Jahrgang 
14-26 (1877)
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Preis pro Heft zwanzig Bfennig. Jahrgang 1877.

as Alles mag Wahrheit ſein, ſagte der Staatsanwalt

den, und ſo lange der Verdacht nicht beſſer begründet wird, ſind wir zu einer Verhaftung nicht berechtigt.

Der Unterſuchungsrichter mußte dieſer Anſicht bei⸗ 5 pflichten; man ſah ihm an, wie ungern er es that, aber das Geſetz ließ in der That eine Verhaftung nicht zu, da es noch nicht einmal feſtſtand, ob der Förſter ermordet war oder nicht.

Der Mann konnte verunglückt ſein oder eine Reiſe angetreten

haben, von der ſelbſt ſeine Schweſter nichts erfahren ſollte, er konnte

an einer einſamen Stelle des Waldes vom Schlage getroffen worden ſein und dort erſt nach Monaten gefunden werden, er konnte in einem Anfall von Irrſinn ſich das Leben genommen haben, kurzum, es waren ſo viele Möglichkeiten vorhanden, daß man erſt dann einſchreiten durfte, wenn der Thatbeſtand mit unzweifelhafter Klarheit zu Tage lag.

Der Kommiſſär ſchüt⸗ telte zu dieſen Bemerkun⸗ gen des Staatsanwalts noch immer das Haupt, er hielt an ſeiner Mei⸗ nung feſt und erklärte, daß er es nun als eine Ehrenſache betrachte, die Wahrheit an's Licht zu bringen.

Zu dieſem Zweck be⸗ gleitete er die Herren v. Frankendorf durch den Wald, trotzdem der Abend ſchon vorgerückt war, die Gerichtsherren fuhren mit dem Wagen des Barons zur Stadt zurück.

Die Gendarmen, mit denen der Kommiſſär ei⸗ nige Worte geſprochen hatte, ſchwangen ſich in den Sattel und ſprengten in entgegengeſetzter Rich⸗ tung von dannen, ſie wa⸗ ren die Letzten, welche die Mühle verließen.

Der Müller lachte, als er ſie fortreiten ſah, aber es war ein gezwun⸗ genes, heiſeres Lachen, es klang unheimlich.

Valentin! ſagte ſeine

Frau mit ſcharfer Stimme. NN MN Er wandte ſich haſtig X NMNͦᷣ ͦ N X um... úX ͥ̊ᷣ Was willſt Du? NNAKNNNN

fragteer.HaſtDuAngſt?

Ich habe Deinetwegen einen Meineidgeſchworen, erwiederte ſie mit dumpfer Stimme.

Dunkle

Roman von Ewald Auguſt König. (Fortſetzung.)

achſelzuckend,nur kann es leider nicht bewieſen wer⸗

Alle vierzehn Tage erſcheint ein Heft.

Wegee.

(Nachdruck verboten.) Höre mich an, Valentin, ich ſage Dir offen die Wahrheit. Deinetwegen that ich's, ſondern des Kindes wegen. Nun

Du's!

Nicht weißt

Der Müller wandte ihr den Rücken und blickte wieder zum Fenſter hinaus.

Ich weiß nicht, was Du willſt, ſagte er unwirſch.Haſt Du dem Richter nicht die Wahrheit geſagt, was geht's mich an?

Sollte ich ihm ſagen, daß Du geſtern Mittag, als Du heim⸗ kamſt, die Uhr um faſt eine Stunde zurückgeſtellt haſt?

Wie kommſt Du dazu? fuhr er auf.Eine Lüge iſt es

Mich betrügſt Du nicht! Ich wußte genau, welche Zeit es war, ich hatte eine Stunde ſchon mit der Suppe auf Dich gewartet. Und ich fand nichts weiter darin, daß Du die Uhr zurück⸗ ſetzteſt, ich dachte mir, Du beabſichtigteſt weiter nichts, als mich zu betrügen und Dir Vorwürfe zu erfparen. Man hat mich auch ge⸗ fragt, ob Du in der vorigen Nacht zu Hauſe geweſen ſeiſt, ich hab's bejaht.

Und was weiter?

Ich hab' wohl ge⸗ hört, daß Du Dich in der Nacht hinausgeſchlichen haſt und heut' Morgen in der Frühe heimgekom⸗ men biſt.

Weib, willſt Du

Ich will nichts, fuhr ſie fort, ihm furcht⸗ los in die glühenden Au⸗ gen ſchauend,ich habe den Meineid geſchworen, ohne zu wiſſen, um was es ſich handelte, ich ahnte nur, daß Schmach und Schande Dich bedrohten, und Deine Schande würde auf unſer armes Kind zu⸗ rückfallen.

Der Müller knirſchte mit den Zähnen, er ballte die Hände in ohnmächti⸗ gem Grimm, und faſt ſchien es, als ob er ſich auf ſeine Frau ſtürzen wolle, um ihr Schweigen durch ein Verbrechen zu erkaufen.

Was willſt Du ge⸗ hört und geſehen haben? ſagteer, zitternd vor Wuth. Wenn Du ſpioniren willſt

Valentin, ſo dankſt Du mir? unterbrach die Frau ihn mit ſcharfer Stimme.Hätte ich ſpio⸗ nirt, ſo würde ich es z der Abſicht gethan haben, Dich zu verrathen! Ich habe Dich nie gefragt,

Du? Wie käme ich* Franz Anguſt Freiherr Scheuk von Stauffenberg. was Du draußen treibſt. b zu dieſer Liebe?. Nach einer Photographie gezeichnet von C Kolb.(S. 298.)Kümmere Dich auch * 4* 4 3 2* 2 7 4 2-