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* ürden Sie es übernehmen, dieſe Aenderung zu treffen?“ 5fragte die junge Frau den Juwelier.
„Mit dem größten Vergnügen, ich bin Ihnen außerordentlich dankbar für das unſchätzbare Ver⸗ trauen. Aber Sie dürfen mir nicht zürnen, wenn die Ablieferung ſich etwas lange hinausſchiebt, ich darf dieſe Arbeit keinem Fremden anvertrauen.“
„Ich werde mich gedulden; vor dem Herbſte trage ich das Diadem ja doch nicht.“.
„Sehr wohl, dann bleibt nur noch übrig, daß ich Ihnen eine Empfangsbeſcheinigung ausſtelle.“
„Wozu das?“
„Damit Sie Sicherheit haben, gnädige Frau. plötzlich ſterben—“
„Nun, wie Sie wollen! Hier auf meinem Schreibtiſch finden Sie Alles, was Sie bedürfen. Und was den Koſtenpunkt betrifft—“
„Madame, ich ſage Ihnen voraus, daß er nicht gering ſein wird. Es iſt möglich, daß ich einige Brillanten hinzugeben muß, ich kann jetzt noch nicht berechnen, wie weit ich mit den vorhandenen Steinen ausreichen werde.“
„Das Alles überlaſſe ich Ihnen, geizen Sie nicht, Brillanten behalten immer ihren Werth.“
Der Juwelier ſaß bereits an dem Schreib⸗ tiſch, er ſchrieb den Empfangsſchein und überreichte ihn der ſchönen Frau, die ihn in die Schmuckſchatulle legte, dann umhüllte er das Diadem mit einem ſeidenen Tuche, um es mitzunehmen.
„Ich werde zuvor einen Entwurf der neuen Faſſung zeich⸗ nen und Ihnen den⸗ ſelben vorlegen,“ ſagte er, indem er mit einer Verbeugung zurück⸗ trat,„vielleicht finden Sie noch etwas abzu⸗ ändern—“
„Ich bitte darum,“ unterbrach Bertha ihn, „bis wann wird der Entwurf wohl fertig ſein?“
„Ich mache ihn heute noch.“
„Dann werde ich morgen gegen Mittag bei Ihnen vorfahren.“
Der Juwelier ver⸗ beugte ſich zuſtimmend und verließ das Bou⸗ doir, Bertha ſchloß die Schatulle zu und trug ſie in Schlaf⸗ zimmer zurück.
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Ich könnte
Jahrgang 1977. Dunkleweagr.
Roman von Ewald Augnſt König. (Fortſetzung.)
Alle vierzehn Tage erſcheint ein Hefl.
(Nachdruck verboten.) Siebenzehntes Kapitel. Vor dem Schiffbruch.
Der Rittergutsbeſitzer hatte den Brief ſeines Schwiegerſohnes, den Becker ihm überreichte, ſehr aufmerkſam geleſen, und je weiter er darin kam, deſto finſterer wurden die Schatten, die ſeine Stirne umwölkten.
„Iſt Ihnen der Inhalt dieſes Briefes bekannt?“ fragte er endlich, den Blick feſt auf das verſchmitzte Geſicht des alten Mannes heftend.
„Jawohl,“ erwiederte Becker ruhig.
„Sie ſind alſo nicht nur der Sekretär, ſondern auch der Ver⸗ traute meines Schwiegerſohnes?“
„Herr Ackermann weiß, daß er mir Vertrauen ſchenken darf.“
„Hm, das iſt freilich ſeine Sache,“ ſagte Bogen achſelzuckend. „Mein Schwiegerſohn macht mir da einige Mittheilungen über meinen Bruder, ich weiß nicht, ob dieſelben begründet ſind—“.
„Sie ſind es, Herr Bogen! Herr Ackermann iſt in ſeinen Aeußerungen ſehr vorſichtig, er behauptet nichts, ohne ſich vorher von der Wahrheit ſeiner Behauptungen überzeugt zu haben. Was nun ſpeziell die Firma Heinrich Bogen anbetrifft, ſo iſt es leider eine feſtſtehende That⸗ ſache, daß dieſe Firma in der jüngſten Zeit bedeutende Verluſte erlitten hat. Der Chef dieſes Hauſes hat in Getreide ſpekulirt, und ſeine Unternehmungen ſind nicht vom Glück begünſtigt worden, da läßt es ſich denken, daß der Kredit erſchüt⸗ tert iſt und—“
„Nun, ich werde mir darüber Gewiß⸗ heit verſchaffen,“ un⸗ terbrach der Gutsbe⸗ ſitzer ihn,„mein Sohn ſoll die Bücher durch⸗ ſehen und mir eine Bilanz vorlegen.“
„Wer aber bürgt Ihnen dafür, daß dieſe Bilanz richtig iſt?“
„Mein Bruder mag ein leichtſinniger Geſchäftsmann ſein,“ fuhr Bogen zornig auf,„aber ein ehrlicher Mann iſt er immer geweſen.“
„Das bezweifle ich nicht,“ lenkte der alte Mann ein,„man muß dabei aber berückſich⸗ tigen, daß der Kauf⸗ mann in ſolchen Din⸗ gen ein ziemlich weites Gewiſſen hat. Laſſen 15
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