Jahrgang 
14-26 (1877)
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Illuſtrirte Ehronik der Zeit.

ſolgenden Worten:In einer Depeſche an den Staatsſekretär(John Quincy Adams) gedachte ich des amerikaniſchen Dampfſchiffes Savannah, Kapitän Rogers, welches am 20. des letzten Monats in Liverpool ankam, zur Ueberraſchung der Bevölkerung dieſer Stadt. Es iſt ein Schiff von etwas über 300 Tonnen Gehalt, wie der Kapitän, der mich beſuchte, konſtatirte, und das erſte, das jemals den Weg über den Ocean zurückgelegt hat. Der Kapitän ſagte mir, die Maſchine habe auf der Reiſe mit großer Leichtigkeit und Sicherheit gearbeitet und durch volle 18 Tage Dampf benützt. Das Wetter war im Allgemeinen ſehr ungünſtig für die Fahrt. Die Maſchine hat 72 Pferdekräfte.

Am 23. Juli fuhr dieSavannah von Liverpool nach St. Petersburg ab, ihrem urſprünglichen Beſtimmungsorte, wo Ka⸗ pitän Rogers und ſein ſeltſames Fahrzeug mit jeder erdenklichen Ovation begrüßt wurden. Der Kaiſer Alexander J. kam an Bord, bekomplimentirte Kapitän Rogers, ſein Schiff und die ganze Be⸗ mannung und beſchenkte den Erſteren. Nach einem Aufenthalte von drei Wochen verließ das Schiff St. Petersburg und berührte auf ſeiner Rückkehr Kopenhagen und Norwegen. König Bernadotte von Schweden bot Kapitän Rogers 100,000 Dollars für ſein Schiff, welcher Betrag in Hanf und Eiſen in New⸗York, Boſton und Phi⸗ ladelphia abgeliefert werden ſollte, allein der Kapitän lehnte das Anerbieten adb. Am 30. November, nach einer Reiſe von 50 Tagen, traf der Dampfer von St. Petersburg wieder in Savannah ein. Im Monate Dezember beſuchte dieSavannah die Stadt Waſhing⸗ ton und dampfte von da nach New⸗York. Bald nach der Rückkehr wurde das Schiff aber ſeiner Maſchine entkleidet und in ein Packet⸗ ſchiff verwandelt. Als ſolches lief es viele Jahre zwiſchen Savannah und New⸗York. Die Maſchinen wurden verkauft und viele Jahre zu anderen Zwecken verwendet. Auf einer ſeiner Fahrten von Savannah nach New⸗York endlich wurde das ruhmvolle Schiff in einem Sturme an die Küſten von Long Island getrieben und dabei zertrümmert.

Mannigfaltiges.

In der Schlacht bei Malplaquet(1709), die der engliſche Feldherr Marlborough, vereint mit dem deutſchen Heer unter Prinz Eugen, gegen die Franzoſen gewann, gerieth ein engliſches Reitekregiment in Ver⸗ wirrung, und der Oberſt deſſelben war der erſte, der Kehrt machte. Sein Roß trug ihn nahe an dem kommandirenden General vorüber. Marl⸗ borough gab ſeinem Renner die Sporen, ſprengte dem Fliehenden nach, fiel ihm in den Zügel und rief:Sie reiten irr, mein Herr! Dort ſteht der Feind! Wenden Sie ihm Ihr Geſicht entgegen und der Tag iſt der Ihrige! Beſchämt lenkte der Oberſt um, ſetzte ſich von Neuem an die Spitze ſeines Regiments, das ſich inzwiſchen wieder geordnet hatte, griff an und warf die Franzoſen. R.

Was der Eine für groß hält, nennt der Andere klein. Ein Commis, der dreitauſend Mark gewonnen hatte, tanzte wie toll in ſeinem Zimmer umher, bis der Prinzipal ſich nach der Urſache des Lärms erkundigen ließ und meinte:Macht der Menſch um eine ſolche Lumperei das ganze Haus aufrührig! Ein Student verließ die Univerſität und kam zu einem ſeiner Profeſſoren, um ſich zu verabſchieden. Alles, was ich gelernt, verdanke ich hauptſächlich Ihnen! ſagte er unter Anderem, ſeinen Dank ausdrückend.Ach, machen Sie doch nicht ſo viel Aufhebens von ſolcher Kleinigkeit, erwiederte höflich der Profeſſor. R.

Die Städtenamen in den Vereinigten Staaten von Amerika ſind oft deutſche. So gibt es dort 16 Berlins und 1 Neu⸗ Berlin. Von anderen deutſchen Städtenamen erſcheinen: 2 Bremen und 2 Neu⸗Bremen, 6 Braunſchweig(Brunswick), 1 New⸗Brunswick, 4 Dresden, 6 Frankfort, 1 New⸗Frankſort, 3 Frankford, 19 Hannover, 2 New⸗ Hannover, 4 Mannheim, 3 Minden, 9 Wien(Vienna), Nicht minder ſind die Städte Englands, auch mehrere franzöſiſche, italieniſche und ruſſiſche jenſeit des Oceans neu erſtanden. R.

Edle Gattenliebe. Robert, der Sohn Wilhelms des Er⸗ oberers, war einſt von einem vergifteten Pfeil verwundet worden. Die Aerzte erklävpten den Tod für unvermeidlich, wenn ſich nicht Jemand fände, der das in der Wunde beſindliche Gift aufſauge.Wohlan, ſagte der Prinz,ſteht eine ſolche Bedingung auf mein Leben, ſo bin ich entſchloſſen zu ſterben. Niemals werde ich ſo ungerecht und grauſam ſein, zu geſtatten, daß ſich irgend ein Menſch aufopfere, um mein Leben zu retten! Bald darauf ſank er in tiefen Schlaf. Da nahte ſeine Gemahlin, die edle

Anſere Louiſe, Großherzogin von Baden. (Mit Porträt auf S. 401.)

Der hohen Frau, deren Bild die Stirnſeite des vorliegenden Heftes ziert, der edlen Großherzogin Louiſe von Baden, der einzigen Tochter un⸗ ſeres Kaiſerpaares, war es jüngſt in den Tagen des 27., 28. und 29. Aprils vergönnt, das Jubelfeſt der fünfundzwanzigjährigen glücklichen und ſegens⸗ reichen Regierung ihres Gemahls, des Großherzogs Friedrich, zu feiern

Die weitere Entwickelung der See⸗Dampffchifffahrt iſt bekannt. Der von uns geſchilderte erſte Verſuch ermuthigte zu fernerer Anwendung der Dampfkraft bei Beſchiffung des Oceans. Jetzt, da Reiſen in Dampfſchiffen über den Ocean alltägliche Vorkomm⸗ niſſe ſind, iſt es jedoch nicht ohne Intereſſe, auf jenes kühne Ex⸗ periment des Jahres 1819 zurück zu blicken. Wagte doch ein be⸗ rühmter engliſcher Gelehrter jener Zeit, Dr. Dyoniſius Lardner, trotz der Ankunft derSavannah in Liverpool die Behauptung, daß der Dampf für Oceanreiſen niemals werde praktikabel gemacht wer⸗ den können. Derſelbe Dr. Lardner aber fuhr ſpäter auf einem Dampfer nach Amerika, um dort wiſſenſchaftliche Vorleſungen ab⸗ zuhalten. Errare humanum est! Allein er hatte für ſeine falſche Prophezeiung Spott genug zu erleiden.

Zum Schluſſe dieſer kurzen Darlegung mögen die folgenden Daten die Fortſchritte zeigen, welche während der letzten Decennien des vorigen und der erſten dieſes Jahrhunderts in der Benützung der Dampfkraft für Schiffe gemacht wurden: Der Amerikaner Thomas Paine war der Erſte, der im Jahre 1778 die Anwendung von Dampf für die Schiffsbewegung vorſchlug. Die erſte Dampf⸗ ſchifffahrt, von der man weiß, wurde 1807 auf dem Hudſon voll⸗ bracht mit dem DampferClermont, mit welchem Robert Fulton in 33 Stunden von New⸗York nach Albany fuhr. Die nächſten drei Dampfboote, die man kennt, waren:Car of Neptune(der Wagen Neptuns), gebaut im Jahre 1808; derParagon, gebaut 1811. und derRichmond, gebaut 1812; alle in New⸗York. In Europa ſah man die erſten Dampfſchiffe auf dem Clyde in Schottland im Jahre 1812. Ein Mr. Dodd brachte im Jahre 1815 das erſte Dampf⸗ ſchiff von Glasgow auf die Themſe. Im Jahre 1814 hatte das ganze brittiſche Reich nur fünf Dampfſchiffe und dieſe gehörten Schottland an. 1845 beſaß England ſchon 694, Schottland 139, Irland 79, die brittiſchen Kolonieen 89, zuſammen 1001. Heute hat ſich die Zahl der Oceandampfer ſo vermehrt, daß ſie viele Tauſende beträgt.

(Nachdruck verboten.)

Sibille; ſie hatte den Spruch der Aerzte vernommen, nahm die Zeit, da der Verwundete ſchlummerte, wahr und ſog die Wunde aus. Sie ſtarb am Gifte, aber Robert war gerettet. B.⸗A. Der Glockenthurm von Venedig. Eines der ſtattlichſten Gebände der alten Dogenſtadt iſt unſtreitig der berühmte Glockenthurm, der alle anderen Bauwerke um ein Bedeutendes überragt und von dem aus man eine wundervolle Ausſicht auf die dunkelblauen Dächer und das weite Meer genießt. Eigentlich beſteht derſelbe aus zwei Thürmen, von denen der eine den anderen umſchließt, ſo daß zwiſchen ihnen ein Weg von 32 ſanft anſteigenden ſchiefen Ebenen von je 2 Meter Breite bis zur Glockenzelle Raum hat. Die vier Glocken geben zu beſtimmten Amtsver⸗ richtungen das Zeichen, die fünfte aber wird nur am Himmelfahrtsfeſte und zur Vermählung eines Dogen geläutet. Ueber der Gallerie des Thur⸗ mes ſteigt noch eine Pyramide von 63 Fuß hoch empor, in welcher man

bis zu dem ſtark vergoldeten Engel emporſteigen kann, der die Spitze des

Thurmes bildet. Von hier blickt das Auge in ein Labyrinth von engen Gaſſen, zwiſchen denen die Kanäle wie Silberfäden aufblitzen. Die Gon⸗ deln ſehen dem niedlichſten Spielzeug ähnlich, in denen ſich handhohe menſch⸗ liche Figuren bewegen. Schöner iſt noch der Blick auf das Meer mit ſei⸗ nen unzähligen Schiffen und Maſten. Auch die grüne Küſte des Feſtlandes liegt vor uns ausgebreitet, ja bei hellem Wetter ſtreift das Auge die fernen Umriſſe der Alpen. Der Thurm wurde im Jahre 902 oder 945 ange⸗ fangen und ſein Bau nahm 240 Jahre in Anſpruch. R. Sch. Serviren, Service ſind Ausdrücke, welche von der allgemeinen Bedeutung desDienens, Dienſtes ſchon früh auf das Bedienen bei der Tafel beſonders bezogen wurden. Im Mittelalter nannte manServitien (Dienſte) die Schmäuſe, welche neue Rathsherren nach dem Brauch ihren Amtsgenoſſen geben mußten, und in den Zünſten war bis in unſere Zeit jeder Aufgenommene(Meiſter wie Geſell) zu einem Schmauſe für die älteren Glieder genöthigt. Im Vereinigungsbriefe der Herren v. Hohen⸗ lohe und Weinsberg über gemeinſchaftliche Regierung der Stadt Oehringen heißt es vom Jahre 1252: Dreimal im Jahre ſollen die Schultheißen dem landesherrlichen Voigt mit zweiunddreißig Rittern, jeder Ritter mit zwei Knechten, dreiDienſte thun nicht etwa mit den Waffen, ſondernmit Rindfleiſch und Schweinefleiſch, mit Wein Abends und Morgens. Stroh und Heu gaben die Geiſtlichen, Lichter lieferten die Küſter. R.

Bilder.

und den verdienten Zoll der allgemeinen Liebe und Dankbarkeit von Seiten ihrer Unterthanen zu theilen. Großherzogin Louiſe hat ja ihren reichen Antheil an all den Wohlthaten und Errungenſchaften, welche das badiſche Land und Volk in dem jüngſt vergangenen Vierteljahrhundert der Regie⸗ rung des Großherzogs Friedrich verdanken. Dieſer konnte, als er das Staatsruder ergriff und ſeinen Hausſtand gründete, wohl keine geeignetere Wahl treffen, als indem er ſich um die einzige Tochter des gegenwärtigen deutſchen Kaiſers und damaligen Prinzen von Preußen bewarb und dieſe

nach Geiſt und Gemüth ſo ausgezeichnete Prinzeſſin als Gemahl heim⸗

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Kauu Mitame romantie maligen! ließ, Ka unter den einer vor Auge übe Bid von Küſte und das er ſchönſten Gattin, und mit Bau mi nit ſein Shiffer, duld und Stlo, mit Verr tigen Be den verſe Villa au Villa a daraus bedauern ſchin ni ſc das laüine, Novar Welt n richtun Gelehr ſaleſ