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„Nein,“ verſetzte der Nankee;„das Feuer kam mir zu raſch über den Hals. Ich hatte kein Boot und mußte auf einem Floß mich dem Waſſer anvertrauen. Der Sturm riß das Floß aus⸗ einander und Weib und Kind, Hab und Gut, Alles ging zum... Ich bin ein ruinirter Mann!“
„Thut mir leid,“ entgegnete Ferdinand.„Das iſt ja höchſt traurig für Euch. Wir hätten bereitwilligſt Euch und Eure ganze Familie gerettet, wenn es in unſerer Macht geſtanden, trotzdem Ihr in der Kuhaffaire Euch ſo erbärmlich benommen habt. Ihr begreift, daß wir ſelber in Noth ſind. Sucht Euch ein Plätzchen, um auszuruhen, Sir!“
Der Nankee murmelte einige unverſtändliche Worte und ſchritt oder taumelte vielmehr nach hinten. Die Männer, denen er auf ſeinem Wege begegnete, wichen ſcheu vor den ſtieren Blicken der unheimlichen Geſtalt zurück...
Die Schaluppe ſchaukelte heftig auf der empörten Fluth und häufig flog ein Funkenregen darüber hin. Die Arbeiter begoſſen das Deck, die Maſten und die getheerte Takelage fortwährend mit
Illuſtrirte Chronik der Zeit.
brennen, und da ihr nicht verbrannt ſeid, ſo will ich euch nun erſäufen. Zur Hölle mit uns Allen!“
Dabei führte er einen gewaltigen Hieb auf die Planken, ſo daß er ein Leck ſchlug, durch welches ſogleich ein Strahl Waſſer plätſchernd hereinſprang.
„Verfluchter!“ ſchrie Ferdinand.
Er raffte einen der Steine, die als Ballaſt dienten, auf und ſchleuderte denſelben dem Brandſtifter und Mörder geſchickt an den Kopf. Morris ſtürzte nieder und die Axt entfiel ſeiner Hand.
„Zu Hilfe!“ ſchrie der junge Seemann und warf ſich auf ihn.
Die Männer vom Verdeck, Karl Severin an der Spitze, ſtürzten herein. Einige verſtopften das Leck; die Anderen halfen den wüthen⸗ den Nankee feſſeln.
Das Schickſal des Schurken war beſiegelt.
Man legte einen Strick um ſeinen Hals und ſchleppte ihn nach oben. Dann band man einen Stein an den Strick und warf den Elenden über Bord in die ſturmbewegte Fluth.
„Du hölliſcher Kuhdieb, Brandſtifter und Mörder, da haſt
Waſſer und beſeitigten ſo die Gefahr. Außerdem wurde dadurch Du Deinen Lohn!“ ſchrie Ferdinand ihm nach, indem er ihn unter⸗
die Luft auf dem Verdeck etwas abgekühlt. Der junge Seemann war die Thätig⸗
ſinken ſah.
keit ſelbſt und überall am Platze, wo es etwas zu thun gab. Seit vierzig Stunden
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Noch mehrere Tage mußten die Ge⸗ fährdeten auf der Schalupe inmitten des
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Doriſche Säule.
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(S. 440.)
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Etruskiſche Säule.(S. 440.)
hatte er nicht geſchlafen, aber man ſah ihm dieſe Strapaze nicht an.—
bis endlich die Wuth
Sees aushalten,
Plötzlich vernahm ſein ſcharfes Ohr dumpfe Schläge, die aus dem Raum herauftönten und worauf die Anderen gar nicht Acht gaben.
„Was iſt das?“ rief er.„Wer haut im Kielraum auf die Schiffsplanken? Es ſind doch alle Mann an Deck! Nein, es fehlt der Nankee! Wo iſt Mr. Morris?“
„Der lange blaſſe Mann iſt in das Schiff hinabgeſtiegen,“ antwortete die helle Stimme der kleinen Tochter ſeines Bruders.
Wie von der Ahnung eines gräßlichen Unheils erfaßt, ſtürzte Ferdinand der Luke zu und ſprang mit einem Satze hinab in den von einer Hängelampe erhellten Raum.
Dort ſtand ganz hinten wie ein mordluſtiger Dämon der Nankee mit einer Axt in der Hand und hieb auf die Füllungsplanken los, welche die Schiffsmannſchaft von dem naſſen Grabe in der Tiefe trennten.
„Schurke, biſt Du wahnſinnig?“ ſchrie Ferdinand außer ſich vor Zorn.„Willſt Du die Schaluppe in den Grund bohren?“
„Ja!“ ſchrie der Yankee mit wahnſinnig gellendem Lachen.„Ich habe den todten Tannenwald anzünden laſſen, um euch zu ver⸗
Llllluu ˖ 1y 1 des Sturmes und des Feuers ſich legte. Joniſche Säule.(S. 440.) Welchen traurigen, troſtloſen Anblick bot
nun das vordem ſo freundliche Geſtade! Wo war die Pracht des Waldes geblieben? Ein Wuſt verkohlter rauchender Baumſtümpfe und Maſſen glühender Aſche bedeckten fünfzig engliſche Quadratmeilen weit den Erdboden. 3
Von der Sägemühle und den übrigen Gebäuden waren kaum noch Spuren zu erblicken.
Von den auf der Grasinſel geborgenen Sachen war glücklicher⸗ weiſe nur ein kleiner Theil verdorben oder beſchädigt. Ein Pferd, eine Kuh und zwei Kälber waren im Rauche erſtickt, die übrigen Thiere erholten ſich nach und nach, als die Luft rein wurde. Die Schweine und Ferkel, welche ſich nach ihrer Gewohnheit in den Schlamm hineingewühlt hatten, befanden ſich ſämmtlich ſehr wohl.—
Die Severin's verließen dieſe Unglücksſtätte und ſiedelten ſich weiter oben im Norden an, in einer Gegend, wo ſie geſchützter vor Waldbränden leben konnten. Die Sägemühle wurde neu erbaut, mit Energie in Thätigkeit geſetzt, und das Geſchäft nahm raſch guten Aufſchwung. Nach kurzer Zeit hatten ſie den beträchtlichen Verluſt, welchen ſie am Büffelſee erlitten, wieder eingeholt.


