und von dort zu uns gekommen.
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Illuſtrirte Chronik der Zeit.
ſie wildwachſend in den Steppen am kaſpiſchen Meer zwiſchen Len⸗ koran und Baku. Der Hafer iſt vielleicht europäiſchen Urſprungs. Die Vergleichung ſeiner Benennungen ſcheint darauf hinzudeuten, daß ſeine Heimath in den Donauländern zu ſuchen iſt. Plinius erzählt, daß die Germanen und Celten Brod daraus machten, wie dies ja heute noch in Schottland geſchieht. Obgleich die Kultur des Buchweizens noch keine ſo alte iſt, ſo kennt man doch auch ſein ſpezielles Vaterland nicht. Wahrſcheinlich iſt er im Anfang des 16. Jahrhunderts aus dem Nordweſten China's an das Mittelmeer Die Hirſe ſtammt aus Oſtindien und war beiſpielsweiſe ſchon zu Julius Cäſars Zeiten bei den Ger⸗ manen bekannt. Unſere Altvordern nannten ſie in ſinnreicher Weiſe der zahlreichen Körner wegen„Thautropfen“(herse) Der Flachs erzählt uns vom fernen Morgenlande, der Hanf von dem poeſie⸗ reichen Perſien, wo er hauptſächlich des berauſchenden Haſchiſch wegen angebaut wird.
Unſere Kartofſel, das Brod der Armen, wie ſie anerkennend
genannt wird, ſtammt bekanntlich aus den warmen Klimaten Chile's und Peru's, obwohl die Gelehrten nicht einig ſind, welche der dort wachſenden Solanum⸗Arten man als die wilde Stammart der Kar⸗ toffel anzuſehen habe, denn zur Zeit der Entdeckung Amerika's fand man ſie ſchon überall in Chile, Peru bis Neu⸗Granada angepflanzt. Freilich hat die europäiſche Kultur nicht wenig zur Veredelung bei⸗ getragen, ſo daß manche verfeinerte Sorten von uns nach ihrem Heimathlande zurückkommen, um dort von deutſchem Fleiße und deutſcher Ausdauer zu zeugen.
So ſehen wir, daß faſt Alles, was unſer liebes Deutſchland uns bietet, aus fremden Ländern zu uns gekommen iſt. Meiſt iſt es der Oſten, der uns ſeine Gaben geſpendet hat. Schritt für Schritt ſind die Kulturgewächſe, dem ſcheinbaren Lauf der Sonne folgend, nach Weſten gewandert. Aber wir dürfen deshalb nicht mit Geringſchätzung unſere Fluren betrachten, denn erſt unſere Kultur hat das Rohe, das noch im Keim Verſchloſſene zu entwickeln und das Gemeine zu veredeln gewußt.
Mannig
Moritz Saphir, der ſeiner Zeit in ganz Deutſchland bekannte und gern geleſene humoriſtiſche Schriftſteller, gerieth in den letzten Jahren zeines Lebens, die er in Wien verbrachte, mit einem dortigen Literaten in einen Federkrieg, der mehrere Wochen die Feuilletons zweier Zeitungen füllte. Saphir's Gegner nannte ihn wiederholt einen alten, aus der
Mode gekommenen Narren, deſſen Pritſche keine Kraft mehr beſitze u. ſ. w.
and erklärte endlich unter der Ueberſchrift:„Mein letztes Wort an Herrn Saphir“, er ſelbſt und jeder andere anſtändige Journaliſt ſchreibe für die Ehre, während Saphir nur für's Geld ſchreibe. Darauf erwiederte Saphir ganz kurz als ſein letztes Wort an Herrn N. N.:„Jeder ſchreibt für das, was ihm fehlt.“ Dieſe witzige Antwort zog die Lacher auf ſeine Seite, und der Federkrieg war zu Ende.— In der That war das Geld ſtets knapp bei dem Humoriſten, ja, als er auf dem Sterbebette lag, ſo knapp, daß der Kaiſer von Oeſterreich und die Erzherzogin Sophie ihm bedeutende Unterſtützungsſummen ſchickten. Beim Empfang derſelben ſagte der Kranke gelaſſen:„Seht da, ich habe die Waſſerſucht und zapfe Andere ab!“— Der Witz ſtand ihm in jedem Augenblicke zu Gebote, wenn er deſſelben bedurfte, und dieſe überraſchende Schlagfertigkeit hat ihm einſt in geſunden Tagen auch den Beutel des alten Anſelm Roth⸗ ſchild aufgeknöpſt. Saphir befand ſich nämlich einſt in Frankfurt a. M., gerieth, wie aller Orten, in die Klemme und bat einen Freund, der mit Rotyſchild bekannt war, dieſen um ein Darlehen für ihn anzugehen. Dies
geſchah auch, und Rothſchild fragte:„Wie viel braucht er?“—„Fünf⸗
hundert Thaler,“ war die zaghafte Antwort.—„Er ſoll zu mir kommen, und wenn er einen Witz macht, ſoll er ſie haben!“ Saphir ſolgte der Einladung und wurde von Rothſchild mit den Worten empfangen:„Ah, ich weiß, Herr Saphir, Sie kommen um das Geld!“—„Nein, Herr Baron, Sie kommen drum!“ verſetzte der Schalk ohne Beſinnen. „Sollen's haben, ſollen's haben 1“ rief der reiche Mann und öffnete lachend ſein Pult. R. Orientirungsſinn der Nomadenvölker.— Bei allen noma⸗ diſirenden Naturvölkern finden wir eine ſonderbare Begabung, ſich ohne jegliche Hilfsmiltel ſelbſt in Gegenden, die ſie vordem nicht betreten, bald zurechtfinden zu können. Ihre Heimath iſt ihnen jedoch ſtets das vertrau⸗ teſte Feld. Bei vielen findet man ſogar Vertrautheit mit den Anfängen der kartographiſchen Darſtellung, wie Richard Andree kürzlich ſo über⸗ zeugend nachzuweiſen ſich bemüht hat. Die Tuaregs im afrikaniſchen Nor⸗ den können meiſt alle ihr Wandergebiet im Sande darſtellen, und als der Reiſende Duveyrier das Centralgebirge von Hoggar, welches er durchſtreift hatte, auf ſeiner Karte eintragen wollte, ſtellte es ihm der Scheich Othman en reliet im Sande dar. Dieſelbe Fähigkeit offenbaren die Fulan in Afrika, die Mongolen in Nordaſien, ja in neueſter Zeit zeichnete ein alter Oſtjake an der Obmündung für Pr. Finſch mit Bleiſtift eine Karte, welche 5— 6 Marſchtage bis zur Podarata und 4—5 bis Sardapai, einem Platz jenſeit dieſes Fluſſes, darſtellte. R. Sch. Eine Hexenwage.— Bis zum Jahre 1648 gab es in Oudewater in Holland eines der wunderlichſten Inſtrumente, die je exiſtirt haben, nämlich eine Hexenwage. Dieſelbe befand ſich auf dem Rathhauſe und dort konnte ſich Jeder, der der Hexerei beſchuldigt war, wägen laſſen. Dies geſchah in Gegenwart des Stadtrichters und der Gerichtsſchöppen; man be⸗ zahlte dafür 6 Gulden. Die Gewogenen erhielten ein gerichtliches Zeugniß, das beſagte,„daß ihr Gewicht ihrem Wuchſe gemäß und nichts Teuf⸗ liſches an ihrem Körper befunden ſei.“ Durch ein ſolches Zeugniß entging
faltiges.
(Nachdruck verboten.)
Mancher und Manche dem Hexengericht und dem Feuerlode. Die meiſten Weiber, die ſich zur Wage meldeten, waren aus Weſtphalen, wo die Wuth, Hexen zu verbrennen, auf's Höchſte geſtiegen war. B.⸗A. Wirkungen des übermäßigen Abholzens der Wälder zeigen ſich auch ſchon in Amerika. Genauere Berichte liegen uns über Central⸗ amerika, ſpeziell Guatemala, vor, worüber ſich Dr. H. Polakowsky äußert:„In Guatemala hat mit der Zerſtörung der Wälder die Gleich⸗ mäßigkeit des Klima's abgenommen, hiedurch ſind die Ernteerträge ver⸗ mindert und viele Krankheiten entſtanden.“ Auch die Regelmäßigkeit des Eintritts der Jahreszeiten iſt verloren gegangen, ſelbſt Schneeſall wulde im Anfange des Jahres 1875 beobachtet, eine Erſcheinung, die ſeit länger als einem halben Jahrhundert dort vollſtändig fremd war. Gewitter treten jetzt viel furchtbarer auf. Neuerdings ſucht man durch Anpflanzungen dem ſchon ſo bemerkbar werdenden Uebel zu ſteuern. R. Sch. Eine koſtbare Kur nahmen die Aerzte mit Papſt Clemens V. vor, doch war ſie vergeblich, denn der Patient ſtarb dennoch(1534). Der Kranke verbrauchte in 14 Tagen für 40,000 Dukaten Medikamente, alle aus koſtbaren Edelſteinen bereitet, von denen eine Arznei für 3000 Thaler im Bericht der Aerzte angegeben iſt. Dies war noch nicht die theuerſte, denn in Marſilia, von wo man ihn nach Rom ſchaffte, mußte der kranke Papſt einen koſtbaren Diamanten verzehren.— Ein anderes, von Fürſten und Reichen ehemals viel gebrauchtes Medikament war das Bernſteinöl, von dem das Loth fünf Thaler koſtete. Auch ließ man ſich Elensklauen aus Preußen kommen, die beſonders gegen Schlagflüſſe helfen ſollten. Es mußten aber„rechte“ Elensklauen ſein, wie eine Fürſtin v. Schwarzburg ſchreibt, d. h. ſolche von einem Elen, das zwiſchen zwei beſtimmten Feſttagen der Jungfrau Maria erlegt worden. N. Die Hefe erſcheint unter dem Mikroſkope als ein einfaches, aus einzelnen runden oder ovalen Zellen beſtehendes Pfläͤnzlein, das von den Naturforſchern zu den Pilzen gezählt und Saccharomyces s. Micoderma cerevisiae genannt wird. Bei einer Temperatur von 25— 35 Grad C. entwickelt ſich der Hefepilz am kräftigſten. Zu ſeiner Nahrung beanſprucht er ſtickſtoffhaltige Subſtänzen, aus denen die einzelnen Zellenbläschen auf⸗ gebaut ſind. Waſſer iſt zur Entwickelung ebenfalls nothwendig, während der Sauerſtoff der Luft ſchon hinreichend iſt, das Gedeihen des Pilzes ſicher zu ſtellen. Die Verhinderung der Entwickelung der Hefe geſchieht durch ſolche Stoffe, welche die derſelben zur Ernährung dienenden Sub⸗ ſtanzen zum Gerinnen bringen, ſo Chloroform, Karbolſäure, Kreoſot, Alkohol, Blauſäure, Oxalſäure, ſalpeterſaures Silber, Chlor, Iodee Primadonnen haben auch ſchon in früheren Zeiten große Honorar⸗ forderungen geſtellt. So lehnte die Cuzzani von der italieniſchen Oper in London zur Zeit Händebs einen Engagementsantrag mit 60,000 Du⸗ kalten, der ihr von Italien aus gemacht wurde, ab, weil ſie ſich in London beſſer ſtand. Einſt wünſchte ſie eine Spitzengarnitur zu beſitzen und als ihr ein galanter Lord eine ſolche ſehr koſtbare und einer Königin würdige überreichte, warf ſie dieſelbe in's Feuer, weil es nicht ganz genau die⸗ jenige war, welche ſie ſich gewünſcht hatte. Eines jungen, ſehr reichen und liebenswürdigen Edelmannes Hand ſchlug ſie aus und heirathete einen Goldarbeiter⸗Gehilfen, mit dem ſie aber ſehr unglücklich lebte. Sie ſtarb im tieſſten Elende, nachdem ſie Stimme und Schönheit verloren und ungeheure Summen vergeudet hatte. R.
Anſere Hans Chriſtian Anderſen.
(Mit Porträt auf S. 301.)
Keine Nation ehrt ihre großen Geiſter aufrichtiger und inniger, als 3
die kleine däniſche; das haben wir vor kaum zwei Jahren auf's Neue
Bilder.
wieder beſtätigt geſehen, als einer ihrer bedeutendſten Dichter der Neuzeit, der durch ſeine reizenden Märchen weltbekannte Dichter Hans Chriſtian Anderſen ſtarb, deſſen Porträt wir auf der Stirnſeite dieſes Heftes brin⸗ gen. Sein Tod rief beinahe eine förmliche Landestrauer hervor, denn ſowohl ſein Talent und ſein Schickfal, als auch ſein Charakter hatte ihm die Herzen ſeines Volkes gewonnen. Anderſen war ein Mann, der ſich
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wehen Welicha weckt, noch lehl leben, welches ſo daß er ſih um hier gleich gebrachten Neiſ Beianntſchaft d daun ihr Mögt verſchaffen. R Fall, von de dot nnd die
wurden und auf und ſetzte zu Theil ward. allgemein beli⸗ originelle hum eine ungemein auſchauliche S dramatiſche Di Verſtändniß de uns ſeine heit an Bildern in nerſtes Weſen.
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„ Schon ſei ſihres Liebling getaſtet, ob n der kleine Bu Zeit oſt ſehr lang, manchn wie man ſag Geſtern und war denn die geiprungen m dem Kinde z werden. Da (wenn es ihr gleich mit na un der Wohr tenten auf ſühle dann Uündten 3 dem Krankw ahn beiom du beißen b nicht weden ihre Arme den Stubl it in Alle Jungen be
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