Jahrgang 
14-26 (1877)
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Illuſtrirte C

Die unerhörte Kühnheit und Verwegenheit, das Glück und Ge⸗ womit Tullian ſeine Anſchläge ausführte, mit der Zeit in einen ſolchen Ruf, daß man glaubte, es vermöge ihm nichts Widerſtand zu leiſten und nichts ſei mehr vor ihn.

brachten ihn

Doch nicht immer begünſtigte ihn das Glück. Vorhaben, den von Freiberg nach Dresden gehenden kurfürſtlichen Tag und Ort der Ausführung waren ſchon beſtimmt, die zur gewaltſamen Oeffnung des großen eiſernen Geldſtockes nöthigen, aus einer Schmiede entwendeten Hämmer und anderen Werkzeuge am Orte der unter den Diebesgenoſſ Ebenſo mußte der Anſchlag auf das kurfürſ Freiberg und die darin vermutheten Schätze aufgegeben werden, weil ertigte Nachſchlüſſel nicht ſchloß und beim gewaltſamen Umdrehen der Kamm deſſelben abbrach und im Schloſſe ſtecken blieb.

Verſchiedene Male ſchwebte Tullian in großer Gefahr, bei

Silberwagen zu berauben.

hat verborgen, als ein Streit en entſtand und das Vorhaben vereitelte. tliche Erbbegräbniß in

der zur Thüre des Domes angef

Als ſich Tullian nun aus dem Fenſter ſchwingen wollte, gewahrte er die Wächter und ſah ſich in höchſt Doch der unter dem Fenſter ſtehende Genoſſe, der die Wächter gleichfalls bemerkt, wußte Rath zu ſchaffen. Behutſam ſchlich er ſich an der Kirche hin und auf die andere Seite der Wächter, näherte ſich ihnen von da, ſich betrunken ſtellend, mit ſtarken Schritten, und begann, als ob er ſie nicht ſähe, dicht neben ihnen einen 1 berden, daß die Wächter ihn aufforderten, als er aber nicht Folge leiſtete, ſich unter Schimpfen und Rai⸗ von ihrem Poſten entfernten. am Fenſter lauſchende Tullian bemerkt, als er ſich behende hinaus⸗ ſchwang und mit ſeinem Helfer aus der Noth glücklich entkam. Studenten⸗Friedrich hatte ſich, ſobald er Unrath gemerkt, wie gewöhnlich bereits aus dem Slaube gemacht.

Bei Ausführung ſeiner Verbrechen ſtellte ſich Tullian ſelbſt ſtets auf den ſchwierigſten und gefährlichſten Poſten, und Erfolgen verzichtete er auf ſeinen Antheil an der ihm dies ſowie ſein Glück, ſeine Kühnheit und

einem Baume aufſtellten.

gefährlicher, rathloſer Lage.

wüſten Reden fortzuſcheeren,

ſolchen Lärm

Gewandtheit die

hronik der Zeit.

zinen Räubereien verhaftet zu werden. So bei Beraubung der Kleche in Belgern. Als er und ſeine Genoſſen mit Einpacken der geraubten Sachen beſchäftigt waren, blies der Nachtwächter vor dem Kirchenfenſter. Aber Tullian löſchte ſchnell das Licht aus und entkam glücklich mit ſeinen Genoſſen. In noch größere Gefahr geriethen die Räuber, als ſie die bei einem Brande in Wurzen von den Einwohnern in die dortige Domkirche geretteten Sachen ſich zuzueignen gedachten. Um Mitternacht langten drei der ſauberen Geſellen vor der Kirche an. Tullian ſtieg durch ein Fenſter ein, einer ſeiner Leute blieb zur Empfangnahme der geraubten Sachen draußen vor dem Fenſter ſtehen, während ein Dritter, der vorhin genannte Studenten⸗Friedrich, weiterhin auf dem Kirchhofe ſich als Wachtpoſten aufſtellte. Als Tullian aber die Sakriſtei erbrechen wollte, wohin die geretteten Sachen gebracht worden waren, brach nach anderthalbſtündigem vergeblichem Bemühen ſein Brecheiſen mit lautem Krache ab, ſo daß er das Unternehmen aufgeben mußte. Der Krach hatte indeſſen zwei Wächter herbeigelockt, die ſich dem

Fenſter gegenüber, dem einzigen Rückzugswege für Tullian, unter

Die Welwitſchia mirabilis.(S. 440.)

von ihnen, ein Jude, hatte einſt ſ

verlaſſ

eingebrochen war und dieſ

komiſ

Zuneigung und das unbedingte Vertrauen ſeiner Genoſſen, ſo nicht minder die ſtrenge Disziplin, die er unter ihnen als Anführer handhabte, den willigen Gehorſam und den Reſpekt derſelben. Einer einen Poſten vor dem Hauſe en, um im Innern auf eigene Hand zu rauben. Als Tullian dies gewahr wurde, ſchlug er ihn mit der Brechſtange über den Kopf. Ein andermal, als er mit ſeinen Leuten in ein Haus e bei dem Lärmen und Rufen der rege gewordenen Bewohner Reißaus nahmen, trieb er ſie mit der Brech⸗ ſtange wieder in's Haus zurück; auch züchtigte er einen von ihnen, der ſein Gebot nicht befolgt hatte, ſich das Geſicht zu ſchwärzen, auf der Stelle mit derben Schlägen. Einer ſeiner Juden hatte ihm verrathen, daß auf einem Gute viele ſilberne Becher, Schüſſeln, Teller u. ſ. w. aus der Küche zu entwenden ſeien; als Tullian jedoch unter Führung des Juden mit großer Gefahr und Gewalt

in die Küche gedrungen war, fand es ſich, daß alle jene Gegen⸗ ſtände nur von Zinn waren. Dafür legte er dem Juden die che Strafe auf, daß er die ganze Beute bis nach der nächſten

nicht ſehr nahen Stadt allein tragen mußte, und ergötzte ſich mit

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