Jahrgang 
14-26 (1877)
Einzelbild herunterladen

Illuſtrirte Chronik der Zeit.

wir dieſe Frage dahingeſtellt ſein, Herr Bogen, es wäre unnittz, darüber zu ſtreiten. Nehmen wir an, daß die Dinge ſo liegen, wie Herr Ackermann behauptet, ſo iſt Ihr Herr Sohn als Aſſoci des Geſchäfts nicht nur ſeiner Kapitaleinlage verluſtig, ſondern auch mit ſeinem ganzen Vermögen für die Paſſiva verantwortlich.

Der Gutsbeſitzer ſprang von ſeinem Seſſel empor.

Das kann nicht ſein! rief er.Im Gegentheil, er wird ſein Kapital zurückfordern

Verzeihen Sie, er iſt Aſſocié

Aber das Geſchäft war ſchon bankerott, als er eintrat!

Das ändert an der Sache nichts, er wird dadurch von ſeinen Verpflichtungen nicht entbunden.

Na, das wäre eine heitere Geſchichte! ſagte Robert Bogen, während er das Zimmer mit großen Schritten durchmaß.Das hätte ich dann dem Herrn Wurzer zu verdanken.

Wußten Sie denn noch nicht, daß dieſer Herr es mit der Wahrheit nicht genau nimmt? fragte Becker ſpöttiſch.Aber ab⸗ geſehen davon, dürften Sie auch Ihrer eigenen Perſon wegen den Bankerott dieſer Firma nicht ausbrechen laſſen

Was hat denn meine Perſon damit zu thun?

Ihre Perſon weniger als Ihr Name! Man ſpricht davon, daß dieſer Name geadelt werden ſoll

Wer ſpricht davon? fragte Bogen haſtig.

Nun, ich hab's gehört, und ich finde nichts Unwahrſchein⸗ liches darin. Sie ſind Beſitzer eines großen Rittergutes, Millionär

Können Sie ſich nicht erinnern, wer es Ihnen geſagt hat? Vielleicht war es nur eine Aeußerung meines Schwiegerſohnes

Nicht doch, es war in einer Geſellſchaft die Rede davon, aber auf den Namen des Betreffenden kann ich mich nicht mehr beſinnen. Das thut ja auch nichts zur Sache, künftige Ereigniſſe werfen immer ihre Schatten voraus. Sie dürfen alſo auf Ihren Namen keine Schmach kommen laſſen, darin werden Sie mir nun Recht geben.

Gewiß, gewiß, aber

Betheiligen Sie Ihren Herrn Sohn bei den Unternehmungen des Herrn Ackermann, dann haben Sie den Verluſt, der durch den Bankerott Ihnen droht, doppelt und dreifach gedeckt.

Der Rittergutsbeſitzer blieb ſtehen, er ſtrich mit der Hand über ſeinen kahlen Kopf und blickte ſinnend vor ſich hin.

Könnte mein Schwiegerſohn ſich nicht auch bei ſeinen Unter⸗ nehmungen verrechnen? fragte er.

Unmöglich!

Bah, was verſtehen Sie davon!

Herr Bogen, ich glaube doch, daß mein Urtheil nicht ſo ganz werthlos iſt! ſagte der alte Mann vorwurfsvoll.Herr Acker⸗ mann kauft Güter und Bergwerke, um ſie ſpäter wieder zu ver⸗ kaufen. Das iſt, wenn ich mich ſo ausdrücken darf, eine reelle, ſolide Waare, die man vor dem Ankauf prüfen kann, und die ſtets ihren Werth behält, während die Spekulationen an der Börſe

In dieſer Beziehung haben Sie allerdings Recht.

Und Herr Ackermann kauft keine Katze im Sack, er kauft nur dann, wenn er mit voller Sicherheit weiß, daß es für ihn ein vortheilhaftes Geſchäft iſt..

Hm mag ſein, dennoch kann mein Schwiegerſohn auch einmal betrogen werden.

Obſchon das nicht wahrſcheinlich iſt, gebe ich die Möglichkeit doch zu, indeſſen ſelbſt ein Verluſt von einigen tauſend Thalern kann einem Millionär nicht wehe thun.

Die grauen Augen des Gutsbeſitzers hefteten ſich forſchend auf den alten Mann.

Sind Sie über das Vermögen meines Schwiegerſohnes genau unterrichtet? fragte er.

Ziemlich genau.

Wie groß iſt es?

Der Werth ſeiner Güter und Bergwerke beträgt augenblicklich etwas über zwei Millionen Thaler

Schuldenfreies Eigenthum?

Nicht ganz; es wäre thöricht, ein ſo großes Kapital feſt an⸗ zulegen. Indeß die Schulden betragen nur 600,000 Thaler, es ſind das Hypotheken, die ſtets auf den Käufer übergehen.

Alſo blieben eine und eine halbe Million freies Eigenthum?

Jawohl. Rechnen Sie dazu das Haus in der Stadt mit ſeiner fürſtlichen Einrichtung, die Werthpapiere und die Forderungen bei den Bankiers, ſo wird ein Vermögen von mehr als zwei Mil⸗ lionen herauskommen.

Es iſt mir ſehr angenehm, das zu hören, ſagte Bogen, und ein Zug der Befriedigung glitt dabei über ſein rothes Geſicht. Mein Schwiegerſohn ſchreibt mir, er ſtehe im Begriff, zwei Berg⸗ werke anzukaufen

Allerdings, hier ſind die Papiere darüber, wenn Sie dieſelben durchſehen wollen.

11

A, 2 8*

Ich verſtehe nichts davon!

Aber Sie erhalten dadurch gewiſſermaßen eine Garantie, die Sie über den Erfolg dieſes Unternehmens beruhigen wird, er⸗ wiederte der alte Mann.

Ich ſage Ihnen noch einmal, daß ich davon nichts verſtehe, alſo kann es auch nichts nutzen, ob ich dieſe Papiere ſtudire. Mein Schwiegerſohn wünſcht, daß ich meinen Sohn bei dieſem Unter⸗ nehmen betheilige, und ich leugne nicht, daß es, wenigſtens dem Anſcheine nach, ein vortheilhaftes Anerbieten iſt. Ich habe aber ſchon vor einiger Zeit ein bedeutendes Kapital eingeſchoſſen

Dieſes Kapital liegt feſt, Herr Bogen!

Es kann ja wieder flüſſig gemacht werden!

Nur dadurch, daß das Vergwerk wieder verkauft wird, und dazu kann Herr Ackermann ſich jetzt noch nicht entſchließen. Es ſind ihm verſchiedene Gebote gemachk worden, Herr Ackermann könnte heute ſchon mit einem namhaften Gewinn verkaufen, aber er will warten, bis er noch mehr erzielen kann.

Man kann auch zu lange warten!

In dieſem Falle nicht! Herr Ackermann kennt das Ge⸗ ſchäft, der Werth ſeiner Beſitzungen ſteigt mit jedem Tage.

Er fordert 100,000 Thaler.

Wäre ich an Ihrer Stelle, ſo würde ich ihm das Doppelte geben, es geſchieht ja zum Beſten Ihres Herrn Sohnes.

Der Gutsbeſitzer zuckte die Achſeln und wanderte einige Mal auf und ab.

Was ſoll mein Sohn dabei lernen? fragte er.Er kann

keine Geſchäfte abſchließen, und für die ſchriftlichen Arbeiten ſind

Sie da!

Sehr richtig, deshalb iſt es beſſer, er bleibt in dem Geſchäſt

ſeines Onkels, wenigſtens vorläufig. Es würde Aufſehen erregen, wenn er jetzt Knall und Fall austräte, der Kredit des Hauſes würde dadurch nur noch mehr erſchüttert, und ein plötzlicher Zu⸗ ſammenbruch könnte zu große Opfer fordern.

Wenn der Schiffbruch einmal nicht zu vermeiden iſt

Vielleicht iſt er es doch, man muß das in Geduld abwarten; wenn man die Gefahr des Schiffbruchs allmählig nahen ſieht, läßt ſich vor der Kataſtrophe noch Manches retten.

Robert Bogen ſchüttelte zweifelnd das Haupt, er Fenſter ſtehen geblieben, ſein Blick fiel auf eine zweite Droſchke, die vor dem Gitterthore des Gartens anfuhr.

Ich erhalte Beſuch, ſagte er,und ſo raſch kann ich mich nicht entſchließen, cs handelt ſich da doch um eine bedeutende Summe.

Die den künftigen Reichthum Ihres Herrn Sohnes begrün⸗ den ſoll!

Jch will es mir überlegen, ſagen Sie meinem Schwieger⸗ ſohne, ich würde am Abend ihn beſuchen.

Er wünſcht Ihren Entſchluß ſobald wie möglich

Ich kann es mir denken, aber er wird es auch begreiflich finden, daß ich mich nicht übereilen will. Wenn ich auf den Vor⸗ ſchlag eingehe, ſo müßte darüber ein notarieller Akt aufgenommen werden, der die Rechte meines Sohnes ſicher ſtellt.

Ganz wie Sie es wünſchen, ſagte der alte Mann, der ſich bereits der Thüre näherte,ich werde Herrn Ackermann darauf vorbereiten, damit die Sache ohne unnöthigen Verzug erledigt wer⸗ den kann. 3 d 4

Er hatte eben das Zimmer verlaſſen, als er ſich dem Reiſen⸗ den der Firma Heinrich Bogen gegenüberſah.

Der Donner, was wollen Sie hier? fragte er überraſcht.

Otto Wurzer lächelte ſarkaſtiſch und klemmte ſein Lorgnon auf die Naſe.

Sie zählen ſich wohl zur Familie, ſeitdem Sie Sekretär des Herrn Ackermann ſind? erwiederte er ſpöttiſch.

Na, na, Ihnen wird der Spott auch noch einmal vergehen!

Glauben Sie? Nun, dann ſorgen Sie dafür, daß Sie ſtets bei heiterer Laune bleiben! Gehorſamer Diener!

Der Commisvoyageur wandte ihm lachend den Rücken und trat in das Zimmer, welches Becker kurz vorher verlaſſen hatte.

Was wünſchen Sie? fragte Bogen in einem Tone, der nichts weniger als freundlich klang. 4

Der junge Mann ſah ihn betroffen an, auf dieſen Empfang ſchien er nicht vorbereitet zu ſein. 5

Ich bitte um Entſchuldigung, wenn ich ſtöre, erwiederte er, ich komme im Auftrage Ihres Herrn Bruders...

Der Gutsbeſitzer zeigte auf einen Seſſel und ließ ſich nieder.

Dann errathe ich ſchon, was Sie zu mir führt, ſagte er, und ſein rothes Geſicht färbte ſich noch dunkler,es handelt ſich wohl abermals um ein Darlehen?

Um ein Darlehen? Nein! Mein Chef wünſcht nur, daß ſein Aſſocié dieſelbe Kapitaleinlgge

war am

8

*

:

unterb

1 u

ſaaenhe Verlegen), VNicht(

ichten und lichDer Hazardſpi des Spieler am grünen 3ch 39 9 ſchenken. d gelegt hube! glaubt man, Abgrund hi unter gericht Aber find gefüll Ach T Man ſpricht

hat, namhaf Gehen Ohren höre Oeffer geichnen, aus welcher der vorhin! dazu beauftre deres Geſchä Wolle Ich d

für meine2 Summe Keinen Das! Glaul Nein, nicht im St Bewal Rückzahlung Wenu ſchänden den das werden wortung, di trauen geſch Ihre ſiter ein, ſein, im G freundſchaftl war ich alle meiſter befre und fürchtet Sie ſürchtung u Goit felbſt mir, er zu en

1 ſchüchter lur nöcht mir ſgte Eri Alſo Kein

erke, der helfen ſol

Ach