Jahrgang 
14-26 (1877)
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316 Illuſtrirte Chronik der Zeit.

Aus Amerika haben wir erſt in neuerer Zeit wahrhaft herr⸗ liche Blumenarten empfangen. Namentlich ſind es die Prärien des Weſtens, deren Schätze ſich in unſern Gärten eingebürgert haben, während die weichlicheren Arten des Südens unſere Treibhäuſer ſchmücken. Aus dem Norden iſt namentlich die ſogenannte Akazie in faſt alle Gärten gewandert. Das Pfeifenkraut, das unſere Lauben ſo ſchattig bedeckt, Tulpenbäume, Sammetblumen und Aſterarten ſtammen gleichfalls von dort her. Die weiteſte Verbreitung hat jedoch wohl die Georgine, die Königin des Herbſtgartens, gefunden. Durch einen Profeſſor der Botanik zu Mexiko wurde ſie 1789 in den botaniſchen Garten zu Madrid eingeführt und anfangs zu Ehren des ſchwediſchen Botanikers Andreas Dahl Dahline genannt. Erſt als Alexander v. Humboldt ſie als Samen wieder aus Mexiko mitbrachte, erhielt ſie zu Ehren des ruſſiſchen Naturforſchers Georgi den Namen Georgine, unter welchem ſie ſich dann verbreitete. Doch

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geſichert, bis ſie einſt durch eine andere Pflanze geſtürzt werden wird, denn es geht auch im Blumenleben wie im Leben der Men⸗ ſchen. Die tropiſchen Urwälder Braſiliens lieferten die herrliche Paſſionsblume, die ſich hier lianenartig von Baum zu Baum ſchlingt und hoch oben in den Gipfeln ihre bunten Blüthen treibt. Auch an der Decke in unſeren Gewächshäuſern windet ſie ſich hin und verſetzt uns in die tropiſche ſüß⸗ſchauerliche Wildniß. Die Spanier, die dieſe köſtliche Blume zuerſt fanden, entdeckten in ihr bald alle Inſtrumente und Marterwerkzeuge der Kreuzigung Chriſti. Im Munde des Volkes aber erzählt man ſich heute noch, daß ſich die Paſſionsblume am Kreuze auf Golgatha emporgerankt habe und daß ſie ſeit dieſer Zeit die Zeichen des Leidens jenes hohen Dulders trage. Auch zahlreiche Baumorchideen mit ihren wunderbaren Blüthen, die in den wunderlichſten Geſtalten und Farben bald an einen ruhenden Schmetterling, bald an einen niedlichen Pantoffel

t ihr Sieg über alle anderen Herbſtblumen mit Band und Schleifen, Rubinen und Smaragden erinnern, ſind

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Kaiſer Otto I. von Deutſchland wirft am Nordeap von Jütland ſeinen Speer in das Meer.(S. 320.)

von hier in unſere Gewächshäuſer gekommen. Auch Fuchſien, der Heliotrop, mannigfaltige Cactusarten und die Sonnenblume ſind hier heimathsberechtigt.

Das Wunderland Auſtralien brachte uns erſt in neuerer Zeit ein⸗ zelne Gewächſe. In den Gärten Englands findet man, wie J. F. Schouw ſchreibt, die meiſten, und von dort aus ſind ſie nach den anderen europäiſchen Ländern verbreitet. Die klimatiſchen Verhältniſſe, unter welchen dieſe Gewächſe in ihrer Heimath gefunden werden, bringen es mit ſich, daß ſie bei uns nur in Gewächshäuſern gedeihen können. Zu den neuholländiſchen Gewächſen gehören beſonders Bäume und Büſche aus der Myrtenfamilie mit trockenen immergrünen Blättern, demnächſt eine eigene Gruppe des Akaziengeſchlechts, welches dadurch ein beſonderes Ausſehen erhält, daß alle Blättchen fehlen, und der flache breite Blattſtiel einem Blatte gleicht. Ferner lieferte Auſtra⸗ lien verſchiedene ſchöne Immortellen, haideartige Buſchgewächſe und Veronika⸗Arten.

Dieſer kurze Gang durch unſeren Blumengarten hat uns zur Genüge dargethan, wie der Menſch wirklich das Schönſte auf den Fluren zuſammengeſucht hat, um damit ſein heimathlich Land zu ſchmücken. Ueber Berge und Thäler, Meere und Länder hat er die lieblichſten Kinder Flora's von Weſt und Oſt, von Nord und Süd zuſammengetragen. Die älteſten Zierpflanzen haben wir aus dem nördlichen und ſüdlichen Europa erhalten. Später wurde der Kreis durch die chineſiſchen, indiſchen und ſüdafrikaniſchen Gewächſe er⸗ weitert, darauf auf die nordamerikaniſchen, dann auf Neuhollands, Mexiko's und Peru's Pflanzen, und endlich auf die Braſiliens, Chiles und Kaliforniens erſtreckt. Freilich ſind manche Arten bis zur Unkenntlichkeit des Zuſammenhangs mit dem Urtypus verändert worden. In tauſend eigenthümlichen Formen und Farbenmiſchungen hat die kunſtreiche Hand des Gärtners ſie vervielfältigt und verändert, ſo daß vielleicht der Eingeborene Amerika's diejenigen nicht wieder er⸗ kennen würde, die wir als ſeinem Heimathlande entſproſſen bezeichnen.

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Apfelbiume 6 des Kautaſu wilde Binnbaul ſtets vereinzelt 4 in und haben 3 veſelben zuerſt Jedenfalls iſt die Sprachforſc Birnen⸗und Jo nen⸗ und 36 ſt die Kultur knnt. Von der Kabſch berichte Lutullus aus Italien bringe zuge vor ich he auf zwei Stan Europa, beſord des Kaukaſus nicht in wild worden. In vorzüglich. S den Pfirſich. daher, daß do⸗ Alexander der ſpäter nach J An den in ihm halten ſprungs ſehen deren Ahnen aus der dünn ſorgfältige R ungewandelt zu Tacitus'; it es, daß ſi gewächſen gez die Gärten g⸗ Dagegen iſt Awart des ſch gold, deſſen Strande der Spargel ſtan ſern gefund geſchätzten Ge üne Vürgeri wachſend auf Kuablauch, lter die gan ſtt ein uralt hauatterſſiſe Vohnen angebaut un ha hab de lasyiſch dlchen K der Shin 5. Jahrhu niens vieſe er Kohl r Mutterfle lichn Blun vildwachſen und bitter

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