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Preis pro Heft zwanzig Vfennig.
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1 rau Eugenie wandte ſich haſtig um, Kurt v. Plettenberg 18 ſchritt eben an der Glasthüre vorbei.
5 7„Du wirſt zum Kaffee in den Salon kommen,“ flüſterte ſie in einem Tone, der keinen Widerſpruch
2 48„ 8 G 5:. 8 duldete,„es darf nicht den Anſchein gewinnen, als ob ich die Zuſammenkunft der Beiden beabſichtigt habe.“
d Ohne eine Antwort abzuwarten, eilte ſie hinaus,
und bald darauf ſtand ſie in dem elegant und geſchmackvoll ein⸗ gerichteten Salon dem Adjutanten gegenüber, der mit herzlichem Glückwunſch ihr ein Blumenbouquet überreichte. Madame Bitterlein war natürlich ſehr überraſcht und außerordentlich erfreut, aber die ernſte, gedankenvolle Miene des jungen Herrn gefſiel ihr nicht.
„Sie müſſen heute recht heiter und liebenswürdig ſein, Herr v. Plettenberg,“ ſagte ſie, indem ſie ihn durch einen Wink einlud, Platz zu nehmen,„ernſte und wortkarge Herren ſind bei den Damen nicht beliebt.“
„Zur Heiterkeit kann Niemand ſich zwingen,“ erwiederte Kurt, leicht das Haupt wiegend, „und ich weiß wirklich nicht, ob ich mich dadurch, daß ich auf Ihren Vor⸗ ſchlag eingegangen bin, nicht der Gefahr ausſetze—“
„Einer Gefahr?“ un⸗ terbrach Madame Bitter⸗ lein ihn vorwurfsvoll.„Ich ſehe keine, und ich hoffe, Sie werden nicht glauben, daß die treueſte Freundin Ihrer ſeligen Mama wiſ⸗ ſentlich. etwas thun wird, was Ihnen Nachtheil brin⸗ gen könnte.“
„Dieſer Gedanke liegt mir ſehr fern, ich kann mich nur in die Situation nicht ſo recht hineinfinden. Sie wollen mich mit einer Dame zuſammenbringen, die mir ganz unbekannt iſt, Sie rathen mir, dieſe Damie zu heirathen—“
„Soll ich Ihnen die Gründe, die mich zu dieſem Rath bewegen, noch ein⸗ mal nennen?“
„Das iſt unnöthig, denn ich kenne ſie.“
„Und Sie werden ſie auch anerkennen!“
„Nurbedingungsweiſe, Madame,'erwiederte Kurt. „Iſt es denn ſo durchaus nöthig, daß ich heirathen muß? Ich denke, das hätte Zeit, bis ich Ritt⸗ meiſter geworden bin, es will mir nicht gefallen, daß ich nur deshalb heira⸗ then ſoll, um meine Schul⸗ den tilgen zu können!“
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Jahrgang 1977.
Dr. Joh. Rudolf Kutſchker, Fürſt⸗Erzbiſchof von Wien.(S. 279.) Nach einer Photographie gezeichnet von C. Kolb.
Alle vierzehn Tage erſcheint ein Heft.
wege.
Roman von Ewald Auguſt König.
(Fortſetzung.)
(Nachdruck verboten.) Sie den Druck dieſer Schuldenlaſt unerträglich!“ „Weil ich mich nicht leichtfertig darüber hinwegſetzen kann. ie Laſt könnte noch unerträglicher werden, wenn ich mich für das ganze Leben an ein Weſen kettete, für das ich keine Liebe empfinde.“
„Lernen Sie nur das Kind kennen, dann werden Sie es auch lieben.“
„Ich zweifle ſehr daran!“
„Stützt Ihr Zweifel ſich auf Gründe?“
Der Adjutant ſechlug verwirrt die Augen nieder; daß er Thus⸗
uuc 9; 9 nelda liebte und ſein Herz deshalb für eine andere Liebe nicht mehr Raum hatte, wollte er dieſer Frau nicht eingeſtehen, es war ihm, als würde durch ſolches Geſtändniß ſeine Liebe entweiht.
„Auf Gründe?“ wiederholte er.„Sie müſſen ja zugeben, daß ich gewiſſermaßen zu dieſer Heirath gezwungen werde, und ein Zwang verſthyumt immer;, Wie kann ich der jungen Dame unbe⸗ fangen entgegentreten, da ſie weiß
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„Sie weiß nichts!
„Und doch finden
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unterbrach Frau Eugenie ihn,„ſie ahnt
nicht einmal, daß ſie hier Ihnen begegnen wird. Und Ihre Befangenheit wird bald ſchwinden, wenn das heitere lebhafte Kind mit Ihnen plaudert, ich wie⸗ derhole Ihnen, Alice wird und muß Ihnen gefallen Dann aber, lieber Herr v. Plettenberg, müſſen Sie ſelbſt die Entſcheidung herbeiführen, ich kann in der Sache nichts weiter mehr thun. Ich würde Ihnen rathen, ſofort—“
Sie brach ab und er⸗ hob ſich raſch, um der Dame, die eben eintrat, entgegen zu gehen.
Kurt fand hinreichend Muße,„das Kind“ zu betrachten, und das Reſul⸗ tat dieſer Betrachtung war keineswegs geeignet, dem Wunſche der Frau Eugenie Erfüllung zu verheißen.
Jung war Alice Fel⸗ dern nicht mehr, und einen vortheilhaften Eindruck machte die große hagere Geſtalt mit den ſcharfen Zügen und den langen dünnen Locken auch nicht, und die harte ſchnarrende Stimme konnte ebenfalls keine Sympathie einflößen.
Am liebſten hätte Kurt ſofort ſich entfernt, er, ſchämte ſich der Rolle, die er dieſem„Kinde“ gegen⸗ über ſpielen ſollte; aber Madame Bitterlein ſtellte jetzt die Beiden einander vor, und eine Unhöflich⸗ 40
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