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laufener tte und der ſo⸗ geſindel Verein chiedene ſich in Spur zu Dresden. u bei und dent⸗ enfalls Gottes⸗ n Altar⸗ mehreren wiin mit wie auf 1702 f dem n Groß⸗ ſchlief. ngſtigten thſachen, anziehen den. Um überdies s Kellers, nt Stroh 2 Pfarrer ngſt und berte die rthſachen, gte der en und ullan— Sohnes r Familie nit ſeinen erbrachen liſam das zu ebener nte höchſt unzufetzen, ging hier zu Hauſe e ſich von hen nicht dauſe kamt das damit verlangen,
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Illuſtrirte Chronik der Zeit.
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in Dresden entwendeten erkannt und die Unterſuchung gegen die Ver⸗
hafteten angeſtellt. In dieſer leugneten ſie jedoch hartnäckig und über⸗ ſtanden alle Grade der Folter mit ſtoiſchem Muthe. Da es indeſſen bedenklich ſchien, die in hohem Grade verdächtigen Subjekte wieder auf freien Fuß zu laſſen, ſo brachte man ſie, wie gewöhnlich bei Leuten ihrer Art geſchah, denen nichts bewieſen werden konnte, auf den „Feſtungsbau“ in Dresden, eine Art Zwangsarbeits⸗ oder Korrektions⸗ Anſtalt in modernem Sinne, nur daß hier die Behandlung und Beaufſichtigung eine weit ſtrengere war, wie denn z. B. jeder In⸗ haftirte in Eiſen geſchmiedet wurde. Dresden war damals noch Feſtung und das unterirdiſche Lokal dieſer Anſtalt befand ſich in der ſogenannten„Salomonsbaſtei“ hinter dem kurfürſtlichen Zeug⸗ hauſe. Der kühne und verſchlagene Tullian entſprang jedoch dieſem Gewahrſam ſchon nach wenigen Tagen mit ſechs Mitgefangenen.
Jetzt begann er, von bitterem Unmuth gegen alle beſtehenden menſchlichen Verhältniſſe und den ſchändlichſten Racheplänen erfüllt, ſein eigentliches Räuberleben, das ſeinen Namen ſo gefürchtet und berüchtigt gemacht hat. Er wurde förmlicher Bandenführer und ſetzte ganz Kurſachſen in Furcht und Schrecken, ja der Ruf ſeiner ſchändlichen Thaten drang weit über die Grenzen der deutſchen Lande hinaus. Geiſtig und körperlich war er zu dem erwählten ſchrecklichen Handwerk vollkommen disponirt. Obwohl nur von mittlerer Größe, war er doch mit gewaltigen Körperkräften aus⸗ geſtattet, äußerlich ſehr gewandt, zumal er in der Fecht⸗ und Tanz⸗ kunſt ſich ſehr geübt hatte, und Meiſter in der Handhabung der Brechſtange und aller Diebeswerkzeuge. Auch ſeine geiſtigen Eigen⸗ ſchaften, die, zu beſſeren Zwecken verwandt, ihm eine hervorragende ehrenvolle Stellung im Leben verſchafft haben würden, waren ganz geeignet, ihm auf ſeiner Verbrecherlaufbahn eine ſo bedeutende Rolle zu ſichern. Er war im höchſten Grade verſchlagen und verſchmitzt, beſaß ein vortreffliches Gedächtniß, einen ſcharfen Verſtand und eine außerordentliche Willenskraft und Energie. Stets wußte er Mittel und Wege zur Ausführung auch der kühnſten und gewagteſten Unter⸗ nehmungen zu finden, ſowie um ſich ſeinen Verfolgern auf geſchickte Weiſe zu entziehen und für die nachforſchende Juſtiz oder Polizei zu verſchwinden. Die größten körperlichen Schmerzen wußte er zu verbeißen und gleichmüthig zu ertragen und eher hätte er ſich alle Glieder einzeln vom Leibe reißen laſſen, als das geringſte Geſtändniß abzulegen. Doch ahnte Niemand in ſeiner äußeren Erſcheinung den ſo tief geſunkenen Verbrecher. Er hatte eine edle, vornehme Geſichts⸗ bildung und nur die lebhaften Augen ließen auf die Lebhaftigkeit ſeines Charakters ſchließen. Dabei liebte er es, im öffentlichen Leben als feiner Cavalier damaliger Zeit, mit Allongeperrücke, reich bordirtem Rock, Treſſenhut und Degen aufzutreten.
Seine Genoſſen bildeten jedoch keine eigentliche Bande, lebten vielmehr, ihre Geſchäfte betreibend, größtentheils als Profeſſioniſten, einige ſogar als anſäſſige Bauern zerſtreut im Lande umher und kamen nur, ſobald eine Unternehmung ausgeführt werden ſollte, oder Dieſer und Jener von ihnen eine Gelegenheit dazu entdeckt hatte, in gewiſſen Diebesherbergen zuſammen, deren Wirth mit
ihnen im Einverſtändniſſe lebte und die geraubten Güter einſtweilen
in ſeinem Hauſe verbarg, nicht ſelten auch wohl ſelbſt an den Unter⸗ nehmungen ſich betheiligte. Tullian war bei Ausführung der hier geſchmiedeten und beſprochenen Anſchläge wegen ſeiner Kühnheit, Verwegenheit und ſeines Glückes beſtändig der Anführer, überhaupt die Seele der ganzen ſauberen Genoſſenſchaft. Aeußerſt zahlreich waren die Mitglieder derfelben, ungerechnet die Helfershelfer niederen Grades. Folgende waren die vornehmſten außer Tullian ſelbſt. Johann Gottfried Sahrberg, mit ſeinem Spitznamen, weil er ſich gleich ſeinem Herrn und Meiſter cavaliermäßig zu kleiden liebte, „Studenten⸗Friedrich“ genannt; außerdem hatte er den Beinamen „der Wachtmeiſter“. Er war eines Pfarrers Sohn in Hündorf in Schleſien, hatte ſich erſt als Schreiber und Gärtner genährt, darauf in verſchiedenen deutſchen Ländern Kriegsdienſte genommen und zuletzt bei einem kurſächſiſchen Infanterieregimente als Fahnenjunker gedient. Als ſolcher hatte er im Jahre 1702 ſeinen Abſchied ge⸗ nommen, ſich darauf in Danzig verheirathet, bald aber Frau und Kind im Stich gelaſſen, als ein abenteuernder Vagabund ſich umher⸗ getrieben und war endlich wieder nach Kurſachſen gekommen. Schon als Soldat hatte er ſein angeborenes Diebestalent bekundet und war wegen Diebſtahls in Unterſuchung geweſen, hatte aber hartnäckig geleugnet und die an ihm durch Brennen mit Wachslichtern voll⸗ zogene Tortur ausgehalten. In vieler Beziehung dem Spiegelberg in Schiller's Räubern ähnlich, war er ein höchſt ſchlauer und ver⸗
ſchmitzter Dieb, im Gebrauch von Dietrichen und Nachſchlüſſeln ſehr bewandert, übrigens aber feige und tückiſch, wie er denn bei ge⸗ fährlichen Unternehmungen ſich entweder ganz aus der Affaire zog oder ſich wenigſtens, ſobald er irgend etwas Verdächtiges gewahrte, ſalvirte und ſeine Genoſſen im Stiche ließ.— Ein anderer herbor⸗ ragender Diebesgenoſſe war Samuel Schickel, auch der Brett⸗
bauer oder der lange Samuel oder Bretter⸗Samuel genannt, weil er neben der Bewirthſchaftung ſeines kleinen Bauerngutes in Schön⸗ feld im Amte Frauenſtein auch das Lohnfuhrwerk betrieb und namentlich Bretter aus den Schneidemühlen in's Land führte, was er häufig als Deckmantel zur Ausführung der ſchwerſten Diebſtähle und Raubanfälle benutzte, denen er ſchon ſeit früher Jugend obgelegen und wobei ihm ſeine herkuliſche Körperkraft außerordentlich zu Hilfe kam. Er war von trotzigem Ausſehen und führte in und außer dem Hauſe ein ſehr karges, nüchternes Leben. Ebenſo wie er wußte ſein Genoſſe Chriſtian Eckoldt, oder„der ſchöne Böttiger“ genannt, ſeine Verbrechen unter der Maske ſeines Handwerks zu verbergen. Er betrieb in Leipzig das Böttigerhandwerk, das er zunftmäßig erlernt hatte. Von Hauſe aus hatte er kein verderbtes Gemüth und führte bis zu ſeiner Verheirathung, ſich von ſeinem Gewerbe nährend, ein ehrliches Leben. Seine Verbindung mit einer zwar ſchönen, aber dem Müſſiggange, dem Kleiderluxus, ja dem Trunke ergebenen laſterhaften Perſon wurde jedoch ſein Verderben. Weder vermögend, durch ſeiner Hände Arbeit ihren unerſättlichen Anſprüchen zu genügen, noch ſie auf beſſere Wege zu bringen, unterlag er endlich ſelbſt ihren Verführungskünſten und ergab ſich mit ihr gemein⸗ ſchaftlich dem Diebeshandwerk. Dieſe Frau, wegen ihrer äußeren Reize„die ſchöne Böttigerin“ genannt, wovon ihr Mann jenen Bei⸗ namen empfing, wurde, als elegante Dame ausſtaffirt, häufig in der Begleitung Lips Tullian's geſehen, wenn er als Cavalier in Dresden, Leipzig und anderen großen Städten auftrat. Sie war eine äußerſt gewandte Diebin. Eines Tages trat Tullian mit ihr in ein Kaufmannsgewölbe in Leipzig und während er hier ver⸗ ſchiedene Einkäufe machte, eignete ſich ſeine ſchöne Begleiterin, von dem Verkäufer, aber nicht von Tullian unbemerkt, ein Paar feine Handſchuhe zu, wofür ſie aber von Letzterem, um der Gefahr willen, der ſie ſich und ihn einer ſolchen Kleinigkeit wegen ausſetze, einen ernſtlichen Verweis erhielt.— Der vierte, den wir von der Ge⸗ noſſenſchaft noch nennen wollen, war Hans Wolf Heinrich Schöneck, von Eisleben gebürtig, der, nachdem er dem kurſächſiſchen Militärdienſte, in welchem er als Artilleriſt geſtanden, entlaufen war, unter der Maske eines Hauſirers als Dieb und Falſchſpieler im Lande umherzog.
Mit dieſen und einer bedeutenden Anzahl anderer Genoſſen und Helfershelfer, worunter ſich ebenfalls einige Juden befanden, verübte nun Lips Tullian allerlei freche Diebſtähle, Einbrüche, Raubanfälle, weniger grauſame Mordthaten. Wir können jedoch dieſe Verbrechen unmöglich alle aufführen, ſon ern wollen uns nur mit wenigen Beiſpielen begnügen. Gutsbeſitzer und Bauern, Pfarrer und Schullehrer auf dem Lande wurden überfallen, indem man die Fenſter ihrer Wohnungen ausbrach, die Bewohner in den Keller ſperrte und unter Drohungen ausfragte, wo ihr Geld ſich befinde, Kiſten und Kaſten mit Gewalt erbrach und ihres Inhaltes be⸗ raubte, wenn er von Werth war. Aus dem Dache der Wohnung eines Branntweinbrenners zu Tuttendorf wurden etliche Schoben geſchnitten, einer der Diebe ſtieg dadurch ein, während die anderen an der Hausthüre pochten und Schlagwaſſer(Branntwein als Medikament bei Schlaganfällen) forderten, und als der Branntwein⸗ brenner aufſtand und öffnete, ihn ſofort überfielen, und als er ſich widerſetzte und um Hilfe ſchrie, mit einem Brecheiſen ſo heftig über den Kopf ſchlugen, daß das Blut herunterlief; darauf wurde deſſen Ehefrau, welche der eingeſtiegene Dieb inzwiſchen geknebelt und ge⸗ bunden hatte, nachdem man durch Drohungen von ihr erfahren, wo das Geld ſich befinde, in den Keller geſperrt. Mit dem ge⸗ raubten Gelde machten ſich die Räuber davon.— Ein Leineweber zu Röthenbach wu de auf der Bleiche überfallen und mit dem daſelbſt gelegenen Garne gebunden, worauf die Diebe in ſein Haus gingen, ſeine Ehefrau ebenfalls banden und in eine Nebenkammer ſperrten, während ſie Kiſten, Schränke und Kaſten ausräumten.— Ein Butter⸗ händler zu Germsdorf wurde unterwegs angefallen und ſeiner Baar⸗ ſchaft beraubt.— Auch die Gotteskaſten verſchiedener Kirchen wurden erbrochen und ihres Inhaltes beraubt, oder die Böſewichter nahmen aus den Kirchen die Meßgewänder, Chorhemden, Altar⸗ und Tauf⸗ ſteintücher, Monſtranzen und Altargefäſſe mit. Als ſie einſt in die Kirche zu Belgern eingebrochen waren und einer der Diebe die auf ſeinen Antheil gefallenen Kirchenornate in ein großes Bündel zu⸗ ſammengepackt hatte, dieſes ihm aber zu ſchwer war, beſaß er die Frechheit, ohne Weiteres in dem nächſten Dorfe einige Träger zu requiriren, die ihm die Bürde von Dorf zu Dorf bis Leipzig tragen mußten.— Bei Beraubung der Kirche zu Glashütte hatte Tullian die ſchwere, mit einem Schraubenriegel verwahrte eiſerne Thüre der Sakriſtei durch ſeine Körperkraft mit der Brechſtange wie eine Mulde krumm gebogen, ſo daß er durch die entſtan⸗ dene Oeffnung hinein und heraus kriechen konnte. Als der Einbruch ruchbar geworden war, kamen von Nah und Fern eine Menge Neuzieriger herbei, um dieſes Wunder der Einbrecherkunſt zu ſehen.


