch wir nicht zu ſchließen.
II.
Der vorſtehenden kurzen Skizze, in der wir es verſucht haben, einen Ueberblick über den Inhalt von Heuſer'’s Schrift: Beiträge zur Geſchichte der genannten Bibliothek durch Anordnung des Stoffes nach ſachlichen Geſichtspunkten zu liefern, laſſen wir noch einige weitere Bemerkungen zugleich Nachträge und Berichtigungen folgen, die wir bei aller An erkennung, die der fleißigen Arbeit zu zollen iſt, doch nicht unterdrücken können. Der Verfaſſer ſcheint die Unzulänglichkeit, die ſeine Schrift in manchen Punkten aufweiſt, felbſt gefühlt zu haben, da er ihr einen mit dem Inhalt nicht ganz überein ſtimmenden Titel gegeben hat. Es ſind doch nicht Beiträge zur Geſchichte, die er anzubieten hat, ſondern ein vollſtändiger


