Druckschrift 
Die großherzogliche Universitäts-Bibliothek zu Gießen / [Gustav Nick]
Entstehung
Seite
5
Einzelbild herunterladen

Mk. 15 700, davon Mk. 1700 Anteil der Bibliothek des philo⸗ logiſchen Seminars. Außerdem bekundeten Regierung und Stände fortwährend das große Intereſſe, das ſie an der ge deihlichen Entwickelung der Anſtalt nahmen, durch Gewährung außerordentlicher Zuſchüſſe, mitunter von beträchtlicher Höhe. Auch durch den Verkauf von Dubletten, wofür in den Jahren 1836 55 über 2600 Gulden erlöſt wurden, über die Richtig keit der Angabe von Ch. H. Schmid im Journal von und für Deutſchland 1791 S. 970, daß ſchon im Jahre 1770 Dubletten veräußert worden ſeien, erhalten wir von dem Verfaſſer, ob wohl er S. 31 darauf hinweiſt, keine Aufklärung verſchaffte ſich die Bibliotheksverwaltung weitere Mittel für die Er gänzung des Bücherbeſtandes. Ankäufe größerer Bibliotheken erfolgten erſt, ſoweit den Angaben des Verfaſſers zu ent⸗ nehmen iſt, in dieſem Jahrhundert. So wurde 1830 die Bibliothek des Geheimen Finanzrats und Profeſſors der Mathematik und Naturgeſchichte die Zuſätze in Klammern, welche den auch von dem Verfaſſer benutzten Quellen ent nommen ſind, rühren von dem Referenten her Georg Gott lieb Schmidt, 618 meiſt mathematiſche und phyſikaliſche Werke umfaſſend, für fl. 1200 erworben, 182 die des früheren Univer⸗ ſitäts Bibliothekars, Geiſtlichen Geheimerats und Profeſſors der Theologie und Philoſophie J. E. Ch. Schmidt ſ. oben, 70000 Bäande meiſt theologiſchen Inhalts, für 41000 Gulden. Die

Bücherei des(1835) verſtorbenen Profeſſors(der Medizin,

ſpeziell der Anatomie Friedrich Chriſtian Gregor Werne kink, 382 Bände, koſtete 200 Gulden. Weiter wurden bis 1839 noch angekauft die lobſteiniſche Sammlung Johann Georg Chriſtian Friedrich Martin Lobſtein, geb. 1777 zu Gießen als Sohn des Prof. der Theologie Joh. Michael Lobſtein, wirkte ſeit 1796 an der Univerſität Straßburg, zuletzt ſeit 1821 bis zu ſeinem Tode im Jahre 1835 als Profeſſor der inneren Medizin, die eines Dr. Müller, des(1837 verſtorbenen Profeſſors der kathol. Theologie Joh. Nevomuk Locherver, ſowie die chirurgiſche Abteilung der Bibliothek des Profeſſors der Chirurgie und Geburtshilfe Ferdinand Auguſt Max Franz von Ritgen.

Beträchtlichen Zuwachs erhielt die Bibliothek von jeher durch Geſchenke. Zwar waren ſolche an Geld und Buchern, welche einem alten Herkommen gemäß von Licentiaten und Neuinſkribierten geſpendet wurden, nicht ſonderlich bedeutend. Das erſte noch vorhandene Geſchenkiournal, von 165397 reichend, enthält, wie der Verfaſſer erwähnt, die Namen von 117 Gebern, welche zuſammen 40 Rthl. 12 Gulden und 536 Bäͤcher ſchenkten. In dem gegen Ende des 17. Jahrhunderts neu angelegten, bis 1770 reichenden Buche ſind nur 29 Ge ſchenkgeber verzeichnet, die zuſammien 102 Gulden. 21 Münzen und 57 Werke ſtifteten. Bowunderungswürdig iſt dagegen die Liebe und Anhänglichfeit, die ſo manche Gelehrte, welche auf der Univerſität ihre Ausbildung genoſſen oder dem Lehrkörper derſelben augehört hatten, der alma mater dadurch bewieſen haben, daß ſie an dieſelbe durch letztwillige Verfügung ihre Bücherſamnilungen abtraten. Dieſe Dankbarkeit für empfangene Wohlthaten und die Fuürſorge für die Nachfolger auf dem wiſſenſchaftlichen Arbeitsgebiet iſt ein ſchöner Zug des deutſchen Gelehrten, der ganz beſonders hervorgehoben zu werden ver