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ob Gott ihn ſtrafen wolle, fiel nun das Verderben auf das Haupt des Verbrechers!
Er hatte kein Fahrzeug zu ſeiner Verfügung, nicht einmal ein Kanoe. Das große Boot, welches er beſaß, war ve iulf k n8 mit einer Ladung Schindeln 1Lgan em undoch 1 gekehrt. I 3 8 Am Lande könnte er nicht bleiben, das wußte er wohl. Auf den See hinaus mußte-er flüchten, um ſich und, die Seinen vor dem ſchrecklichen Tode in der Flammengluth zu retteff.
Gewiſſensbiſſe und Reue empfand er nicht, denn er war ein verhärteter, ruchloſer Menſch, der nicht an die ewige Bekdammniß glaubte, eben weil er wußte, daß er ſie verdiene. Eine wilde Wuth⸗ erfaßte ihn, als er bedachte, daß die von ihm gehaßten Deutſchen nun beſſer daran waren, als er ſelbſt. In ihrer trefflichen Scha⸗ luppe konnten ſie geraume Zeit auf dem See ohne beſondere Be⸗ ſchwerlichkeit ausharren.—
8 Er ſelbſt aber mußte ſich mit Nem Jooß ſelbe mußte erſt gebaut werdeft.
Fluchend ſchrie er dem Irländer
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Illuſtrirte Chronik der Zeit.
Irländers. Pat taumelte einige Schritte vorwärts und fiel über den Rand des Floſſes in's Waſſer. Kein Schrei ertönte, kein Gewimmer. Pat, betäubt von dem furchtbaren Schlag, ertrank, ohne es zu wiſſen.
Ffäff Marris, die mit über den Kopf gezogener Schürze auf einen Koffer ſaß, bemerkte kaum, was vorging. Sie ſchien in dieſer Schreckensnacht ganz ſtumpfſinnig geworden zu ſein. Die Kinder
weinten und jammerten.
Als der Nankee auf die eben beſchriebene Weiſe ſeinen Mit⸗ ſchuldigen ſich vom Halſe geſchafft hatte, beobachtete er mit Be⸗
friedigung, daß das Floß, nun etwas erleichtert, beſſer auf dem ſſer
g dgen Vnd das⸗
Waſſed ſchwimme. = Fine Stunde verging. Da aber ſprang der Wind im Südweſten auf und blies von
Miuute zu Minlkte in ſtärkeren Stößen, zuletzt zum Sturme ausartend.
Jetzt wurde die Lage der Familie auf dem Floß höchſt kritiſch. Unter ihr die ſchäumende, wogende, wildbewegte Waſſerfluth, über'ihr die nächtliche Dunkelheit, aus der nun ein vom Ufer herübergewehter Funkenregen ſich ergoß. Vom Winde getrieben, wallten die gigan⸗
den Befehl zu, aus der Sägemühle 2 6 einiges Tauwerk zu holen,« und lief dann in's Haus, um ſeiner Frau die Schreckenskunde mitzutheilen und daß ſie ſich zur Flucht bereit halten ſolle. Darauf machte er ſich mit dem rothen Pat an's Werk, ein Floß zu bauen, und mit amerikaniſcher Geſchicklichkeit und Schnelligkeit brachten ſie in kurzer Zeit ein ſolches fertig. Freilich war es nicht beſonders feſt und zuverläſſig gearbeitet, aber es entſprach doch vor⸗ läufig ſeinem Zweck.
Es war auch die höchſte Zeit. Die Flammen im Norden leckten immer gieriger heran und in dem Dunſt, dem Qualm und der Hitze war es kaum noch auszuhalten. Mit faſt über⸗
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tiſchen Rauthwolken raſcher als bisher gen Nordoſten.
Der Sturm wüthete fort und ſchürte die Flammen des Waldbrandes. Das
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— Krachen und Praſſeln tönte immer mentſetzlicher.
j fff Mit Schrecken bemerkte Morris,
— daß die Balken⸗ und Bretterlagen des
auf den Wellen hin und her geſchleu⸗
derten Floſſes allmählig ſich lockerten. Er verſuchte durch Anziehen der Taue und Eintreiben von Keilen dem Uebel⸗ ſtande abzuhelfen, doch ſein Bemühen war vergeblich.
Plötzlich erſchütterte ein heftiger Stoß das Floß. Es war auf einen treibenden Baumſtamm aufgerannt und kam dadurch in eine ſchiefe Lage.
menſchlicher Anſtrengung beluden der Yankee und ſein Spießgeſelle das Floß mit den werthvollſten Sachen aus dem Hauſe und begaben ſich dann ſelbſt mit der Frau und den Kindern darauf.
Mit langen Stangen ſtießen ſie vom Lande ab und trieben dann auf das Waſſer hinaus.*
Es war eine ſchreckliche Situation. Die Geſtade ringsum ſchienen eine ein⸗ zige gli bade Hölle zu ſein. Der un⸗ geheure Feuerkreis ſchloß den dunklen See ein, auf welchem die nächtliche, von erſtickendem dichtem Qualm erfüllte Finſterniß lag.
Das Floß war ſo ſchwer beladen, daß es bei der geringſten Bewegung der einen oder anderen darauf befind⸗ lichen Perſon das Gleichgewicht verlor und mit dem einen oder andern Ende tief in's Waſſer tauchte. Um dieſen bedenklichen Uebelſtand zu beſeitigen, machte Pat den vernünftigen Vor⸗ ſchlag, einige ſchwere Kaſten in den See zu werfen. Aber der eigenſinnige Yankee wollte nichts davon hören.
„Es iſt nothwendig, Sir,“ knurrte der Irländer. chen Gepäck da muß über Bord!“
„Verdammt will ich ſein, wenn ich das zugebe!“ rief Morris zornig.„Wenn ich die paar Kiſten nicht berge, ſo bin ich ein ruinirter Mann!“
„Möglich,“ entgegnete Pat trotzig.„Hilft aber Alles nichts, die Kaſten müſſen über Bord. Ich kann nicht ſchwimmen und habe keine Luſt, Euretwegen zu ertrinken.“
Dabei legte er Hand an eine Kiſte.
„Rühre den Kaſten nicht an!“ ſchrie der Yankee wüthend.
„Hinunter damit!“ ſchrie der Rothe.
Und er ſtieß mit kräftigem Ruck eine ſchwere Kiſte über Bord, die wie ein Stein auf den Grund niederſank.
„Verruchter!“ brüllte Morris.„Wo die Kiſte liegt, da magſt Du auch liegen!“
Er hielt eine ſchwere Stange in der Hand. Dieſelbe wirbelte durch die Dunkelheit und fiel dröhnend auf den harten Schädel des
„Dies bis⸗
Vergebens ſtrengte der NYankee mit der Kraft der Verzweiflung ſich an, von dem Stamme los zu kommen.
Die ſchweren Kiſten rutſchten nach hinten, die Taue ſtrafften ſich und lockerten ſich dann vollends. In weniger Zeit als einer Minute ging das ganze Floß aus einander...
Einige Todesſchreie tönten aus den gurgelnden Wellen. Die Haare auf
Morris' Haupte ſträubten ſich zu Berge. Seine Frau und ſeine Kinder 8
ertranken vor ſeinen in die Dunkelheit hineinſtarrenden Augen. Und ringsum wüthete die feurige Hölle, tobte der wüthende Sturm und brausten die Wellen... 3
Er hielt ſich an einen Balken feſt⸗ geklammert.
Angſt empfand er nicht mehr, ob⸗ gleich er fühlte, daß er ſterben müſſe. Aber wilde wahnſinnige Wuth erfüllte —; ſein Hirn, weil er Alles verloren in
dem Augenblick, als er zu triumphiren gehofft über die deutſchen Nachbarn...
So trieb er mehrere Minuten lang auf der wildbewegten Fluth.
Da gewahrte er plötzlich dicht vor ſich eine große ſchwarze Maſſe. Es war der Rumpf der Schaluppe, wie er ſogleich erkannte.
Ein teufliſcher Gedanke durchblitzte ſein Hirn.
„Halloh!“ ſchrie er laut.
„Ahoi!“ antwortete vom Deck des Fahrzeugs herunter die Stimme des jungen Seemanns, deſſen ſcharfes Ohr trotz des Auf⸗ ruhrs der drei Elemente Feuer, Luft und Waſſer den Hilfeſchrei vernahm.„Wer ruft da? Kamerad, fange das Tau!“
Und er ſchleuderte geſchickt ein Tau über Bord dem dunklen auf den Wellen treibenden Gegenſtande zu, den er wohl ſehen, aber nicht deutlich erkennen konnte.
Der Nankee ergriff das Tau und wurde vermittelſt deſſelben an Bord gezogen, wo ſein Erſcheinen nicht geringes Erſtaunen her⸗ vorrief.
„Wie, Mr. Morris,“ ſagte Ferdinand,„alſo Ihr ſeid es? Ich glaubte nicht, daß ich Euch ſobald wieder ſehen würde. Konntet Ihr denn nicht rechtzeitig nach den rollenden Prairieen hinflüchten?“
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